Rote Fahne 19/2026
Jugendarbeit: „Die Organisationsarbeit braucht ein viel größeres Gewicht“
Nachdem der Emder Parteitag der MLPD erfolgreich stattgefunden hat, wollen wir in dieser Ausgabe die im letzten Magazin begonnene Berichterstattung mit Redebeiträgen zur Jugendfrage fortsetzen (Auszüge):
Aufbau des REBELL im Wechselverhältnis zur sozialistischen Jugendbewegung
Eine Delegierte des Jugendverbands REBELL wertete aus:
Im vorrevolutionären Gärungsprozess entsteht eine sozialistische Jugendbewegung. Darin müssen wir noch deutlich besser werden, die Jugend zu organisieren. Das ist eine Kampfaufgabe und Selbstveränderung gegen die Anbetung der Spontaneität:
- Wir brauchen die geeigneten Organisationsformen. Hier haben wir mit den Gaza-Solidaritäts-AGs Fortschritte erkämpft.
- Wir müssen die eigene Überzeugung stärken, damit wir den Wissensdurst der Jugendlichen auch beantworten können. Wir haben neue Mitglieder fast immer in Verbindung mit Lesegruppen und Dialektik-Kursen gewonnen. Dem widerspricht, dass beim Verbandsdelegiertentag nur noch 11 Prozent der Rebellen angaben, in Lesegruppen zu sein – das müssen wir gemeinsam ändern und der REBELL kann diese Jugendbildungsarbeit nicht allein.
- Der REBELL wiederum muss voll den gesellschaftlichen Anspruch anmelden, sich dafür fit machen und stählen, gegen die kleinbürgerlich-antiautoritäre und -opportunistische Denkweise. Der REBELL steht besonders für die Verankerung unter der Arbeiterjugend, aber das muss in der Rebellion der Jugend auch selbstbewusst vertreten werden.
- Prinzipienfeste Bündnisarbeit lernen. Als Teil der sozialistischen Jugendbewegung kriegen andere Jugendgruppen Zulauf. Es ist ein »Dauerbrenner« in der VL, wie wir damit richtig umgehen. Wir haben uns gegen sektiererische Abschottung Fortschritte in der Bündnisarbeit erkämpft. Aber wir müssen noch besser lernen, die Widersprüche richtig auszutragen: gegen kleinbürgerliche Konkurrenz, oder uns von den Massen abzuschotten.
- Die Organisationsarbeit braucht ein viel größeres Gewicht, anstatt auf diese Situation mit der Anbetung der Spontaneität zu reagieren. … Gute Organisationsarbeit, Beitragskassierung und Subbotniks sind Ausdruck des proletarischen Charakters des REBELL und haben große Bedeutung, um sich gegen die verbreitete kleinbürgerlich-intellektuelle Prägung umzuerziehen.
- Unsere Anziehungskraft entsteht besonders aus der Allseitigkeit der Lebensschule der proletarischen Denkweise, die durch die RW 36 bis 40 erweitert und weiterentwickelt wird. Die großen REBELL-Gruppen werten aus, dass es ein allseitiges Programm braucht, mit Subbotnik, Lesegruppe, Spieleabend, Kampfaufgaben usw. Auch diese Allseitigkeit der Arbeit können wir nur in Wechselbeziehung zur MLPD herstellen.
- Dass wir einen Teil der Jugendlichen wieder verlieren, hängt auch damit zusammen, dass sie zu schnell abgeschrieben werden. Es tritt immer wieder auf, dass Jugendliche abgeschrieben werden, wenn sie sich nicht so entwickeln, wie man sich das vielleicht erhofft hat oder ihnen auch zu wenig zugetraut wird. Wir alle müssen lernen, im vollen Vertrauen auf die Veränderlichkeit der Denkweise, immer die richtige Dialektik aus Geduld und klarer Kante zu verwirklichen.
- … Das erfordert von uns auch mehr Stählung, eisern an den Grundlinien festzuhalten, anstatt beliebig und schwankend zu arbeiten.
Erfolgreicher Aufbau des REBELL im Fertigwerden mit Einflüssen der kleinbürgerlich-skeptizistischen Denkweise
Zu diesem Thema führte ein Delegierter aus:
… Die Basis bildet der Aufbau einer eigenständigen Kleinarbeit des REBELL – vor der Lehrwerkstatt des Zielbetriebs und in der Gaza-Soli-AG. Deren Gründung war zunächst stark umkämpft. Nach dem ersten Treffen, zu dem kein Kontakt gekommen war, gab es auch eine gewisse Skepsis der Rebellen, ob es überhaupt gelingt, Jugendliche einzuladen. Das musste erst einmal gemeinsam ausgewertet und gelöst werden. Dafür hat sich ein Genosse mit den Rebellen getroffen und ist gemeinsam alle Kontakte systematisch durchgegangen. Das war der Schlüssel zum Erfolg: Beim zweiten Treffen tauchten viele Jugendliche auf, bisher wurden zwei neue Mitglieder gewonnen, ein weiterer möchte ebenfalls ernsthaft eintreten.
Der REBELL spielt … auch eine sehr wichtige Rolle in der Bündnisarbeit und erweist sich als Brückenbauer. Gerade in der Gaza-Solidarität und im Kampf gegen die Wehrpflicht bringt er sich vorwärtstreibend ein und wird von den Bündnispartnern geschätzt. Auch hier trifft sich ein Genosse mit einem Rebellen regelmäßig, um sich zu vereinheitlichen und die Treffen auszuwerten. …
Die ideologisch-politische Festigung des REBELL findet bisher über die Begleitung der REBELL-Gruppenleitung und der Monatsveranstaltungen statt, wo immer auch eine Schulung durchgeführt wird. Dazu gibt es eine öffentliche Studiengruppe zu den RWs und die Dialektik-Kurse, an denen ein Großteil der Rebellen teilnimmt. Das müssen wir aber noch viel allseitiger im Kreis ausbauen und verankern. …