Metalltarifrunde

Metalltarifrunde

Warnstreikwelle rollt an

Nach dem provokativen Minus-Lohnangebot der Metallverbände in der 2. Verhandlungsrunde rief die IG Metall zu Arbeitsniederlegungen in Form von Warnstreiks auf. Damit kommt sie der Wut und der Erkenntnis der Metallerinnen und Metaller nach, dass es Streiks braucht, um die ohnehin zu niedrige Forderung nach fünf Prozent mehr Lohn und höhere Ausbildungsvergütung voll durchzusetzen.

Von wb

Den Anfang machten unmittelbar nach Ablauf der Friedenspflicht am 1. November Warnstreiks beim Weißblechhersteller Thyssenkrupp Rasselstein in Andernach (Rheinland-Pfalz), dem Mobilfunkzulieferer RF 360 Europe/Qualcomm in München und dem Automobilzulieferer KSM Castings in Hildesheim. (1)

 

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Zu Warnstreiks und Demonstrationen in dieser Woche aufgerufen sind zahlreiche Belegschaften in der Metall-, Elektro und Automobilindustrie in ganz Deutschland. Allein in Bayern sollen 34 Betriebe bestreikt werden. Erwartungsgemäß empörten sich die Metallverbände über die gar nicht „lieben Mitarbeiter“ und ihre Gewerkschaft und warfen dieser vor, dass sie „aus organisationspolitischen Gründen unnötigen Schaden an(richten)", so Oliver Zander. (2)

 

 

Dabei ist es doch gerade andersherum. Die Metaller streiken, weil sie nur so ihrem finanziellen „Schaden“ entgegentreten können, den die Preissteigerungen der Monopole und die staatlichen Kürzungsmaßnahmen anrichten, sowie dem „existenziellen Schaden“ durch die Personalkahlschlagspolitik der Konzerne. Viele Kolleginnen und Kollegen sind angesichts des Generalangriffs von Konzernen und Regierung zur Erkenntnis gekommen, dass "wir auch härter kämpfen und streiken müssen“. Dazu haben die Kleinarbeit der MLPD und ihrer Betriebsgruppen unter der Losung „Mitbestimmung durch Streik“ und das gewonnene, kämpferische Selbstbewusstsein beim Autoaktionstag am 21. September und dem DGB-Aktionstag am 26. September beigetragen.

 

Deshalb gibt es auch Kritik, dass die IG-Metall-Führung nicht sofort und konsequent die gewerkschaftliche Kampfkraft einsetzen will. So wenn Warnstreiks nur kurz, auf einzelne Werke oder gar Werkteile beschränkt werden sollen. Statt enttäuscht darüber zu sein und „erst gar nicht rauszugehen“ kommt es darauf an, dass die Kollegen und Vertrauensleute ihre IG Metall zur Kampforganisation machen. Denn die Metaller brauchen auch Streikerfahrungen für ihren Kampf um jeden Arbeits- und Ausbildungsplatz, für die 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich – statt einem Zurück zur 40 Stunde-Woche, sowie im Kampf gegen die arbeiter- und volksfeindliche Politik der Regierung.

 

Siehe auch: Provokation von Gesamtmetall - Jetzt: Konsequente Streiks und Vorbereitung der Urabstimmung für einen Flächenstreik