Alle Nachrichten vor drei Tagen
Prosfygika ist in Athen seit Jahren ein gemeinsamer Lebens- und Kampfraum für Migrant*innen, Internationalist*innen und revolutionär-demokratische Kräfte, die sich gegen staatlichen Druck, Räumungsangriffe und Spekulationsprojekte wehren.
Die RF-Redaktion zum Hintergrund: Die selbstverwaltete Nachbarschaft Prosfygika besteht seit über 16 Jahren im Zentrum Athens. In acht historischen Gebäuden leben und organisieren sich Menschen aus mehr als 27 Nationalitäten gemeinschaftlich. Durch selbstorganisierte Strukturen wie eine Bäckerei, Gesundheitsstruktur, Frauen*organisierung und Kinderbetreuung entstand ein einzigartiges Modell kollektiver Fürsorge, solidarischen Zusammenlebens und Widerstands gegen neoliberale Verdrängungspolitiken und die Ausgrenzung marginalisierter Gruppen. Jetzt wird die Nachbarschaft akut von Räumung bedroht, weil die Regionalverwaltung Attikas Pläne zur „Neuentwicklung“ (redevelopment) des Geländes verfolgen will. RF-News berichtete bereits mehrfach, zuletzt hier, hier und hier.
Mit seiner Kultur der Solidarität, des kollektiven Lebens und des Widerstands hat sich Prosfygika heute zu einem der wichtigsten Zentren der Selbstorganisation und des Kampfes in Europa entwickelt.
Die Prosfygika-Aktivisten Aristotelis Chantzis und Suzon Doppagne, die an vorderster Front dieses Widerstands stehen, befinden sich im Hungerstreik, um die Rücknahme der Räumungspläne und den Erhalt von Prosfygika zu fordern. Aristotelis Chantzis befindet sich seit dem 5. Februar im Hungerstreik, Suzon Doppagne hat sich am 1. Mai dem Streik angeschlossen und diesen gerechten Kampf verstärkt.
Der Gesundheitszustand von Aristotelis Chantzis hat am 22.06.2026 einen kritischen Punkt erreicht. Nach monatelangem Hungerstreik wurde er aufgrund der Verschlechterung seines Gesundheitszustands ins Krankenhaus eingeliefert. Diese Entwicklung zeigt nicht nur, dass das Leben eines Widerstandskämpfers in Gefahr ist, sondern auch, welchen Punkt die Angriffe des griechischen Staates auf Prosfygika und das Aufzwingen einer ausweglosen Situation erreicht haben. Die Verantwortung für alle möglichen negativen Folgen für Aristotelis’ Leben liegt bei den staatlichen Behörden, die die Forderungen der Hungerstreikenden ignorieren und an ihrer Räumungspolitik festhalten.
Der Widerstand von Aristotelis und Suzon ist nicht nur ein Kampf zur Verteidigung von Prosfygika. Dieser Widerstand ist die Verteidigung des Rechts auf Unterkunft, des kollektiven Lebens, der Solidarität der Völker sowie der Lebensräume von Migrant*innen, Armen und allen, die kämpfen. Der Kampf, der heute in Prosfygika geführt wird, ist eine gemeinsame Widerstandsbasis gegen den zunehmenden Druck, die Räumungen, die Ausgrenzung und die Profitorientierung, die überall in Europa zunehmen.
In dieser kritischen Phase, in der Aristotelis ins Krankenhaus eingeliefert wurde, würde Schweigen bedeuten, sich an diesen Angriffen mitschuldig zu machen. Es ist eine dringende Aufgabe, die Solidarität zu stärken, die Stimme des Widerstands überallhin zu tragen, wo wir uns befinden, und die Repressionspolitik des griechischen Staates anzuprangern.
Wir rufen alle revolutionär-demokratische Organisationen, Kräfte der Arbeiterbewegung und der Demokratie, Migrantenorganisationen und die sensibilisierte Öffentlichkeit dazu auf, überall dort, wo sie sich befinden, sofortige Solidaritätsaktionen zu organisieren, Erklärungen abzugeben, sich hinter den Widerstand von Prosfygika zu stellen und ihre Stimme zu erheben, damit die Forderungen der Hungerstreikenden unverzüglich erfüllt werden.
Aristotelis ist nicht allein!
Suzon ist nicht allein!
Prosfygika ist nicht allein!
Entweder wir gewinnen oder wir gewinnen!
Es lebe die internationale Solidarität!
Franki Raffles (1955 bis 1994) war eine britische Fotografin, die in ihren sozialdokumentarischen Arbeiten die Lebensrealitäten von Frauen von den 1970er- bis frühen 1990er-Jahren in den Vordergrund stellte.
Ihre Fotografien, die häufig von Interviews mit den Porträtierten begleitet wurden, setzen sich mit dem unterschiedlichen Arbeitsalltag von Frauen in Schottland, in Teilen der früheren Sowjetunion (Russland, Georgien und Ukraine), in China, Simbabwe, in der Karibik sowie in Israel und Palästina auseinander. Mit ihren über 40.000 Aufnahmen, die bis zu ihrem frühen Tod 1994 entstanden sind, wollte Raffles als Aktivistin mit Kamera ihre Beobachtungen von sozialen und geschlechtsspezifischen Ungleichheiten mit einem Aufruf nach globaler Solidarität verbinden.
Raffles wurde 1955 geboren und verbrachte ihre Kindheit in London. Von 1973 bis 1977 studierte sie Philosophie an der University of St Andrews, wo sie sich erstmals in der Frauenbewegung engagierte. Sie entwickelte eine Arbeitsweise, die Traditionen der sozialdokumentarischen Fotografie mit feministischen Perspektiven verband. Ihr Nachlass ist nun erstmals in einer großen Einzelausstellung in Deutschland zu sehen.
AUSSTELLUNG FRANKI RAFFLES.
PHOTOGRAPHY, ACTIVISM, CAMPAIGN WORKS
Ort: MUSEUM DER ARBEIT Hamburg
06.06. – 06.09.2026
Hier der Link zur sehenswerte Ausstellung im Museum der Arbeit, Hamburg
Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen! Die AfD Gelsenkirchen hat mit einem in entwürdigender Art gedrehten Video, indem sie Menschen mit scheinbarem Migrationshintergrund für unsaubere Straßen verantwortlich macht und zum Putzen nötigt, bundesweit für Empörung gesorgt. Wir dokumentieren die Pressemitteilung von AUF Gelsenkirchen zur Sache in Auszügen:
Jan Specht, Stadtverordneter für AUF Gelsenkirchen, reagierte sofort in der Ratssitzung am 21.5.2026. Er warf die Frage auf, dass derart menschenverachtende Aktionen den Anfangsverdacht für den Straftatbestand der Volksverhetzung darstellen. Es ist genau richtig, dass inzwischen die Staatsanwaltschaft dem nachgeht. Solche an Anstachlung zu faschistischen Pogromen grenzenden Aussagen müssen geächtet und unterbunden werden, das mahnt auch die bedrohliche Lage in Belfast. Aussagen von der Landtagsabgeordneten E. Seli-Zacharias wie „Diese Roma-Dörfer müssen hier weg. (...) Blutsauger unseres Sozialstaates können alternativ gerne ins Münsterland ziehen“, sind unerträglich. In unserer Stadt leben über 130 Nationen zusammen, darunter sind viele Roma und Sinti, zum Teil schon über 30 Jahre.
Es ist eine Schande für unsere Stadt, wenn N. Emmerich als stellvertretender Bürgermeister die menschenverachtenden Aktionen gegen Kritik des Stadtdechanten Markus Pottbäcker verteidigt. Er hat sich aus unserer Sicht damit als für sein Amt untragbar erwiesen und repräsentiert nicht die Stadt Gelsenkirchen, sondern schädigt ihr Ansehen bis hinein in bundesweite Kreise. Unvergessen ist das Entsetzen auf vielen Gesichtern, als er im Dezember 2025 im Rat mit drei Stimmen über die der AfD hinaus gewählt wurde. Jetzt zeigt sich, wie kritisch es ist, wenn AfD’ler solche Positionen innehaben. AUF ist für die Abwahl von N. Emmerich als 2. stellvertretenden Bürgermeister und von E. Seli-Zacharias als Ausschussvorsitzende. (…)
Unsere volle Solidarität gehört Probst Markus Pottbäcker, Pastor Bernd Steinrötter, allen von der Diskriminierung Betroffenen und allen, die jetzt Flagge zeigen. AUF Gelsenkirchen tritt dafür ein, dass die Zusammenarbeit mit den Religionsgemeinschaften gegen Faschismus, Rassismus und Antiziganismus gestärkt wird.
Unsere Stadt muss sich von Politikern, die rassistische, faschistische Inhalte verbreiten und gegen die Menschenwürde verstoßen, distanzieren. Sie gehören aus ihren Ämtern entfernt, das betrifft nach Auffassung von AUF Gelsenkirchen im Falle von E. Seli-Zacharias auch ihre Funktion im Landtag.
Dass die AfD ihre Putzaktion rein zufällig gewählt hat, kann man ihr kaum abnehmen. Im Jahr 1938 lebten in Wien 170.000 Juden, die unter Gewalt, Hass und Unterdrückung durch die Nationalsozialisten litten. Damals wurden jüdische Frauen und Männer gezwungen, per Hand die Straße zu scheuern, beaufsichtigt von der Hitlerjugend. Die rassistischen Aktionen der AfD werden in unserer Stadt kein Müllproblem jemals lösen, ist sich Jan Specht sicher, sie werden die Spaltung in der Gesellschaft gefährlich vertiefen.
Gut, wenn sich jetzt eine Mehrheit formiert, die Strafverfolgung für das rassistische Video und Abwahl fordert. AUF Gelsenkirchen wird dieses Anliegen unterstützen, in unserem Programm zur Wahl haben wir unmissverständlich ausgeführt: „Wer die AfD wählt, wählt Faschismus!“
„Alle zusammen gegen Faschismus“, dafür protestierte AUF mit demokratischen Kräften gegen den Wiedereinzug der AfD in den Stadtrat und am 1. Mai. Der Parteitag der AfD in Erfurt am 3./4. Juli ist für viele Anlass, auch dort den breiten Widerstand zu stärken.
Die jüngste Berichterstattung von Bayerischem Rundfunk und Tagesschau mit dem reißerischen Titel „Stalin, Mao, Hamas – Was in der Linksjugend sagbar ist“ (17. Juni 2026) über die Linksjugend [’solid] ist keine seriöse Recherche, sondern eine klassische antikommunistische Hetzkampagne.
Es wird mit gezielten Zitaten aus internen Chats und Foren gearbeitet. Das Ziel ist klar: Alle, die sich offen zum Sozialismus bekennen, sollen mundtot gemacht und als „Stalinisten“, „Maoisten“ oder „Hamas-Versteher“ gebrandmarkt werden. Solche Methoden kennen wir zur Genüge – sie dienen der Disziplinierung fortschrittlicher und sozialistischer Kräfte und der Verteidigung des herrschenden kapitalistischen Systems.
MLPD und REBELL erklären ausdrücklich ihre Solidarität mit allen Mitgliedern und Funktionären der Linksjugend, die sich nicht dem antikommunistischen Mainstream unterwerfen und offen für den Sozialismus eintreten. Es ist bemerkenswert und erfreulich, dass es in der Linksjugend Genossinnen und Genossen gibt, die Stalin und Mao nicht als „Verbrecher“ aburteilen, wie es der antikommunistische Chor verlangt. Das ist keine Schande – im Gegenteil. Es ist ein Zeichen von Widerstand gegen die jahrzehntelange Geschichtsfälschung und die Diktatur des Antikommunismus.
Selbstverständlich müssen neben den großen Errungenschaften und Siegen auch die Probleme, Fehler bis zu Vebrechen in der Zeit des sozialistischen Aufbaus der UdSSR weiter aufgearbeitet werden, wie es die MLPD macht. Aber die antikommunistische Hetze, die daraus eine totale Verdammung des gesamten sozialistischen Aufbaus macht, ist geschichtsklitternd und reaktionär. Sie soll nur dazu dienen, den Kapitalismus als „alternativlos“ darzustellen und jede revolutionäre Tradition zu diskreditieren.
Mao Zedong hatte sogar gerade aus Fehlern und Versäumnissen im sozialistischen Aufbau Lehren gezogen. Mit der Betonung des weltanschaulichen Kampfes, der Großen Proletarischen Kulturrevolution und der fortgesetzten Revolution unter der Diktatur des Proletariats hat er einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung des Marxismus-Leninismus geleistet – und sich entschieden gegen den Verrat am Sozialismus und die Restauration des Kapitalismus zur Wehr gesetzt.
Es ist auch deshalb kritikwürdig, wenn in manchen zitierten Veröffentlichungen Erich Honecker glorifiziert wird, der für den Verrat am Sozialismus unter Beibehaltung sozialistischer Worthülsen stand.
Richtig ist auch die Solidarität mit dem palästinensischen Befreiungskampf. Der Kampf gegen die israelische Besatzung, Apartheid und Völkermord ist gerecht. Aber Solidarität mit dem palästinensischen Volk bedeutet nicht, sich auf die Seite der Hamas zu stellen. Die Hamas ist eine reaktionäre, faschistische Organisation, die den Befreiungskampf in religiös-fundamentalistische Bahnen lenken will. Sie ist kein Verbündeter des Befreiungskampfs oder des Sozialismus. Hier muss eine klare Trennlinie gezogen werden – zwischen gerechtem Widerstand und faschistischer Ideologie. Wo dieser Unterschied nicht beachtet wurde, wäre Selbstkritik nötig.
Besonders übel ist es, wie Teile der Linkspartei selbst unsolidarisch und distanzierend auftreten. Statt die Hetzkampagne entschieden zurückzuweisen und zu differenzieren, reagieren sie mit schnellen Distanzierungen und internen Disziplinierungsmaßnahmen. Heidi Reichnineck erklärte: „Stalinismus und Antisemitismus haben keinen Platz in unserer Partei, das muss auch für einen unabhängigen Jugendverband gelten.“ Aber seit wann ist ein positiver Bezug auf Stalin „Stalinismus“? Der Begriff „Stalinismus“ ist – genau wie „Maoismus“ – ein rein antikommunistischer Kampfbegriff. Stalin war zudem ein entschiedener Gegner des Antisemitismus. Wie kann man beides derart willkürlich miteinander in Verbindung bringen? Solche Methoden sollten im sachlichen Diskurs der linken Bewegung keinen Platz haben.
Das schwächt die gesamte Linke und spielt den Feinden des Sozialismus in die Hände. Wer heute vor dem antikommunistischen Druck einknickt, wird morgen noch größere Zugeständnisse machen müssen. Selbst wenn er heute in vielem politisch fortschrittliche Positionen ennimmt.
Die MLPD steht fest an der Seite aller, die sich nicht einschüchtern lassen. Die Verteidigung der revolutionären Traditionen ist kein Makel – sie ist notwendig für den Kampf gegen Imperialismus, Faschismus und Kapitalismus. Die Hetzkampagne zeigt eines: Die herrschende Klasse fürchtet den Sozialismus wie der Teufel das Weihwasser. Und dass so allergisch darauf reagiert wird, zeigt auch: Der Sozialismus ist besonders unter der rebellierenden Jugend im Kommen. Er wird sich durch solche Kampagnen nicht aufhalten lassen.
Gib Antikommunismus keine Chance!
Für eine starke sozialistische Jugendbewegung!
In ihrem „Regierungsprogramm“ für Sachsen-Anhalt versucht die AfD, den Spieß umzudrehen. Die ganze Kritik würde ihr nur entgegenschlagen, weil sie für völlig vernünftige Dinge einstünde.
In ihrem „Regierungsprogramm“ für Sachsen-Anhalt versucht die AfD, den Spieß umzudrehen. Die ganze Kritik würde ihr nur entgegenschlagen, weil sie für völlig vernünftige Dinge einstünde. Sie schreibt: „Wenn wir nicht einverstanden damit sind, dass unsere Steuern für die Rundumversorgung von Wohlstandsflüchtlingen verpulvert ... werden, während die Schlaglöcher in unseren Straßen immer größer werden, nennen sie uns 'egoistisch'".
Was sagen die Fakten? 24,8 Milliarden Euro hat Deutschland schätzungsweise 2025 alles in allem für geflüchtete Menschen ausgegeben. 704 Milliarden Euro haben ausländische Arbeitskräfte 2024 zur deutschen Wirtschaftsleistung beigetragen. Also mal ganz davon abgesehen, dass es bei Flüchtlingen um menschliche Schicksale und nicht um Euro geht, ist es eine riesige Lüge, dass Migration ein Kostenfaktor wäre. Schlaglöcher, leere Kassen bei den Kommunen, kaputte Schulen, arme Rentner – dafür kann kein einziger Flüchtling etwas. Der ganze Reichtum in Deutschland wird schlicht immer krasser in die Taschen der größten Konzerne und Banken umverteilt! 320 Milliarden Euro Subventionen und Steuererleichterungen in 2025. Während also die Monopole sich die "Rundumversorgung" aus unseren Steuergeldern organisieren, hetzt die AfD gegen Flüchtlinge. Ein erbärmliches Ablenkungsmanöver!