Rote Fahne 25/18

Rote Fahne 25/18

Das Stärkste war die Gemeinschaft

Gemeinsamer Urlaub mit Kur – eine lehrreiche Woche mit bewusster Ernährung, vielseitiger Bewegung und Erholung in anregender Gesellschaft

Von Bochum (Korrespondenz)
Das Stärkste war die Gemeinschaft
Abendstimmung am Plauer See. Foto: RF

Ist das möglich, in nur einer Woche eine Kur zu machen, von der man gesundheitlich profitieren kann? Mit dieser leicht skeptischen Einstellung buchte ich eine Kururlaubswoche im Ferienpark Plauer See.

 

Aus dem Ruhrgebiet reisten wir gemeinsam in den Norden an die Mecklenburgische Seenplatte nach Alt-Schwerin. Bald nach Hamburg erstrahlte das flache Land in herbstlichem Sonnenlicht und weckte Vorfreude: Zimmer mit Balkon, kleiner Küchenzeile, Bademantel, Mineralwasser und Saunanutzung. Insel mit Landschaftsschutzgebiet im Plauer See, absolute Ruhe und klarer Sternenhimmel garantiert.

 

In der gemeinsamen Eingangsbesprechung mit Arzt und Ferienparkleitung wurde klar: Hier hatte ich es hauptsächlich mit Leuten zu tun, die eine Woche lang fasten wollten. Ich gehörte zu einer Minderheit, die Vollwertkost bekam. Einige probierten etwas Neues aus: Intervallfasten. Das ist eine gute Lösung, wenn einem das Heilfasten nicht bekommt. Die ganze Woche wurden Vorträge und Filme zum Thema angeboten. Wir tauschten uns aus über die chronische Volksvergiftung und Fehlernährung in unserer Gesellschaft: „Die Machenschaften der großen Agrar- und Lebensmittelkonzerne sowie der Fast-Food-Ketten zwingen den Massen der Welt, vor allem den Kindern und Jugendlichen, Fehlernährung, auch Unterernährung und Hunger auf. Die Massen werden zu einer Gesundheit und Umwelt schädigenden Steigerung des Fleischkonsums verleitet.“1 Das Heilfasten ist eine gute Möglichkeit, das eigene Immunsystem zu stärken und sich auf eine bewusste Ernährung einzustellen.

 

Morgens ging es los mit Walken durch den Wald in weitem Bogen über die Insel. Im Laufe der Woche brachten viele unserer 20-köpfigen Gruppe ihre sportlichen Erfahrungen ein: beim Wandern um die Insel, als Vorturner beim Dehnen nach dem Laufen, als Yoga-Lehrerin, ortskundiger Tourenleiter beim Fahrradfahren – ob mit oder ohne Elektro-Bikes.

 

Und – wir hatten Glück mit dem Wetter. Meine schönste Radtour führte am Seeufer entlang über Waldwege, auf denen es sich gut fahren ließ, oder auf kleinen Straßen – mal auf, mal ab. In Lenz glitzerte der See im Sonnenlicht, ein Fischer holte seine Netze ein. Weiter ging es auf kleiner Landstraße durch einen herbstlich gelben Lärchenwald nach Malchow, einem Inselstädtchen mit Drehbrücke, historischem Klosterbau und Schiffsanlegestellen. Zurück wieder auf freier Straße und Waldweg nach Alt Schwerin. Hier kann man ein Agrarhistorisches Museum besuchen. Überhaupt hat die Gegend mehr zu bieten, als man in der Einsamkeit dieses Ferienparks vermuten mag.

 

Alle Teilnehmer hatten profitiert und wurden außerdem bestärkt, der Genmanipulation, der massenhaften Vergiftung von Nahrungsmitteln und der Fehlernährung von Milliarden Menschen in ihrem Alltagsleben den Kampf anzusagen. Zum Abschluss feierten wir ein kulturvolles Fest, tanzten bis in die Nacht und waren uns einig: Das Stärkste war die Gemeinschaft – die so manche Schwäche oder auch den Kopfschmerz beim Fasten vergessen ließ.           

 

1 Stefan Engel „Katastrophenalarm! Was tun gegen die mutwillige Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur“, S. 90