Rote Fahne 16/2026

Rote Fahne 16/2026

Eine „andere Geschichte der Fußball-Weltmeisterschaft“

Bereits im Februar, rechtzeitig zur Leipziger Buchmesse, erschien das Buch „Griff nach Gold – Die andere Geschichte der Fußball-Weltmeisterschaft“ von Carlos Gomes und Glenn Jäger:

Von ed
Eine „andere Geschichte der Fußball-Weltmeisterschaft“
grafik: Armankh15455/Magnific

26 Besucherinnen und Besucher kamen zur Matinee im Rahmen von „48 Stunden Neukölln“ in den Treff International, um die Buchvorstellung von Carlos Gomes zu erleben. Mich beeindruckte dabei nicht zuletzt, dass der Co-Autor diese Vorstellung komplett frei vortrug und sich auf die Minute an die vereinbarte Zeit hielt; unterstützt nur von wenigen beeindruckenden und noch kaum bekannten Bildern.

Von wegen: „Früher war alles besser“!

Die 60 Minuten Vorstellung waren so spannend wie das Buch selbst – die Besucherinnen und Besucher erfuhren sehr viel Neues und Interessantes auch zur Geschichte des Fußball insgesamt. Der rote Faden: Die romantische Vorstellung „Früher war alles besser“ ist von Anfang an falsch und daneben. Zwar war die FIFA seit ihrer Gründung laut Statut ein Weltverband, aber die Gründungsorganisatoren waren ausschließlich europäisch und die europäischen Staaten sind bis heute dominant.


Schon bei der zweiten WM 1934 in Italien überließ die FIFA den Faschisten die komplette Organisation, sodass das offizielle Plakat mit faschistischen Symbolen gespickt war. Und die Schiedsrichter pfiffen nachweislich parteiisch für Italien und sorgten mit für dessen Sieg.

 

Spannend auch die Geschichte des afrikanischen Fußballverbands, der der erste gesamtafrikanische Verband überhaupt war und im Zuge der antikolonialen Befreiungsbewegungen der 1960er-Jahre einiges für den afrikanischen Fußball bewirkte. Wer weiß schon, dass die algerische Fußball-National-elf vier Jahre lang eine Welttour machte, um Geld für den dann erfolgreichen Befreiungskampf zu sammeln.

FIFA diktiert heute alles

In der anregenden Diskussion ging es unter anderem um die Frage, wie die FIFA heute alles diktiert und alle Kosten den Ländern aufdrückt. Das bestätigte eine anwesende ehemalige Mitarbeiterin bei der FIFA. Beworben wurde auch das Buch von Stefan Engel „Die Krise der Gesellschaftswissenschaften, der Religion und der Kultur“ (mit dem Kapitel 3.5 „Die imperialistische Sportkultur als Vehikel der bürgerlichen Ideologie“).

 

Das Fazit sowohl des Buch als auch der Veranstaltung: Fußball ja – auch Meisterschaften; Faschismus und Rassismus NEIN!