Rüsselsheim und Schweinfurt

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Warnstreiks der IG Metall: „Heute ist kein Arbeitstag – heute ist Kampftag!“

Das war eine oft gerufene Parole beim Warnstreik der IG Metall bei Opel/Stellantis in Rüsselsheim am Mittwoch, 4. November. Ab etwa 11 Uhr trafen sich mehrere Demos, von Kollegen aus dem Werk, der Verwaltung und der Azubis.

Korrespondenzen
Warnstreiks der IG Metall: „Heute ist kein Arbeitstag – heute ist Kampftag!“
Kämpferische Azubis beim Sternmarsch in Schweinfurt (Foto: RF)

Mindestens 1500 Kolleginnen und Kollegen und eine Delegation des Zulieferbetriebes Hoermann aus dem benachbarten Gustavsburg versammelten sich vor dem Tor 60 zu einer kämpferischen Kundgebung. Viele selbst gestaltete Transparente, IG-Metall-Fahnen und die MLPD/ICOR-Fahne wehten im kalten Wind über den Teilnehmenden. Kämpferische Redebeiträge lehnten die Provokation des Kapitalistenverbands ab und unterstützten die 5-Prozent-Lohnforderung. Besonders der große Azubi-Block skandierte zusammen mit den anderen Kollegen: „Bundesweit streikbereit!“

 

In mehreren kurzen Gesprächen wurde deutlich, dass die Kolleginnen und Kollegen für Streiks zur vollen Durchsetzung der 5 Prozent sind. Wir verteilten rund 260 Flyer "Streik aktuell" Nr. 1, verkauften das Rote Fahne-Magazin und boten den RW 40 an. Leider konnte noch kein Buch verkauft werden.

 

Die Stimmung uns gegenüber war offen, ein junger Azubi meinte: "Ihr habt ja ne tolle Fahne dabei!" Ein anderer Kollege meinte: „Sehr gut, dass ihr dieses Flugblatt verteilt, das ist eine klare Aussage ohne Wisch-Wasch!“ Am Schluss der Kundgebung stellte der IG-Metall-Sprecher die Frage: "Seid ihr bereit, nächste Woche wieder hier am Tor 60 zu stehen?" Dazu gab es dröhnende Zustimmung samt Trommel-Untermalung. Es wurde ein 24-Stunden-Streik angekündigt, wenn bei den nächsten Verhandlungen wieder nichts Vernünftiges rauskommt – ebenfalls Riesenapplaus aller Versammelten!

Schweinfurt: Viel Klärungsbedarf und neue Gründe für die Beteiligung am Kampf

Noch vor dem Warnstreik gab es eine Betriebsratsinfo bei Schaeffler über den Angriff auf die Arbeitsplätze und die geplanten Werkschließungen. In Schweinfurt wurden schon über 670 Arbeitsplätze vernichtet. Mit den neuen Plänen kämen 79 hinzu. Für einen Teil der Kolleginnen und Kollegen ein weiterer Grund, sich am Warnstreik zu beteiligen. Aber bei anderen verstärkt es auch die Angst um den Arbeitsplatz.


Gut 2.000 Kolleginnen und Kollegen versammelten sich mit einen Sternmarsch am Rande der Innenstadt zur Kundgebung. Die Forderung nach 24-Stunden-Streik und Urabstimmung gegen das provokante Angebot wurde von einer breiten Mehrheit unterstützt. Bei kämpferischen Tönen in den Reden gab es unterstützenden Applaus. Kritisch wurden Aussagen gesehen, die auf eine Einigung in den Verhandlungen setzten. Teilweise wurde auch kritisiert, dass selbst die volle Durchsetzung der Forderung nicht reicht, besonders wenn man die Angriffe der Regierung mit einbezieht. Diese müssten eine größere Rolle bei den Aktionen einnehmen.


Die Auszubildenden waren wieder mit vorne dran. Besonders herausgefordert durch die vom Unternehmerverband geplante Nullrunde. Es gab nur wenige selbstgeschriebene Schilder, die MLPD trat mit dem Plakat „Mitbestimmung durch Streik“ in Erscheinung. Das Flugblatt "Tarif aktuell" wurde gut genommen. Es gab viele Diskussionen über unterschiedliche Themen wie die Angriffe bei Schaeffler oder die Wahlen in den USA. Es herrscht viel Klärungsbedarf und eine Kollegin kaufte sich deshalb das neue Buch zur Lehre von der Denkweise.