Bundeswehr/NRW
Tarnen und Täuschen
Wer an das Flughafengelände in Weeze am Niederrhein denkt, denkt an Urlaubsflüge in den Süden u.a. auf die Kanaren, oder an 2 große Musikfestivals im Jahr. Nun kommt ein neues Ereignis hinzu: just in dieser Woche findet dort bis Freitag von einem zivilen Flughafen aus ein Manöver der Bundes-Luftwaffe statt.
Mit mindestens 4 Eurokampfjets wird im Zusammenspiel mit dem zivilen Flughafenpersonal trainiert bei laufendem normalen Ferien-Flugbetrieb für Passagiere. Am 2.11.2026 meldete dpa:
„Militär trifft auf zivilen Luftbetrieb
Im Mittelpunkt stehe der zivil-militärische Austausch, sagte der Sprecher. So probe etwa die Flughafen-Feuerwehr den Umgang mit den Kampfjets, auch der Tower sei während der Übungszeit zusätzlich mit militärischen Kräften besetzt. Ähnliche Übungen hatte es in den vergangenen Monaten nach Auskunft der Bundeswehr bereits in Berlin, Hamburg, Bremen, Münster/Osnabrück und Nürnberg gegeben“.
Was sind schon derart lapidare Meldungen zur Militarisierung von Staat und Gesellschaft, wenn in den bürgerlichen Massenmedien die ach soooo wichtige Hetze gegen Jugendproteste verbreitet werden muss als Vorwand für den Abbau bürgerlich demokratischer Rechte und Freiheiten. Und was schert die Herrschenden der elende Fluglärm der davon Betroffenen oder gar, dass auch Weeze zu einem Angriffsziel in einem imperialistischen Krieg werden kann.
Immerhin steht der Flughafen Weeze auch seit jeher für Militarismus und imperialistische Kriegsführung. Unter der Regie der Hitlerfaschisten wurde dort ab 1933 zunächst zur Täuschung gegnerischer Bomber einen Segelflughafen eingerichtet. Nach dem 2. Weltkrieg war Weeze bis 1999 der Sitz und Militärflughafen der britischen Royal Air Force, wo permanent einsatzbereite Kampfflugzeuge gegen Osteuropa z.T. auch mit Nuklearwaffen bestückt waren. Traurigen Ruhm erlangten die Kampfeinsätze der Royal Air Force von Stützpunkten hierzulande im Angriffskrieg in Jugoslawien, Irak etc.
In Weeze feierte dann die Landesregierung NRW unter Hendrik Wüst ihren militaristischen Höhepunkt zum dortigen Bau einer Fabrik des Rüstungskonzerns Rheinmetall. Am 04.07. 2023 titelte die Rheinische Post: „Entsprechend zufrieden zeigte sich NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU). Der CDU-Politiker sagte unserer Redaktion: „Die Standortentscheidung von Rheinmetall, Lockheed Martin und Northrop Grumman bestätigt die Attraktivität des Standortes Nordrhein-Westfalen für Investitionen und Innovationen. Mit der hochmodernen Fabrik zur Produktion der Rumpfmittelteile der F-35 Kampfjets in Weeze werden rund 400 Arbeitsplätze in unserem Land geschaffen und die Hochtechnologie- und Luftfahrt-Sparten spürbar und nachhaltig ausgebaut.“
Und seine Grüne Stellvertreterin durfte dann beim Spatenstich nicht fehlen: „Dass eine grüne Ministerin `Danke` für eine Rüstungsfabrik sagt, hätte man sich vor einiger Zeit kaum vorstellen können, sagte Mona Neubaur in ihrer Ansprache beim Spatenstich für das Rheinmetall-Werk in Weeze“ (RP 02.08.2026).
Vorstellen kann man sich da schon gut, dafür zu sorgen, dass für solcherart Politik die bürgerlichen Parteien bei der NRW-Landtagswahl 2027 eine derbe Quittung kassieren. Und vor allem, dass entgegen dem Tarnen und Täuschen aller Imperialisten - zur Vorbereitung eines Dritten Weltkriegs - der antimilitaristische Kampf von Jung und Alt und der weltweite Kampf für den echten Sozialismus einen Aufschwung nimmt!