Rote Fahne 25/2025

Rote Fahne 25/2025

Das revolutionäre Feuer flackerte auch im „Ländle“

Über 70 Teilnehmer besuchten die abendfüllende Kulturveranstaltung zum Gedenken an 500 Jahre Deutscher Bauernkrieg im Arbeiterbildungszentrum (ABZ) Süd in Stuttgart-Untertürkheim:

Von dem Veranstalter (Pressemitteilung)
Das revolutionäre Feuer flackerte auch im „Ländle“
Schlussszene des Singspiels

Der Referent machte, begleitet von eindrück­lichen Bildern und Liedern, die damaligen Ereignisse lebendig. Der Vortrag gab im ersten Teil einen tiefen Einblick über die gesellschaftlichen Hintergründe und Widersprüche, die 1525/26 zum großen deutschen Bauernkrieg führten. Im zweiten Teil wurden der Verlauf und die Ergebnisse dargestellt.

 

Lokale Bauernaufstände gab es schon lange vor 1525. Die Zeit war mehr als reif für die revolutio­näre Erhebung. Auf dieser Grundlage genügte ein relativ geringer Anlass 1524 im ­badischen Stühlingen, um das revolutionäre Feuer zu entfachen. In wenigen Monaten erfasste es große Teile von Deutschland, die Schweiz, das Elsass und das heutige Österreich. Die Stühlinger ­Gräfin zwang die leibeigenen Bauern, für ihr Gala-Essen Schnecken zu sammeln, während die reife Ernte auf den Feldern verdarb. Die Stimmung der unterdrückten Massen im Land wechselte von: „So kann es nicht mehr weiter gehen“ über: „Es reicht!“ zu: „Jetzt muss etwas passieren!“

Singspiel „1525 – dran, dran, dran!“

Dem Vortrag schloss sich noch eine kulturelle Delikatesse an: Jugendliche des Jugendverbands REBELL aus Baden-Württemberg führten zusammen mit Bosch-Arbeitern ein halbstündiges Singspiel mit dem Titel „1525 – dran, dran, dran!“ auf.

 

Im Zentrum stand die Auseinandersetzung um die zwei Wege: Ob man Vertrauen in die Verhandlungsbereitschaft und Einsicht der Herrschenden setzen soll, wie es Martin Luther wollte – oder sich zum Kampf erheben muss, wofür einer der größten deutschen Revolutionäre, Thomas Müntzer, steht. „Die Enkel fechten‘s besser aus“, heißt es in dem bekannten Lied „Wir sind des Geyers schwarzer Haufen“. Und die Industriearbeiter von heute verkörperte am Schluss die Gesangsgruppe ehemaliger Boschler aus Esslingen.