Rote Fahne 25/2023

Rote Fahne 25/2023

Rote Fahne Magazin: Mit der Weihnachtsmannmütze am Autotor

Die Rote Fahne Redaktion sprach mit Brigitte Ehrensperger aus Duisburg:

Rote Fahne Magazin: Mit der Weihnachtsmannmütze am Autotor
Brigitte Ehrensperger aus Duisburg – seit 1975 verkauft sie regelmäßig die Rote Fahne vor dem Werkstor von Thyssenkrupp als Teil der Arbeit der MLPD dort

Rote Fahne: Hallo Brigitte, was ist das Besondere beim Verkauf der Roten Fahne vor dem Stahlbetrieb?

Brigitte Ehrensperger: Vor sieben Jahren haben wir zu zweit mit dem regelmäßigen 14-tägigen Verkauf des Rote Fahne Magazins am Tor 7 bei TKSE¹ in Duisburg begonnen. Bei TKSE arbeiten alleine 12 000 Leute, die bei anderen Firmen Beschäftigten noch gar nicht mitgerechnet. Wir sagten uns, wir müssen das Rote Fahne Magazin und die MLPD unbedingt breiter bekanntmachen. Durch den bis heute weitgehend praktizierten Medienboykott gegenüber der MLPD oder auch antikommunistisch motivierte Darstellungen wissen doch viele gar nicht, was die MLPD wirklich will. Gleichzeitig interessiert uns natürlich immer die Meinung der Kolleginnen und Kollegen zu den brennenden Fragen der Zeit, ihre Sorgen und Nöte im Betrieb und im ganzen Leben. Ich mache jetzt seit 48 Jahren und immer noch sehr gerne Betriebsverkauf, aber jetzt bei Thyssenkrupp zum ersten Mal an einem Auto­tor.


Wie kommt ihr ins Gespräch und was ist das Erfolgsrezept für euren guten Verkauf?

Wir verkaufen öfter mehrere Exemplare. Es kommt aber schon mal vor, dass man „null verkauft“. Für Probenummern fragen wir nach Spenden. Während an der Zeche mit vielen oft auch nur kurze Wortwechsel möglich sind, wodurch etliche Bekanntschaften und auch Freundschaften entstanden, ist das am Autotor und mit dem Contischicht-System schwieriger.

 

Manchmal triffst du Kolleginnen und Kollegen erst nach Monaten wieder. Und vor allem musst du erst mal schaffen, dass sie mit dem Auto anhalten wollen statt einfach vorbeizufahren. Schließlich wartet schon der Kollege oder die Kollegin drinnen auf die Ablösung und das nächste Auto hat es noch eiliger.

 

Aber es ist wichtig, dass die Kollegen wissen, die MLPD ist immer und zuverlässig da. So war es bei den letzten Tarifrunden-Warnstreiks überhaupt kein Thema, dass wir Rote-Fahne-Verkäufer mit dabei waren. Vertrauen muss wachsen. Wir verteilen auch die MLPD-Flugblätter oder drucken schon mal einen wichtigen Rote-Fahne-News-Artikel zum Verteilen aus. Da halten dann mehr Kollegen an. Wenn ein neues Buch herauskommt, hängen wir uns ein Werbeplakat um, was Interesse weckt. Wir bieten immer auch übrige Exemplare der letzten Ausgaben mit an, sofern vorhanden. So haben sich noch Wochen nach dessen Erscheinen Kollegen für das Themenheft zum Sozialismus interessiert.

 

Zum Jahresende machen wir jetzt wieder eine Werbeaktion für das Rote Fahne Magazin. Übrige Exemplare aus diesem Jahr verpacken wir als Geschenk, wünschen schöne Weihnachtstage und einen guten Rutsch. Viele Kolleginnen und Kollegen freuen sich darüber und geben auch gerne Spenden. Dafür setze ich mir wieder die Weihnachtsmannmütze mit Blinklichtern auf.


Vielen Dank für deinen lebendigen Erfahrungsbericht. Das regt zum Nachahmen an …