Rote Fahne 13/2026

Rote Fahne 13/2026

Widersetzen gegen den AfD-Parteitag

Die Bewegung „Widersetzen“ ist ein breites, solidarisches Bündnis mit überparteilichem Charakter und entsprechenden Prinzipien. Formell verantwortlich ist die „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten“ (VVN-BdA).

Von fh
Widersetzen gegen den AfD-Parteitag
Gespräche an der Haustür: Schon immer ein Markenzeichen der MLPD. Bisher bei antifaschistischen Demos eher vernachlässigt, diesmal von "Widersetzen" bewusst organisiert.

„Es gibt keine Neutralität gegenüber dem Faschismus. Wer heute keinen Widerstand leistet, erwacht morgen in einer Diktatur.“ So heißt es auf der Homepage von „Widersetzen“. Die Bewegung ist im Kampf gegen den AfD-Parteitag in Essen vor zwei Jahren entstanden. Hauptmethode war und ist neben Demonstrationen der „zivile Ungehorsam“ – eben „Widersetzen“. In Riesa im Januar 2025 wurde der AfD-Parteitag um Stunden verzögert und im November 2025 in Gießen war der Gründungskongress der AfD-Jugend um die Mittagszeit noch nicht beschlussfähig.

Widerstand besonders herausgefordert

Die nächste Stufe ist Erfurt am 4. Juli, wo bis zu 60 000 Menschen sich dem Parteitag widersetzen werden. Dieser Parteitag fordert ganz besonders zum Widerstand heraus: Erfurt ist die Stadt, wo der Faschisten-Häuptling Björn Höcke Fraktionsvorsitzender im Landtag ist. Und das Datum des Parteitags liegt exakt 100 Jahre nach dem Thüringer Parteitag der NSDAP.

 

Bemerkenswert ist die Hinwendung von Widersetzen zur Überzeugungsarbeit unter der Bevölkerung. In Riesa war das noch ein Schwachpunkt, in Gießen wurden erstmals Haustürgespräche organisiert. Jetzt ist daraus eine Massenbewegung geworden. Bereits im April mit der bundesweiten Konferenz in Erfurt starteten Dutzende Aktivisten die systematisch organisierten Gespräche in den Wohngebieten. Anfang Juni waren bereits 5000 bis 6000 Gespräche geführt – mit guten Erfolgen. Daran beteiligen sich auch die MLPD und der REBELL, die im Stadtteil Rieth die Koordinierung der Gespräche übernommen haben. „Widersetzen“ macht in Erfurt und vielen anderen Städten Stadtversammlungen mit hunderten Teilnehmern.

Zusammenarbeit verschiedener Organisationen

In Erfurt ist zusätzlich ein eigenes, noch breiteres Bündnis entstanden: „Zusammenstehen“. Hier werden die öffentlichen Proteste in der Stadt am 4. Juli koordiniert. So wird es Kundgebungen, Konzerte, Infopoints und Demonstrationen in der gesamten Innenstadt von Erfurt geben. Um 6 Uhr früh startet die erste Demonstration vom Hauptbahnhof zur Messe, wo der AfD-Parteitag stattfindet, um 10 Uhr die zweite.


Bei „Zusammenstehen“ arbeiten unterschied­liche Parteien, Organisationen und Bewegungen zusammen, bis hin zu dem Bündnis „Weltoffenes Thüringen“, in dem auch Monopolkonzerne wie Carl Zeiss Jena vertreten sind. So werden am 4. Juli auch alle Kirchen in der Innenstadt geöffnet sein, als Ruhe- und Schutzräume. Die MLPD hat im Rahmen des Bündnisses die Verantwortung für einen „Hotspot“ übernommen.