Rote Fahne 16/2020

Rote Fahne 16/2020

Antikriegstag 2020

Weltweit werden zwei Billionen US-Dollar für Rüstung ausgegeben. Allen voran treibt der aggressive US-Imperialismus die Rüstungsspirale. Für ihn geht es um die Aufrechterhaltung seiner Vormachtstellung weltweit

Von (fh)
Antikriegstag 2020
Gewerkschaftsfahnen am Antikriegstag in Eisenach, 2018 – Foto: RF

Auch alle neuimperialistischen Mächte China, Russland, Indien, Saudi-Arabien, Iran und gut 30 weitere wollen Happen vom Profitkuchen des Weltmarkts und ihre politischen Einflusssphären ausdehnen. Auch die EU meldet mit Plänen zum Aufbau einer europäischen Armee ihre Ansprüche als Großmacht an. Stellvertreterkriege wie in Libyen, lokale Konflikte wie in Jemen oder die direkte Konfrontation zwischen dem US-Imperialismus und dem neuimperialistischen China im Südchinesischen Meer können schnell der Funke am Pulverfass für einen Weltkrieg werden. Umso wichtiger ist es, den antimilitaristischen Kampf unter der Jugend und den Friedenskampf gegen alle imperialistischen Mächte zu verstärken. August Bebel brachte den Standpunkt der Arbeiterklasse auf den Nenner: „Diesem System keinen Mann und keinen Groschen!“

 

Das mehrere hundert Millionen zählende internationale Industrieproletariat ist international verbunden und Rückgrat eines weltweiten Friedenskampfes. Es ist im Bündnis mit den Milliarden Unterdrückten auf der Welt die Hauptkraft im Kampf gegen den Krieg. Erst der Sturz des Imperialismus wird die Ursachen für imperialistische Kriege beseitigen.

 

Der Kampf um den Weltfrieden ist schon immer auch Teil der Gewerkschaftsbewegung. Im diesjährigen Aufruf verweist der DGB – 75 Jahre nach Ende des II. Weltkriegs – auf den „besonderen Tag der Mahnung und des Erinnerns“: „Mit seinem Überfall auf Polen (am 1. September) riss Nazi-Deutschland 1939 die Welt in den Abgrund eines bestialischen Krieges …“

 

„Nazi-Deutschland“ – das war der deutsche Imperialismus, der zum zweiten Mal im 20. Jahrhundert die gierige Hand nach der Weltherrschaft ausstreckte. Dagegen bildete die sozialistische Sowjetunion mit Stalin an der Spitze die hauptsächliche Gegenkraft bis zur Zerschlagung des Hitler-Faschismus.

 

Der DGB-Aufruf verharmlost aber den imperialistischen Charakter der Bundesregierung. Deutschland ist gegenüber 2019 um einen auf den siebten Platz der weltweiten Rüstungsausgaben vorgerückt und verdient als viertgrößter Rüstungsexporteur am Geschäft mit dem Tod. Rüstung ist Teil imperialistischer Machtpolitik. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer forderte im Dezember 2019 mehr Bundeswehreinsätze im Ausland und die Ausschöpfung des ganzen „Spektrums militärischer Möglichkeiten“. Der DGB-Aufruf bekrittelt dies lediglich als „verantwortungslose Geldverschwendung“ angesichts der Corona-Krise.

 

Bereitet den Antikriegstag – auch als Aktionstag der revolutionären Weltorganisation ICOR – in den Betrieben, Schulen, Lehrwerkstätten und Gewerkschaften vor und beteiligt euch an den Aktivitäten zum 1. September.

 

Heraus zum Antikriegstag 2020: Für Frieden, Freiheit, Sozialismus!