Rote Fahne 12/2026
Bergarbeiterkämpfe beleben sich weltweit
Weltweit gibt es heute mehr Bergleute als jemals zuvor, über 50 Millionen. Ein Drittel davon sind Frauen. Auch Kinder und Jugendliche arbeiten im Bergbau:
Rund sieben Millionen Bergarbeiter sind im industriell betriebenen Abbau, meist in Großbetrieben, tätig. Im weltweiten vorrevolutionären Gärungsprozess kommt den sich belebenden Kämpfen der Bergarbeiter eine besondere Bedeutung zu. Am deutlichsten wird das derzeit in Bolivien. Dort ist eine breite Volksbewegung gegen die Politik des Präsidenten Rodrigo Paz entstanden, die seinen Rücktritt fordert. Dabei bilden die Bergarbeiter und der mächtige Gewerkschaftsdachverband COB das Rückgrat der Bewegung (siehe auch Seite 8).
Marsch auf Hauptstädte
In Rumänien kämpfen die Bergarbeiter der Zeche Oltenia gegen die Vernichtung ihrer Arbeitsplätze. Sie marschierten 320 Kilometer weit bis in die Hauptstadt Bukarest, um bei der Regierung gegen die Entlassung eines Teils ihrer Kollegen zu protestieren.
In der Türkei marschierten 200 Bergleute von Doruk Maden 180 Kilometer von der Mine in Eskisehir zur Hauptstadt Ankara, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Ihnen wurden keine Löhne gezahlt, sie wurden ausgesperrt und in unbezahlten Urlaub geschickt. Bei ihrer Ankunft in Ankara empfing die Polizei sie zunächst mit Schlagstöcken. Doch sie sagten: „Wir sterben lieber, als ohne unsere Rechte zurückzukehren!“ Die Bergleute von Doruk Maden kämpfen unter Führung der Unabhängigen Bergarbeitergewerkschaft und werden breit von der Bevölkerung unterstützt. Nach 17 Tagen des Widerstands siegten sie auf der ganzen Linie und eroberten ihre Rechte zurück.
Solidarität mit verurteilten Streikführern!
In Chiatura, Georgien, führen die Manganbergarbeiter einen mutigen Kampf um ihre Untertagearbeitsplätze, die zugunsten des profitableren, aber deutlich umweltschädlicheren Tagebaus massiv abgebaut werden. Sie kämpfen um eine Zukunft für ihre Kinder und den Schutz der natürlichen Umwelt. Ein großer Teil von ihnen ist auch vor der brutalen Repression der georgischen Staatsorgane im Auftrag der Bergwerkskonzerne nicht in die Knie gegangen. Die vier zu hohen Gefängnisstrafen verurteilten Streikführer sind ein Symbol für den Kampfwillen der Bergarbeiter geworden und brauchen weiterhin unsere Solidarität!