Jugendproteste
Kontroverse Social-Media-Debatte um offiziellen Account von „GenZ-regelt“
Diese Korrespondenz hat ein Aktivist des Jugendverbands REBELL aus Düsseldorf geschrieben:
Weil die bundesweiten Jugendproteste letztes Wochenende in vielen Städten durch Organisationen der sozialistischen Jugendbewegung angeführt oder geprägt wurden, entfalten sich in den sogenannten sozialen Medien jetzt die Widersprüche. Mehrere linke Influencer warnen beispielsweise in Instagram-Reels vor den selbsternannten, dubiosen Anführern der Bewegung und greifen dabei Kritiken auf, die MLPD und REBELL schon seit Wochen offensiv vertreten. (Mehr dazu hier.)
Konkreter Anlass ist eine offizielle Stellungnahme des Accounts genzregelt_germany. Direkt im Anschluss an die bundesweiten Proteste sah dieser sich genötigt, seinen knapp 15.000 Followern mitzuteilen, dass es mittlerweile viele überwiegend ortsgebundene Social-Media-Accounts gibt, die zwar den Namen „Gen Z regelt“ nutzen, sich jedoch in ihren Inhalten vom offiziellen Positionspapier unterscheiden würden.
„Von diesen Accounts und Gruppierungen [...] distanzieren wir uns“, heißt es. Angeblich auch, weil „bei denen nicht eindeutig nachvollziehbar ist, wer hinter ihnen steht“.
Welch herrliche Selbstironie! Die vielen Accounts, von denen sich hier distanziert wird, werden in der Regel von Linken und Organisationen der sozialistischen Jugendbewegung geführt. Wer an der Basis der Jugendbewegung aktiv ist, sich demokratisch an Vorbereitungstreffen beteiligt und die weitere Vereinheitlichung im Sinn hat – der weiß das!
Völlig undurchsichtig ist jedoch weiterhin, wer sich hier mit dem offiziellen Instagram-Account und der offiziellen Internetseite als Anführer der Bewegung inszenieren möchte – und dabei immer mehr in Widerspruch zur Basis gerät! Etliche der genannten ortsgebundenen Accounts distanzieren sich in der entsprechenden Kommentarspalte wiederum von der zersetzenden Stellungnahme des offiziellen Accounts. Auch, weil die selbsternannten Anführer sich trotz massiver Polizeigewalt bei den eingesetzten Polizisten bedankten.
Des Weiteren steht der Vorwurf im Raum, dass Spendengelder einkassiert und deren Verwendungen nicht transparent gemacht werden. Scherzhaft wird in den Kommentaren darüber spekuliert, ob nicht wahlweise Luisa Neubauer oder nicht doch sogar der sogenannte Verfassungsschutz dahintersteckt.
Tatsächlich muss die Jugendbewegung jetzt ernsthafte Schlussfolgerungen ziehen: Weg mit dem spalterischen Slogan „GenZ regelt“, hin zu einer eigenständigen sozialistischen Jugendbewegung!