Rote Fahne 20/2026

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Krebstherapie: Hyperthermie bei über 40 Grad?

Die Temperaturen in diesem Sommer waren alles andere als positiv für Mensch und Natur. Diese Temperaturen sind Ausdruck der fortschreitenden und beschleunigten Entwicklung der globalen Umweltkatastrophe. Die Hyperthermie ist stattdessen eine bewusst durch geführte Überwärmungstherapie, die weltweit in vielen Erdteilen angewandt wird.

Von einem Korrespondenten aus Tübingen
Krebstherapie: Hyperthermie bei über 40 Grad?
(Grafik: Mohamed Hassan)

Bei einem Infekt reagiert der Körper normalerweise mit Fieber, weil das körpereigene Immunsystem mithilfe einer höheren Temperatur effektiver arbeiten kann. Da viele erwachsene Menschen von sich aus kein Fieber mehr erzeugen können, überwärmen die Hyperthermiegeräte den Körper oder Teile des Körpers.


Bei der Ganzkörperhyperthermie, auch Fieberbett genannt, liegt das Hauptaugenmerk auf der Stimulation des körpereigenen Immunsystems. Bei der regionalen Hyperthermie bezieht sich die Erhitzung zellzerstörend auf das Tumorgewebe. Folgende Effekte werden dabei ausgelöst: Tumorzellen haben eine Tarnfunktion, die es dem körpereigenen Immunsystem schwer machen, sie zu erkennen und damit auch zu bekämpfen.

Gezielte Bekämpfung der Krebszellen

Durch die Hyperthermie entstehen an der Oberfläche der Tumorzellen Hitzeschockproteine, die für das Immunsystem eine Art Wegweiser sind. Dadurch werden Makrophagen, also Fresszellen des Körpers, angeregt einzugreifen. Zum anderen übersäuern die Tumorzellen und ihre Energiezufuhr bricht zusammen. Außerdem wird die Durchblutung auch tieferliegenden Tumorgewebes gesteigert.

 

Gesunde Zellen haben eine andere Blutversorgung als Krebszellen, so dass sie die höhere Temperatur über die Blutabfuhr wieder regulieren können. Dank dieses Mechanismus werden sie nicht geschädigt.

Große Offenheit für Methadon-Therapie

In der Biomed-Klinik Bad Bergzabern wird Hyperthermie begleitend zu einer Chemo- oder Strahlentherapie eingesetzt. Es werden jedoch auch von Krebs Betroffene behandelt, die einer Chemoterapie völlig ablehnend gegenüberstehen. Das Ärzteteam spricht Empfehlungen aus, letzten Endes entscheidet jeder Betroffene aber selbst.


So entschied ich mich jetzt bei meinem fünften Aufenthalt hier, neben der Hyperthermie begleitend eine Methadon-Therapie zu beginnen.¹ Nachdem ich den Chefarzt darauf angesprochen hatte, zeigte er sich sofort sehr offen für diesen Ansatz. Unter ärztlicher Begleitung sei das sehr zu empfehlen. Mit Frau Dr. Friesen von der Uni Ulm sei er regelmäßig in Kontakt. Sie leitete die von der Deutschen Krebshilfe mitunterstützte Studie „Methadon als Unterstützung bei Chemotherapie“, die zwar 2025 abgeschlossen, jedoch leider bisher nie veröffentlicht wurde.