Rote Fahne 05/2018

Rote Fahne 05/2018

Kämpferische Betriebsräte statt Co-Manager

Vom 1. März bis 31. März finden in rund 28.000 Betrieben Deutschlands Betriebswahlen statt

Von nd
Kämpferische Betriebsräte statt Co-Manager
Betriebsratswahl – demokratisches Recht im Betrieb, das genutzt werden will (Foto: pxhere.com)

Die Betriebsräte werden für vier Jahre von den Beschäftigten gewählt. In vielen kleineren Betrieben werden ihre Rechte attackiert. Aber auch in Konzernen wie bei H&M muss selbst für minimale demokratische Rechte gekämpft werden. In den großen Konzernen wird eine Klassenzusammenarbeitspolitik vor allem mit den Betriebsratsspitzen von der Geschäftsleitung gefördert. Sie werden hofiert und zum Teil auch bestochen oder mit Privilegien geködert, wie VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh, der in einem Jahr bis zu 750.000 Euro „verdiente“. Umso wichtiger ist es, solche Kandidatinnen und Kandidaten zu wählen, die eine kämpferische Richtung und Arbeiterstandpunkte repräsentieren.

 

Wir dokumentieren aus dem Flugblatt Nr. 86 von OFFENSIV – Initiative für eine kämpferische gewerkschaftliche Betriebsratsarbeit bei Opel in Bochum: „Eine Persönlichkeitswahl und eine (in Urwahl durch alle Mitglieder aufgestellte) IG-Metall-Reserveliste zur Absicherung, falls doch jemand eine Liste einreicht – DAS wäre Demokratie. DAS ist es auch, was die Kolleginnen und Kollegen wollen. … Genau deshalb haben auch mehrere Vertrauensleute in einem offenen Brief an die IG Metall eine solche Urwahl eingefordert.“ Das demokratische Vorgehen wurde jedoch von führenden IG-Metall-Betriebsräten durchkreuzt. Daraufhin reichten auch die „OFFENSIV“-Kollegen ihre Liste ein.

 

Prinzipien, wie sie sich die OFFENSIV-Betriebsräte geben, sind sehr zu begrüßen. Wir dokumentieren von ihrer Website:

 

1. Betriebsräte gehören an die Basis. Um einem Abheben entgegenzuwirken, werden unsere OFFENSIV-Betriebsräte eine vollständige Freistellung ablehnen und einen Teil ihrer Arbeitszeit in der Produktion arbeiten.

 

2. Keine Mauscheleien und Geheimratspolitik mit der Geschäftsleitung! Grundsätzlich keine wichtigen Beschlüsse im Betriebsrat ohne vollständige Information und ausreichende Zeit zur Diskussion in der Belegschaft.

 

3. Wir lehnen jegliche Vergünstigungen und Privilegien zur persönlichen Bereicherung ab. Wir sind unbestechlich und nehmen keine Sonderzahlungen an. … Pöstchenjäger und wer nur seine eigene Haut retten und weg von der Arbeit will, haben im Betriebsrat nichts zu suchen!

 

4. Für eine offene und ehrliche Diskussion mit sachlichen Argumenten. „Einheit im Betriebsrat“ ist kein Wert an sich. Einheit in wessen Interesse? Das Klima wird nicht durch unterschiedliche Auffassungen versaut, sondern durch Diffamierung von Personen. Wir werden jegliche Verleumdungen und unsachliche Behauptungen gegen unsere Betriebsräte und andere Kollegen entschieden zurückweisen.

 

5. Wir werden gegenüber der Belegschaft regelmäßig Rechenschaft über unsere Betriebsratsarbeit ablegen. …

 

6. Wir verpflichten uns, den Kampf der Belegschaft in allen ihren Anliegen zu fördern und zu unterstützen und arbeiten dazu aktiv in der IG Metall.