Rote Fahne 10/2026
Palantir-Chef offenbart moderne faschistische Ideologie
Palantir ist ein Tech-Unternehmen im Bereich der künstlichen Intelligenz, welches KI-Systeme für Militär und Geheimdienste entwickelt. Alex Karp, Mitgründer und CEO von Palantir, hat letztes Jahr das Buch „Die technologische Republik: Harte Macht, weiche Überzeugungen und die Zukunft des Westens“ veröffentlicht. Jetzt hat Palantir auf Elon Musks X eine Zusammenfassung in 22 Punkten veröffentlicht, die es in sich hat.
In Punkt 3 kommt die blanke Angst zum Ausdruck, dass immer mehr Menschen das imperialistische System infrage stellen, wenn es heißt: „Die Dekadenz einer Kultur oder Zivilisation – und in der Tat auch ihrer herrschenden Klasse – wird nur dann verziehen, wenn diese Kultur in der Lage ist, Wirtschaftswachstum und Sicherheit für die Bevölkerung zu gewährleisten.“ Und in der Tat versuchen die modernen Faschisten wie Trump zumindest den Eindruck zu erwecken, etwas gegen zu hohe Preise zu tun (während das Gegenteil der Fall ist) oder reale Zugeständnisse zu machen, oftmals zu Lasten der Natur oder der Völker anderer Länder.
KI-Waffen – na klar!
In Punkt 5 wird scheinheilig ausgeführt: „Die Frage ist nicht, ob KI-Waffen gebaut werden; die Frage ist, wer sie bauen wird und zu welchem Zweck.“ Dabei ist Palantir schon längst dabei. Palantir-Systeme dienen dazu, die „Kill-Chain“ (Tötungskette) zu beschleunigen mit abscheulichen Auswirkungen. So trugen sie dazu bei, dass eine Mädchenschule im Iran bombardiert und über 180 Kinder getötet wurden.
Auch die Krise der Religion als Opium des Volkes beunruhigt den Palantir-Chef (Punkt 20): „Der in bestimmten Kreisen vorherrschenden Intoleranz gegenüber religiösen Überzeugungen muss entgegengewirkt werden.“
„Einige Kulturen“ anderen überlegen?
Kaum verhohlen rassistisch wird in Punkt 21 die Überlegenheit von „einigen Kulturen“ gegenüber anderen betont: „Einige Kulturen haben entscheidende Fortschritte hervorgebracht; andere bleiben dysfunktional und rückschrittlich.“ Dysfunktional und rückschrittlich ist heute die gesamte bürgerliche Kultur. Die heutige bürgerliche Kultur dient der Rechtfertigung und allenfalls angenehmen Ausgestaltung der Ausbeutung, der bürgerlichen Herrschaft und der damit verbundenen Lebensverhältnisse.
Wie zur Bestätigung springt Palantir Elon Musk zur Seite: „Die Kultur spottet fast über Musks Interesse an großen Visionen, als ob Milliardäre sich einfach darauf beschränken sollten, sich selbst zu bereichern ….“ Fürwahr – bei Musk sind maßlose Bereicherung und faschistische Allmachtsfantasien aufs engste verquickt.