Tarifrunde Metall & Elekro
Kämpferische Stimmung bei den heutigen Warnstreiks
Viele Belegschaften folgten heute den Aufrufen der IG Metall zu Warnstreiks im Rahmen der Tarifrunde.
Düsseldorf
Heute morgen kamen Kolleginnen und Kollegen auch von anderen Betrieben, u.a. Siemens und Vodafone vor das Tor des Mercedes-Sprinterwerks in Düsseldorf. Es herrschte eine kämpferische Stimmung und Empörung über das klägliche "Angebot" der Kapitalisten.
„Kein Tag ohne Warnstreik in Mannheim!“
Nach dem Start am 2.11. durch die ZF Wabco-Kolleginnen und Kollegen haben heute die Beschäftigten von Daimler Truck und Daimler Busses gemeinsam mit den Logistik-Beschäftigten von Pfennig und den benachbarten Werk Bopp&-Reuther auf allen drei Schichten die Arbeit niedergelegt. Nach einer Stunde Warnstreik-Kundgebung wurde die Arbeit nicht mehr aufgenommen. Größten Applaus gab es dafür, die Kämpfe auszuweiten und mindestens zu 24-Stunden-Streiks überzugehen. Lauteste Buhrufe gab es für Merz, die Mercedes Bosse und den neuen Freund von Trump von Audi.
Mindestens 5 Prozent! Kämpferische Warnstreiks bei Ford in Köln
Den Auftakt machte die Nachtschicht von Montag auf Dienstag. Im Werksteil Köln-Niehl ging es auf Früh- und Spätschicht weiter. Im Werkteil Merkenich folgen Mittwoch weitere Arbeitsniederlegungen. Die Stimmung war kämpferisch und optimistisch. Aus Hallen und Büros strömten die Kolleginnen und Kollegen zum Kreisel auf dem Werksgelände. Drei Mitglieder der Tarifkommission berichteten vom unverschämten Angebot von Gesamtmetall. Am lautesten war der Applaus bei kämpferischen Tönen. In ihren Reden wiesen sie nach, dass die Kollegen nicht zu teuer sind. Der Lohnanteil am Umsatz beträgt in der Autoindustrie nur etwa 10 Prozent. Außerdem schaffen die Belegschaften alles, woraus die Aktionäre ihre Dividenden schöpfen. Die 1. Bevollmächtigte der IG Metall Köln-Leverkusen rückte die Debatte über angeblich zu hohe Krankenstände zurecht. Die Kollegen werden krank, weil die einen aus der Arbeit gedrängt, die Belastung für die anderen gesteigert wird. Die Kollegen werden krank, weil der Druck steigt, ständige Erreichbarkeit erwartet wird und und und. Der Vorsitzende der JAV bei Ford forderte, dass man als Azubi oder Do-Two-Student (dual Studierender) genug Geld haben muss, um auf eigenen Beinen zu stehen. Und eine Perspektive für die Übernahme. Obwohl nicht Teil der Tarifrunde, gab es von der Bühne auch breite Kritik an der Politik der Bundesregierung, deren Reformpläne die Beschäftigten belasten, während die Inflation sowie so schon alles teurer macht. Auf der Demo aus der Fertigungshalle gingen die ersten Parolen in der Diskussion unter, dass die Forderung von 5 Prozent doch schon viel zu niedrig ist. Da waren sich alle schnell einig. Am Megafon hieß es: "Ja, 5 Prozent ist viel zu wenig. Jetzt müssen wir also um so mehr kämpfen, die voll durchzusetzen. Und dann nachlegen!" Die Parole wurde erweitert. "Wir woll'n 5 Prozent! Und nochmal 5 Prozent!" Von einer Einigung nach der nächsten Verhandlungsrunde am kommenden Montag in NRW geht niemand aus. 24-Stunden Warnstreiks werden folgen. Applaus gab es, dass von der Bühne auch erwähnt wurde, dass wir auch bereit für Urabstimmung und Vollstreik sind. Ein Kollege, der erst spät zur Zubringer-Demo stieß: "Die Halle war wirklich leer. Ich glaub es sind echt fast alle mitgekommen!"