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Umweltnotstand in Lateinamerika fordert Widerstand heraus

„Entweder stirbt der Kapitalismus oder die Mutter Erde“, brachte es Boliviens ehemaliger Präsident Evo Morales bereits 2010 auf den Punkt.

Korrespondenz aus Bremen
Umweltnotstand in Lateinamerika fordert Widerstand heraus
Verbreitete Dürre in Lateinamerika

Es ist heute ein Grundprinzip des Kapitalismus, Mensch und Natur auszubeuten, um die Maximalprofite zu erzielen. In dem Buch „Die Umweltkatastrophe hat begonnen!“ wies die MLPD nach, dass heute nur noch Maximalprofite erzielt werden können, indem die natürlichen Lebensgrundlagen zerstört werden. Seitdem hat sich der zerstörerische Prozess einer globalen Umweltkatastrophe weiter entwickelt.

 

In Lateinamerika zeigt sich besonders drastisch, welche Auswüchse das hat. In Bolivien wurde nun der nationale Notstand ausgerufen, um Finanzmittel und Rettungskräfte für die Folgen des erwarteten, besonders heftigen Klimaphänomens El Niño bereitzustellen.¹ Bereits jetzt sind heftige Dürren, Starkregen und Überschwemmungen die Folge. 78.000 Familien sind betroffen, 75.000 Rinder bereits verendet. Das hat dramatische Auswirkungen auf das Leben vor allem der Kleinbauern.

 

In Kolumbien wurde bereits der Katastrophenfall ausgerufen. Weitere Auswirkungen des El Niño sind die Zunahme von Waldbränden, Ernteausfälle und Einschränkungen bei der Trinkwasserversorgung und Energieversorgung.²

 

Die Bundesregierung plant, LNG-Gas aus Argentinien zu beziehen, mit drastischen negativen Auswirkungen auf das Ökosystem.³ Das Umweltbewusstsein muss sich dabei durchsetzen gegen reaktionäre bis faschistische Leugner der Klimakrise.

 

Lateinamerika war im Jahr 2025 erneut die gefährlichste Region für Umweltschützer. Von mindestens 124 Morden an Umweltschützern waren 105 in Lateinamerika.⁴ Wo die Lebensgrundlagen rücksichtslos für Rohstoffe ausgeplündert werden, da wird auch der Widerstand brutal unterdrückt.

 

Die UN Klimakonferenzen bringen höchstens Absichtserklärungen zustande und verkommen zunehmend zu Werbeveranstaltungen für die noch rigorosere Ausbeutung der Umwelt. Die Internationale Umweltstrategiekonferenz (IEC) im Oktober in Stuttgart setzte dagegen die Perspektive eines nötigen gesellschaftsverändernden Umweltkampfs. Es ist sehr begrüßenswert, dass sich die Jugendrebellion gegen Faschismus, imperialistischen Krieg und Umweltzerstörung richtet und dabei eine sozialistische Jugendbewegung aufgebaut wird. Eine große Bandbreite an Aktivistinnen und Aktivisten der Umwelt- und Arbeiterbewegung diskutierte auf der IEC, wie eine verbindlichere Zusammenarbeit Wirklichkeit werden kann. Ein nächstes gemeinsames Projekt ist die Vorbereitung des Umweltkampftags am 14. November, zu dem auch die ICOR⁵ aufruft, und der Jugendaktionstag am 20. November.