Rote Fahne 11/2026
„Den Widerstand der Mieter besser organisieren“
Es gibt keine Gemeinnützigkeit ohne Gemeineigentum, wie es auch kein Gemeineigentum ohne Selbstorganisation und Selbstverwaltung geben kann. Das ist nur in einer sozialistischen Planwirtschaft zu verwirklichen, wo die großen Immobilienkonzerne enteignet und verstaatlicht oder in genossenschaftlichen Wohnungsbau überführt werden:
Die Lösung der Wohnungsfrage im Sozialismus
Die Arbeiterklasse hätte die politische Macht und würde eine Selbstorganisation aus Mieterinnen und Mietern, Architekten, Denkmalschützern, Bauarbeitern, Experten in der energetischen Sanierung zusammenholen, den gesellschaftlichen Bedarf ermitteln und ein nachhaltiges und dynamisches Konzept entwickeln – mit einer Kombination von Neubau und vor allem sinnvoller energetischer Sanierung von Altbeständen statt Abrissmentalität.
Im Wohnungswesen auf sozialistischer Grundlage würden Millionen Mieterinnen und Mieter in die Selbstverwaltung einbezogen und würden so lernen, die sozialistischen Staatsgeschäfte zu führen. Die ehemaligen Immobilienspekulanten werden unterdrückt, damit ihr Streben nach Wiederherstellung der alten politischen und ökonomischen Alleinherrschaft ohne Erfolg bleibt. Sie können sich dann als Hausmeister oder Bauarbeiter beweisen, einen Beitrag für das Gemeinwohl leisten und sich ihre Denkweise der Arroganz und Ignoranz gegenüber den Interessen der Massen abgewöhnen.
Unterschiedliche Formen des Widerstands
In den letzten Jahrzehnten hat sich der Kampf um bezahlbares, umweltgerechtes Wohnen im ganzen Lande verbreitet und die unterschiedlichsten Formen angenommen. Betroffene Mieterinnen und Mieter haben sich in Hunderten von selbst organisierten Mieterinitiativen zusammengeschlossen, an verschiedenen Orten auch unter aktiver Mitwirkung der MLPD. Wichtige Beiträge für den Mieterkampf leistet auch die Partei Die Linke. Es gibt sogar Initiativen für den Aufbau einer bundesweiten Mietergewerkschaft.
Besonders in der Konfrontation mit Wohnungskonzernen wie Vonovia, Deutsche Wohnen, LEG, VIVAWEST und Co. gibt es überregionale Strukturen zur Koordinierung, Austausch von Analysen, Informationen über erfolgreiche gerichtliche Auseinandersetzungen, Verabredung von Widerstandsaktionen und so weiter. Immer wieder kommt es vor allem in deutschen Millionenstädten zu großen Massendemonstrationen, die gegen Mietwucher, Spekulation, Wohnungsnot und leer stehende Wohnungen protestieren: Sofortiger Stopp von Mieterhöhungen, Deckelung der Mieten auf maximal dem heutigen Stand! Umgehende Sanierung und Renovierung der Bestandswohnungen zu einer lebenswerten Qualität auf Kosten der Wohnungskonzerne!
Eine gemeinsame Gegenkraft aufbauen
Auch örtliche Gliederungen des Deutschen Mieterbundes unterstützen den Mieterkampf, wobei die Mehrzahl der Mietervereine sich auf den Rechtsweg beschränkt und stellvertretend für ihre Mitglieder tätig ist. Solange Mieterinitiativen örtlich isoliert arbeiten, besteht die Gefahr, dass sie sich im Kampf mit den Winkelzügen der großen Wohnungskonzerne aufreiben und schließlich resignieren, da sie keinerlei Unterstützung durch die etablierten Parteien bekommen, ja sogar von diesen noch behindert oder bekämpft werden.
Nach Ansicht der MLPD hat der Mieterkampf nur dann eine Perspektive, wenn er sich bewusst in den Zusammenhang des Kampfs gegen die menschheitsgefährdenden Katastrophen stellt, wenn er als Schule der Selbstorganisation, der Befähigung für den Aufbau einer Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdrückung geführt wird.