Rote Fahne 15/2026
Ruhrpott-Rebellion – Die Arbeiterklasse erhebt ihr Haupt!
Über 8000 Beteiligte folgten dem Aufruf der IG-Metall zur Ruhrpott-Rebellion an 14 Orten in NRW von Anfang bis Mitte Juli. Sie setzten kämpferische Zeichen gegen verschärfte Angriffe auf die Arbeiterklasse durch Konzerne und Regierung. Korrespondenten berichten:
Gelsenkirchen: Mit rund 350 war die erste Kundgebung im Rahmen dieser Aktivitäten am 3. Juli noch überschaubar, aber es ging eine kämpferische Stimmung von ihr aus. Dazu trug besonders auch die Gewerkschaftsjugend bei. „Was wollt ihr?“ Einstimmig war die Antwort: „Rebellion!“ Viele selbstgemalte Schilder unterstrichen das, zum Beispiel „Wir brauchen ein richtiges Streikrecht – Nehmen wir es uns!“, „Aufstehen gegen Armut, Sozialabbau und Kriegsvorbereitung“, „Mitbestimmung durch Arbeitskampf“. MLPD und REBELL waren anerkannter und selbstverständlicher Bestandteil – und mit einem Transparent zum echten Sozialismus weithin sichtbar. „Heute ist erst der Anfang“, darin stimmten die Redner überein, außer der IG Metall auch von IG BAU, NGG, Ver.di, IGBCE, GEW.
Duisburg: Rund 3000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zählte die Kundgebung am 4. Juli mit Delegationen aus Betrieben, darunter Ford Köln, Daimler Düsseldorf, Thyssenkrupp und HKM. Die Stimmung war kämpferisch. Bereits am Versammlungsort schallten laut die Rufe der Kolleginnen und Kollegen aus dem Einzelhandel: „Heute ist kein Arbeitstag, heute ist ein Streiktag!“ Oder von den Klinikbeschäftigten: „Mehr von uns ist gut für uns alle!“ Das Internationalistische Bündnis mit seinem offenen Mikrofon wurde zur Anlaufstelle vieler unterschiedlicher Kräfte. In seinem Beitrag stellte Peter Weispfenning von der MLPD die Notwendigkeit heraus, den Kampf nicht nur als einzelne Belegschaft, sondern als Klasse zu führen. Er betonte den Kampf gegen die verschärfte Ausbeutung durch Monopole und Staat. ... Auch von der Bühne wurden die Zusammenhänge zum Protest gegen die faschistische AfD in Erfurt und zur Kriegsvorbereitung als Hintergrund der drastischen Einschnitte gezogen. Kapitalismuskritik ist weit verbreitet und es entwickelt sich das Bedürfnis, sie zu fundieren.
Wetter: Rund 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Hagen und dem Ennepe-Ruhr-Kreis versammelten sich am 7. Juli um 15 Uhr vor Tor 2 der Demag. Der IG-Metall-Bevollmächtigte aus Hagen, Jens Mütze, begrüßte alle beteiligten Gewerkschaften von Verdi bis GEW. Ausdrücklich hieß er auch die Delegation der MLPD willkommen, sowie die Courage-Frauen aus Hagen und Witten. Die „ganz linken Kräfte“, so Mütze, „gehören zum gemeinsamen Kampf … wir brauchen Einheit und Solidarität.“ Dafür gab es großen Beifall. Auf einer kurzen, aber kämpferischen Demo sorgten unter anderem Auszubildende von ThyssenKrupp Hohenlimburg für eine rebellische Atmosphäre, indem sie mit Bengalos ihre Entschlossenheit unterstrichen. Verschiedene Redner, darunter auch Vertreter der IG-Metall--Jugend prangerten bei der Abschlusskundgebung eindrücklich die Arbeitsplatzvernichtung, die Verschlechterung der sozialen Lage und die wachsende Gefahr von Faschismus und Krieg an. Sie betonten die Dringlichkeit des Kampfs zum Schutz der Umwelt und die Einheit der Arbeiterklasse gegen jede Art von Spaltung. Gleichzeitig wurde immer wieder die „Mitbestimmung“ und die „Rettung des Sozialstaats“ beschworen. Im Kapitalismus ist die Ausbeutung der Arbeiterklasse aber gesetzmäßig, genauso wie die Umverteilung von unten nach oben durch den Staat. Das war schon immer so – auch wenn diese angesichts des sich verschärfenden Konkurrenzkampfs unter den internationalen Konzernen immer hemmungsloser wird. Die richtige Antwort darauf ist der Kampf um ein anderes Gesellschaftssystem ohne Ausbeutung und Unterdrückung!