Leserbrief
Industriearbeiterinnen kommen in Werbung für Frauenpolitischen Ratschlag wenig vor
Diesen kritischen Leserbrief schrieb Jupp Eicker aus Wuppertal:
Liebe Redaktion, nachfolgend eine kritische Anmerkung: Mit Interesse verfolge ich den Endspurt in der Vorbereitung des Frauenpolitischen Ratschlags und die Artikel dazu auf Rote Fahne News.
Etwas befremdlich finde ich zum Inhalt, dass die Industriearbeiterinnen darin überhaupt nicht vorkommen. Im Artikel zum Forum 2: „WINDELN, WERKBANK, WONDERWOMEN – RAUS AUS DEM ALLTÄGLICHEN WAHNSINN!“ hätte man erwarten können, dass bezüglich der Werkbank Position bezogen wird. Darunter fallen allerdings nicht die Pflegekräfte, so wichtig ihre Situation und Rolle im Artikel auch ausgeführt wird. Es kann ja wohl nicht sein, dass die Industriearbeiterinnen lediglich beim Kulturabend im Lied aus Köln im Blick sind.
Auch wird in den Artikeln auf Rote Fahne News zu den aktuellen betrieblichen Kämpfen und Streiks kein Bezug zur Befreiung der Frau oder eine Verbindung zum Frauenpolitischen Ratschlag hergestellt. Wenn das kein Thema ist, kommt da nicht eine noch nicht überwundene ökonomistische Sicht zum Ausdruck, eine Geringschätzung der bedeutenden Rolle der Industriearbeiterinnen und ihrer Gewinnung als Rückgrat der kämpferischen Frauenbewegung sowie der Förderung des Wechselverhältnisses von Partei und überparteilichen Selbstorganisationen?
Überlegt’s euch mal – ich wünsche dem Frauenpolitischen Ratschlag auf jeden Fall einen vollen Erfolg.