Rote Fahne 05/2026
Frankfurt Sozial! – „Wir erfahren große Solidarität und gewinnen neue Kräfte“
Nuran Cakmakli-Kraft (MLPD) kandidiert für das überparteiliche Personenwahlbündnis „Frankfurt Sozial!“ auf Platz vier zur Kommunalwahl am 15. März. Sie begründet, warum es als zukunftsweisende Initiative für eine Kommunalpolitik von unten antritt:
Rote Fahne: Was ist das Neue an „Frankfurt Sozial!“?
Nuran Cakmakli-Kraft: Die Initiative für das Bündnis hat der ehemalige Oberbürgermeister Peter Feldmann ergriffen. Dabei gelang es, Vertreter von Moscheen-Gemeinden, Migranten verschiedenster Herkunft und linke Kräfte bis zur MLPD unter einen Hut zu bringen.
58 Prozent der Einwohner Frankfurts haben einen Migrationshintergrund, was sich in einer bisher nicht gekannten Breite des Bündnisses widerspiegelt. Am internationalen Finanzplatz Frankfurt ist die Schere zwischen Arm und Reich besonders krass.
Worin besteht der bisherige Erfolg?
Wir haben uns auf neun Grundsätze geeinigt. Das Bündnis fühlt sich den Menschen unterschiedlicher Weltanschauungen und Religionen, unabhängig von der nationalen Herkunft gleichberechtigt und solidarisch verpflichtet. Auf gegenseitigen Respekt und Achtung sowie eine solidarische Streitkultur legt es großen Wert.
So gelang es, ein kämpferisches Programm zu beschließen mit sozialen Reformforderungen zu Wohnen, Jugend, Mobilität, Gesundheit und würdigem Leben im Alter in Einheit mit Forderungen gegen Krieg, Rassismus und Faschismus. Wir sind Teil der Proteste für diese Anliegen und wollen deren Sprachrohr im Parlament sein. Unter anderem für „Mieten Stopp“, für fortschrittliche Kultureinrichtungen und den Kampf der Belegschaften bei Opel um Arbeitsplätze. Auch Arbeiterinnen und Arbeiter kandidieren bei uns.
Wie geht ihr mit den ungeheuren Kriminalisierungsversuchen um?
Man will uns wegen angeblicher Fälschung von Unterstützungsunterschriften in Misskredit bringen. Das ist hanebüchen, haben wir doch statt der notwendigen knapp 200 Unterschriften über 700 gesammelt. Viele Betroffene sind sauer, zum Teil auch eingeschüchtert. Wir haben uns gründlich beraten und entschieden, dass wir uns nicht davon den Takt und die Themen diktieren lassen.
Wir erfahren große Solidarität, gewinnen neue Kräfte und das Bündnis stärkt sich dabei.
Wie sieht euer Wahlkampf konkret aus?
Es gibt systematische Hausbesuche, Informationsstände und Pressearbeit. Wir machen im Internet Wahlkampf, bringen 5000 Plakate an und sammeln Spenden. Geplant ist Open-Air-Musik auf der Einkaufsmeile „Zeil“ und wir sind am Internationalen Frauentag dabei. Wir stoßen auf großes Bedürfnis nach solidarischer Selbstorganisation und auf Interesse an Debatten, warum grundlegende gesellschaftliche Veränderungen notwendig sind.
Die Rote Fahne wünscht dem Bündnis viel Erfolg!