Briefwechsel

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Zum gestrigen Leserbrief zur Geringschätzung der Industriearbeiterinnen beim Frauenpolitischen Ratschlag

Wir stimmen der Kritik von Jupp Eicker zu, dass in der Werbung für den Frauenpolitischen Ratschlag die Industriearbeiterinnen zu kurz kommen.

Frauenbereich der MLPD

Hier der Leserbrief von Jupp Eicker vom 4. November. 

 

Die Rolle von Arbeiterinnen, der proletarischen Frauenbewegung als Rückgrat der kämpferischen Frauenbewegung wurde hier bisher gering geschätzt, das ist eine Wirkung der kleinbürgerlich-feministischen Denkweise. Bei den Septemberstreiks und Kampftagen waren viele kämpferische, gestandene und junge Arbeiterinnen vorne dran. Ein Drittel der Industriebeschäftigten sind Frauen, deren Ausbeutung und Unterdrückung durch den Generalangriff von Monopolen und Staat besonders verschärft wird.

 

Bei Werksschließungen und Arbeitsplatzvernichtungen im Automobil- und Stahlbereich wird die Lebensgrundlage tausender Familien und die Zukunft der Jugend angegriffen. Die Erfahrungen von Arbeiterinnen in „Männerberufen“, mit der doppelten Ausbeutung und ihre Rolle in gewerkschaftlichen und selbständigen Streiks muss und wird in den Frauenpolitischen Ratschlag eingehen.

 

Arbeiterinnen und Gewerkschafterinnen eines chinesischen Batterieherstellers in Thüringen bereiten ein Impulsreferat für Block 1 vor – dort ist die Hälfte der Belegschaft weiblich. Verdi-Frauen und Joly Talugder, gewerkschaftliche Organizerin in Bangladesch, halten ein gemeinsames Impulsreferat in Block 3.

 

Der Artikel „Windeln, Werkbank, Wonderwomen – raus aus dem alltäglichen Wahnsinn“ ging vor allem auf die Beschäftigten in der Pflege ein. Krankenschwestern und -Pfleger in zunehmend industriell geführten und profitorientierten Krankenhauskonzernen sind allerdings auch Teil der Arbeiterklasse. Der Frauenpolitische Ratschlag reduziert die „Werkbank“ nicht auf die Industriearbeiterinnen.