Südafrika-Brigade

Südafrika-Brigade

Überraschung: Eine meiner schönsten Geburtstagsfeiern

Ich bin Teil einer Brigade des Jugendverbands REBELL, die zur Zeit in Südafrika ist und dort den Bau eines Jugendzentrums im Dorf „Smiling Valley“ unterstützt. Letzte Woche hatte ich Geburtstag. Das musste natürlich ordentlich gefeiert werden.

Korrespondenz

Wir besprachen das gemeinsam mit den Verantwortlichen in Smiling Valley und erweiterten die Party prompt für zwei weitere Jugendliche, die ebenfalls in der Woche Geburtstag hatten. Unsere Freunde sprachen sich sehr dafür aus, dass bei der Feier gegrillt werden müsse. Dafür wurde dann nochmal besonders eingekauft und die lokalen Würstchen hier sind wirklich sehr gut.

 

Wir machten Werbung auf der Baustelle und luden den Dorfvorstand ein. Wir machten an dem Tag eine Safari und ich wurde von meinen Mitbrigadisten zum Essen eingeladen. Abends war die Feier. Alle unsere Freunde kamen vorbei. Manche brachten vorbereitete Salate mit, es wurde gegrillt und sogar Kuchen besorgt. Rund 30 Gäste feierten gemeinsam einen deutsch-afrikanischen Geburtstag.

 

Wer das noch nicht erlebt hat, dem kann man das Gefühl gar nicht richtig beschreiben. Es war einfach sehr, sehr schön. Alle waren so glücklich darüber, dass wir hier sind und gemeinsam an diesem Zukunftsprojekt des Jugendzentrums bauen. Wir arbeiten dafür hart. Aber genauso wichtig ist das gemeinsame Feiern. Die Freundschaft, die durch solch eine Brigade gestärkt wird, ist unschätzbar. Die Feier war für mich ein Grund mehr, geboren worden zu sein.

 

Der Vorstand richtete herzliche Grüße an mich und die anderen Geburtstagskinder. Wir haben herzlich miteinander gelacht und getanzt. Ein Mädchen aus dem Dorf gab mit einem unserer Brigadisten ein Livekonzert mit Covern von den Beatles, Ed Sheeran und Adele. Überraschend wurde für mich ein revolutionäres iranisches Lied auf englisch übersetzt und gesungen. Ein Highlight war die Rede der Dorfältesten. Sie ist die Gründerin des Dorfes und hat ihm seinen Namen gegeben.

 

Sie sagte: „Ich bin eine gebildete Frau. Ich konnte zwar nie zur Schule gehen, aber ich habe mich immer mit einer Vielzahl an Leuten umgeben und mit ihnen gearbeitet. Ich habe viele Projekte aufgebaut und unterstützt, um die Entwicklung des Dorfs voranzubringen. Heute fühle ich mich sehr geehrt, hier zu sein und mit euch zu feiern. Seitdem das Projekt von Marikana1 und euch ins Leben gerufen wurde, haben sich wesentliche Entwicklungen getan. Heute haben wir nun ein Jugendzentrum, über das gesprochen werden kann.

 

Ich fühle mich verpflichtet, euch das zu sagen, und bitte euch, das mit nach Deutschland zu nehmen. Wir sind so stolz auf die Freundschaft mit euch und dankbar, denn dadurch spüren wir eine richtige Veränderung. Ich wünsche mir deshalb, dass wir ein Lied singen. Es ist ein Lied über den Kampf. Es sagt: Der Kampf bringt uns dazu, weiter zu kämpfen und an uns zu arbeiten.“

 

Das Herz aller ging auf, als dieses Lied und weitere traditionelle und revolutionäre südafrikanische Gesänge angestimmt wurden. Ein kraftvoller Chorgesang schallte durch die Nacht. Da hielt es auch niemanden mehr auf den Stühlen. Es wurde reichlich getanzt und mitgeklatscht. Wir sangen noch lange gemeinsam, bis wir die Entscheidung trafen, geordnet zum Ende zu kommen. Am nächsten Tag wollten wir schließlich um 8 Uhr wieder auf der Baustelle sein.