Rote Fahne 09/2018
Aus einem Abonnement sollen zwei werden
Im Rote-Fahne-Interview zum Jahresanfang kündigte Gabi Fechtner, die MLPD-Vorsitzende, eine Kampagne an zur Gewinnung von mehr Abonnenten des Rote Fahne Magazins. Ein Gespräch mit dem Leiter der Redaktion
Wie sehen die Ziele der Kampagne aus?
Wir haben im Zentralkomitee beraten, dass es möglich ist, unsere Abonnentenzahlen zu verdoppeln. Das steht im Zusammenhang mit dem Gesamtjahr, in dem wir alle unsere Beziehungen unter den Massen festigen und ausbauen wollen. Unsere Parteigruppen haben begonnen, über ihre Gruppenziele zu beraten. Der Grundsatz ist, dass jede Gruppe alle ihre Kontakte systematisch auf ein Abonnement anspricht und sie gewinnt. Viele unserer Wohngebietsgruppen haben freundschaftliche Beziehungen zu Kiosken, Läden und Buden. Sie wollen wir gewinnen als Verkaufsstellen des Magazins. Außerdem empfehlen wir jeder Gruppe mindestens einen breiten Werbeeinsatz in ihrem Einflussgebiet. Dabei kann eine große Zahl von Magazinen gegen Spenden unter die Leute gebracht und für Abos geworben werden. Dafür gibt es auch einen Sonderpreis von einem Euro pro Exemplar.
Öfter hört man, ich lese Rote Fahne News im Internet, das reicht mir …
Natürlich ist es gut, sich jeden Tag einen schnellen Überblick aus revolutionärer Sicht auf unserem Nachrichtenportal rf-news.de zu verschaffen. Aber das ersetzt nicht die fundiert erarbeiteten Themenhefte des Magazins – sie haben bleibenden Wert. Wir haben inzwischen mindestens zwei Ausgaben zur rassistischen, ultrareaktionären und in Teilen faschistoiden AfD herausgegeben. Darin erhalten die Leser Informationen, Hintergründe und Perspektiven und vor allem Korrespondenzen von der Basis und kompetenten Gesprächspartnern. Ähnliches gilt für die Ausgaben zur Wohnungsfrage, zum Gesundheitswesen sowie zu wichtigen Entwicklungen in den Konzernbelegschaften oder international. Gerade was die Berichte und Korrespondenzen aus Betrieb und Gewerkschaft angeht, ist unser Magazin sicher einzigartig in Deutschland.
Das alles kann man selbst mit vielen, vielen Stunden Recherche im Internet niemals individuell zusammentragen. Vieles findet man überhaupt nicht im Internet. Wir haben über die MLPD und deren ICOR-Mitgliedschaft Verbindungen zu revolutionären und fortschrittlichen Parteien, Organisationen und Menschen auf der ganzen Welt. Nur bei uns wird der Marxismus-Leninismus, also die systematisierten Erfahrungen der revolutionären Arbeiterbewegung, schöpferisch angewandt – um die Dinge tiefer zu beleuchten. Kurz: Gegen Fake News der Herrschenden und für Durchblick in unseren komplexen Zeiten reichen Rote Fahne News und das Internet nicht aus.
Was bedeutet das für die Redaktion?
Wir wollen keine normale Zeitungsredaktion sein, die nur ein Magazin erstellt. Vielmehr wollen wir auch Verantwortung für den Vertrieb und die Verbreitung übernehmen. Da müssen wir noch einiges zulegen. Es geht also nicht nur um mehr Abonnenten, sondern auch um eine Selbstveränderung der Redaktion.
Wir hoffen, künftig mehr von dieser Kampagne zu hören.
Das kann ich auf jeden Fall versprechen. Einmal im Monat wollen wir über den Verlauf berichten und einen Wettbewerb zwischen den Landesverbänden der MLPD organisieren. Es gäbe noch viel zu erzählen, aber dazu demnächst mehr. Wir freuen uns dazu auch über Erfahrungsberichte, Hinweise und Kritiken.