Von Hamburg bis Australien
In 120 Häfen auf fünf Kontinenten: Hafenarbeiter im Streik!
Am 30. Oktober 2026 wurde das Wort "Internationaler Streik- und Aktionstag der Hafenarbeiter und Seeleute" wortwörtlich genommen. Mindestens 120 Häfen auf fünf Kontinenten beteiligten sich. Das war praktizierter proletarischer Internationalismus und eine wachsende Klärung im vorrevolutionären Gärungsprozess unter Hafenarbeitern, Seeleuten und ihren Familien international.
Die Aktionen reichten von Kundgebungen über das Lahmlegen ganzer Häfen mit Streiks bis hin zur Beteiligung am Generalstreik in Italien. Die Aktionen richteten sich ganz klar gegen Militarisierung und imperialistische Kriege, auch wenn "imperialistisch" nicht im Wortlaut in jedem Aufruf stand.
Gegen jede imperialistische Aggression vorzugehen und den Imperialismus als Gesamtes anzugreifen, wurde zu einer breiten Bewegung unter den Hafenarbeitern und Seeleuten in den Hafenstädten Griechenlands in Verbindung mit der Gewerkschaftsarbeit von ENEDEP und PENEN: „Hier ist Piräus! Wir, die Arbeiter, die Arbeiterklasse kämpfen heute, wir singen und senden eine Botschaft gegen imperialistische Kriege und Ausbeutung.“ Hafenarbeiter, Schüler, Studenten und Menschen aus Athen und Piräus marschierten durch Piräus. Schiffsabfertigungen wurden in den Häfen blockiert.
Siehe auch: Dem mächtigen Hafenarbeiteraktionstag in Griechenland ging eine intensive Vorbereitung voraus
In Frankreich verband sich der Kampf der Hafenarbeiter in Fos-sur-Mer (westlich von Marseille, in der Hafenanlage des indischen Stahlmonopols ArcelorMittal) mit dem Kampf der Stahlarbeiter. Stahlproduktion und -transport wurden empfindlich gestört. 25 Häfen beteiligten sich am Aktionstag und reihten sich damit auch in den Protest gegen die französische Regierung ein.
Über 25 Gewerkschaften weltweit haben sich zusammengeschlossen unter der Federführung des Weltverbandes der freien Gewerkschaften. Sie verstehen die Aktion auch als einen Test, was international organisierte Arbeiter erreichen können. Die Streiks fanden in 22 Ländern und Regionen auf fünf Kontinenten statt. In der Liste der Beteiligten sind die Unterstützungs- und Solidaritätserklärungen sowie Initiativen von Dutzenden Gewerkschaften und Verbänden aus anderen Branchen weltweit noch gar nicht enthalten.
In der Beteiligung am Aktionstag an der Nordsee- und Ostseeküste in Deutschland wurde eine neue Qualität erkämpft. An der Ostseeküste - von Wismar, Rostock, Kiel bis Lübeck - und an der Nordseeküste in Hamburg und Bremerhaven fanden Aktionen statt. Dabei wurden nicht nur Hafenarbeiter, sondern auch Werftarbeiter wie von der U-Boot-Werft von ThyssenKruppMarineSystems (TKMS) mit der Kollegenzeitung „Docker zeigen klare Kante“ angesprochen. Junge Werftarbeiter meinten nachdenklich: „Kämpfe im Rüstungsbetrieb sind nicht so einfach.“ Die Kampfeinheit von Jung und Alt wurde bewusst mit einem gemeinsamen Auftreten von MLPD und REBELL gestärkt. In Rostock am Überseehafen gab es große Besorgnis über die wachsende Kriegsgefahr, aber auch den Einwand „Das sind doch unsere Arbeitsplätze“. Und Ratlosigkeit „Wenn die das oben in ihren Glaskästen beschließen, sind wir kleinen Leute machtlos.“
Tatsache ist aber doch, dass Bundesregierung und Monopole an einem Tiefpunkt der Akzeptanz sind und es einer geduldigen Bewusstseinsbildung bedarf, zu erkennen, dass eine erfolgreiche Friedensarbeit nur gegen Monopole und Regierung erreicht werden kann.
Das Potential zeigte die Ver.di Kundgebung in Hamburg. Hier wurden konsequent die fortschrittlichen Beschlüssen der ITF (Internationale Transportarbeiter-Förderation) und der Ver.di-Fachgruppe Luftverkehr-Maritim umgesetzt. Vertrauensleute der Hochbahn trugen ihren eigenen Solidaritätsaufruf zum 30.10. vor. Der Redebeitrag eines Azubi der HHLA (Hamburger Hafen und Logistik AG) drückte die Kampfeinheit von Jung und Alt aus.
Die Saat der Koordinierungsarbeit des Internationalen Hafenarbeitererfahrungsaustauschs und einer beharrlichen und systematischen Kleinarbeit und positiven Gewerkschaftsarbeit ging auf. Die Kundgebung war ein bedeutender Erfolg für die überparteiliche Bündnisarbeit (mit Bündnis Waffenlieferung Stoppen, Friedensinitiativen ...) und die Einheitsgewerkschaft. Das Grußwort des Internationalen Hafenarbeitererfahrungsaustauschs und die Rede des hafenpolitischen Sprechers der MLPD waren selbstverständliche Elemente der Kundgebung.
Bei der Kundgebung vor dem Eurogate-Terminal Hamburg wurde deutlich, dass die Überzeugungsarbeit weiter vertieft werden muss, damit sich die Kollegen als Rückgrat des Kampfs gegen die akute Kriegsgefahr und die akute faschistische Gefahr positionieren. An der Küste freuen sich Hafen-, Werftarbeiter und andere in den Häfen Beschäftigte, „das „Richtige gemacht zu haben“. Wir waren Teil einer internationalen Koordinierung! Bis zum 3. Hafenarbeiteraktionstag, dann mit der gesamten Küstenlinie!