Frauenpolitischer Ratschlag
Internationalismus ist eines unserer Markenzeichen
Der Frauenpolitische Ratschlag vom 6. bis 8. November 2026 ist geprägt vom Internationalismus. In Deutschland lebende Frauen unterschiedlicher Nationalitäten nehmen teil. Am Beispiel Brasilien setzen wir uns in diesem Artikel mit dem modernen Faschismus auseinander.
Unsere internationalen Partnerinnen aus der Weltfrauenbewegung sind herzlich zum Ratschlag persönlich oder hybrid eingeladen. Wir stehen für internationalen Zusammenschluss und gegenseitige Solidarität gegen jeglichen Nationalismus und Rassismus.
Die AfD in Sachsen Anhalt stellt den ersten Landtagspräsidenten, ein AfD-Ministerpräsident droht. Die Auseinandersetzung mit dem Einfluss des modernen Faschismus dürfen wir auch in der Frauenbewegung nicht vernachlässigen. Nehmen wir das Beispiel Brasilien: Im Gegensatz zu ihrem Ehemann Jair Bolsonaro (Ex-Präsident) ist Michelle Bolsonaro geschickter in der Beeinflussung von Frauen. Jair Bolsonaro brachte zielsicher mit Beleidigungen, Demütigungen und faschistischer Frauenfeindlichkeit die Masse der Frauen – die größte Wählergruppe Brasiliens - gegen sich auf. So zu einer Abgeordneten der PT (Partido dos Trabalhadores, Partei der Arbeiter), sie sei so hässlich, dass Bolsonaro sie nicht vergewaltigen würde.
Michelle Bolsonaro dagegen beherrscht die Demagogie der modernen Faschisten. Sie übernahm 2023 die "PL Mulher", die Frauenvereinigung der Partido Liberal des Ex-Präsidenten, und kandidierte selbst für den Stadtrat (2). Sie warb für Politik mit Weiblichkeit, nicht mit Feminismus. „Denn die feminine Frau bringt ihren besonderen Blickwinkel in die Politik ein, kümmert sich aber gleichzeitig um Haushalt und Kinder". Sie gewann mit ihrer Konzentration auf die Frauen berührenden Themen wie Familie, Gesundheit Frauen für die kleinbürgerlich-faschistische Denkweise.
Michelle Bolsonaro nutzte den großen Einfluss der Kirchen, präsentierte sich tief religiös, engagierte sich für behinderte Kinder. Damit gewann sie ca. 70.000 neue Mitgliedsfrauen und ihr Mandate bei der Stadtratswahl in Brasilia. Eine der rechten Influencerinnen vertritt: „Die Bibel sagt, dass die Frau unterwürfig sein muss." Oder die 23-jährige Influencerin und Stadträtin Eduarda Campopiano, die sich in ihren Netzwerken "größte Feindin der Feministinnen" nennt: "Jeder Mann muss das Recht haben, mich - wenn er das möchte - zurück in die Küche zu schicken." (3)
Mit der scheinbaren Stärkung der Familien ist kein einziges Problem der Masse der Frauen gelöst: die Armut, die massive Gewalt gegen Frauen, die Feminizide mit ca. sechs getöteten Frauen täglich und die Abwälzung der Last der Familienfürsorge. Bei der Präsidentenwahl führte das Thema Abtreibung zur Polarisierung unter der Masse der Frauen. In Brasilien ist Schwangerschaftsabbruch verboten, außer bei Vergewaltigung, Fehlbildungen des Fötus oder Bedrohung des Lebens der Schwangeren. Ihr wahres Gesicht zeigten faschistische und konservative Parlamentarier mit dem Gesetzesentwurf, das Abtreibungsrecht weiter einzuschränken: keine Ausnahme mehr bei Vergewaltigung und Haftstrafen bis zu 20 Jahren bei illegalem Schwangerschaftsabbruch. Und das bei täglich 450 Geburten bei bis zu 14 jährige Mädchen, natürlich nach sexueller Gewalt. Eine Welle der Empörung durch die kämpferische Frauenbewegung war die Antwort. Trotz der faschistischen Manipulation entschieden sich große Teile der Frauen gegen den Sohn von Bolsonaro und trotz vieler Kritiken für Lula.
Die Auseinandersetzung über den modernen Faschismus und seinen Einfluss auf Frauen ist ein wichtiges Thema für den Frauenpolitischen Ratschlag. Gerade im Forum II „Trump, Netanjahu und Co – narzistische Imperialisten und Faschisten am Ruder – die Welt schreit nach Veränderung.“ Können wir uns mit dieser speziellen extrem frauenfeindlichen Demagogie auseinandersetzen. Dagegen stellen wir die internationale Solidarität für die Befreiung der Frau.