Antifaschistischer Kampf

Antifaschistischer Kampf

Dunkeltuten beim „Bürgerdialog“ des Faschisten Höcke in Jena

Schon 2024 formierte sich in Jena eine große antifaschistische Demonstration gegen den damals geplanten Auftritt von B. Höcke im Stadtteilzentrum LISA mitten im Plattenbaugebiet Lobeda–West.

Korrespondenz

Schon damals kamen ca. 2000 vorwiegend junge Leute und wir verhinderten erfolgreich seinen Auftritt. Das wollte Höcke nicht auf sich sitzen lassen und startete eine zweiten Versuch am 27. Oktober 2026. Aus angekündigten 500 Demoteilnehmern wurden ca. 3000, vorwiegend Jugendliche - ein breites Spektrum. Wir von MLPD und REBELL waren mitten drin (siehe Bildstrecke auf Jenaer Nachrichten) mit REBELL-Fahne und MLPD-Plakaten „Wer AfD wählt wählt Faschismus“ und „Make Socialism great again“. Unsere Plakate forderten zur Diskussion heraus, besonders über den Sozialismus. Es wechselten mehrere Durchblickbroschüren und ein Buch „Die Lehre von der Denkweise“ die Besitzer.

 

Der Demonstrationszug zog über mehrere Stunden durch das Wohngebiet, in dem die AfD bei den Bundestagswahlen 2025 33% erhielt und in dem auch viele migrantische Menschen leben. Gleichzeitig wurde eine Blockade auf der Stadrodarerstraße errichtet, um Höcke die Zufahrt zum LISA zu versperren. Auch wenn es nicht gelungen ist, Höckes Auftritt zu verhindern, war es ein großer Erfolg des antifaschistischen Widerstands. Mancher vermutete, „der hat sich bestimmt schon seit Tagen dort eingemietet“.

 

Die Demonstration war geprägt von einer sehr offenen, optimistischen und kämpferischen Atmosphäre. Viele Anwohner und Anwohnerinnen winkten von den Balkonen und solidarisierten sich. Wie es der Zufall so will, gingen im Lisa prompt die Lichter aus – Stromausfall! Höcke konnte erst eine halbe Stunde später anfangen und das im Dunklen ohne Licht und Mikro. Nach einer Stunde wurde der Bürgerdialog aus „Sicherheitsgründen“ beendet.

 

Völlig berechtigte Kritik gibt es an dem martialischen Auftreten und Eingreifen der Polizei mit Pfefferspray, Schlagstöcken und Fußtritten gegenüber der völlig friedlichen Sitzblockade. Selbst der CDU-Bürgermeister Benjamin Koppe spricht von „geordneten Gegenprotesten“. Gleichzeitig verteidigt er die Vermietung der städtischen Räume an die AfD. „Es müssen auch umstrittenen Parteien Versammlungen ermöglicht werden, ob es uns gefällt oder nicht“. Hier geht es nicht um eine umstrittene Partei, sondern um den Auftritt des Faschisten Höcke. Hier gilt das Motto: Keinen Fußbreit den Faschisten!

 

(Dunkeltuten kommt aus der Schifffahrt und bedeutet Fahren mit verminderter Sicht)