Europa
Serie von Bombendrohungen beeinträchtigt Luftverkehr
Gestern haben Bombendrohungen den Flugverkehr in der EU erheblich behindert – etwa 20 Flugzeuge mussten umgeleitet werden oder notlanden. Allerdings wurde in keinem Fall Sprengstoff gefunden. Heute setzt sich die Serie fort.
Eine Vielzahl von Drohbriefen gehen derzeit bei Fluggesellschaften und Flughäfen ein. Der erste Vorfall ereignete sich bereits am Montag, als ein Wizz-Air-Flug von London nach Sofia/Bulgarien nach Budapest/Ungarn) umgeleitet wurde. Sieben Flüge waren es dann am Dienstag. Nach einer Pause am Mittwoch waren es am Donnerstag gleich 19 betroffenen Flugzeuge, und am Freitag kamen acht weitere hinzu, die meisten im Luftraum über Frankreich und Ungarn.
Die bedrohten Maschinen sind mittlerweile am Boden und werden durchsucht, aber bis jetzt zeigt sich das selbe Bild wie gestern: Es gibt keine Bomben. Die Täter, wer auch immer sie sind, machen sich den Umstand zu nütze, dass eine Drohung gegen ein in der Luft befindliches Flugzeug nur ernst genommen werden kann. Für diese Störung des Luftverkehrs braucht man keinen Sprengstoff und muss keine Menschenleben opfern – es reicht eine E-Mail.
Das Schema allerdings wird offenbar erweitert, denn am Freitag wurde auch der Sender RTE in Dublin/Irland wegen einer Bombendrohung gleicher Art geräumt.
In Russland verbotene Sexisten-Organisation als Urheber?
In der gestrigen Welle waren auch zwei E-Mails an die Flughäfen in Sofia und Rom, deren Inhalt teilweise durch Recherchen des US-Senders CNN und der Nachrichtenagentur AFP veröffentlicht wurde. Darin bekannten sich Kämpfer des „Männerstaats“ zu den angedrohten Anschlägen. Dabei handelt es sich um eine illegale Organisation aus Russland, gegründet von dem ehemaligen Fitnesstrainer Wladislaw Posdnjakow aus Saratow. Illegal ist die Gruppe übrigens in Russland, wo sie von einem Gericht schon 2021, also vor fünf Jahren, verboten und auf die Liste „extremistischer Organisationen“ gesetzt wurde. Ihre Ideologie ist ein vulgärer, pseudo-darwinistisch begründeter Sexismus mit offener Frauenfeindlichkeit vermengt mit faschistischen Vorstellungen.
Nun wird wieder spekuliert, ob „Russland“ (gemeint ist die russische Regierung) hinter dieser Form der Sabotage steckt. Der Meinung dieses Autors nach wird das allerdings gerade durch die Benennung einer bekanntermaßen in Russland illegal operierenden Gruppe eher unwahrscheinlicher, als wahrscheinlicher. Handelte es sich um eine Form der „hybriden Kriegsführung“, die man dem neuimperialistischen Russland gegen die EU unterstellt, so wäre es keinesfalls im Interesse der russischen Auftraggeber, wenn irgendwelche Bezüge zu Russland hergestellt würden. Und warum auch? Genauso gut könnte man so einen Drohbrief anonym verschicken, das Ergebnis wäre exakt dasselbe.
Gleichgültig, wer nun aber hinter dieser Sabotage steckt, die Herrschenden nutzen diese Vorgänge für ihre Meinungsmanipulation aus, sie schüren die Angst vor „Russland“ und damit eine rassistische Russophobie. Wir gehen vom Klassenstandpunkt aus – wir haben keine Angst vor „den Russen“, sondern wir sind solidarisch mit ihnen gegen das neuimperialistische Regime, das sie unterdrückt und ausbeutet. Wer in diesen Zeiten den Durchblick behalten will, muss sich mit den verschiedenen Formen der bürgerlichen Manipulation beschäftigen:
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