Tschechien
Streik und Demo für Pressefreiheit
Am Dienstag traten beim Tschechischen Radio und Fernsehen die Beschäftigte in einen 24-Stunden-Streik. Die rund 3.600 Streikenden wehren sich gegen die Pläne der Rechtsregierung, die derzeitigen Rundfunkgebühren abzuschaffen und die Sender künftig aus dem Staatshaushalt zu finanzieren, mit rund 15 Prozent weniger Geld. Kritiker fürchten, dass die Sender damit zum Sprachrohr der Regierung werden. Am Dienstagnachmittag gingen dann landesweit Zehntausende auf die Straße, um gegen die Pläne zu protestieren. Die Kundgebungen begannen vielerorts um 16.36 Uhr, in Anspielung auf die umstrittene Abstimmung im Parlament vom 24. Oktober. Um 4.36 Uhr früh hatte die rechte Koalition aus ANO, SPD und Motoristen die Rundfunkreform in kurzfristig angesetzter erster Lesung durchgebracht – gegen den Widerstand der Opposition.