Frauenpolitischer Ratschlag

Frauenpolitischer Ratschlag

„Die Welt schreit nach Veränderung“

Der zweite Themenblock „Trump, Netanjahu und Co. – narzisstische Imperialisten und Faschisten am Ruder – die Welt schreit nach Veränderung“ zeigte wie im Brennglas, dass sich weltweit Frauen gegen Demontage ihrer sozialen Rechte, imperialistische Kriege, faschistische Tendenzen, Unterdrückung, Gewalt und antikommunistische Spaltung erheben und sich dazu immer besser organisieren.

Von RF-Redaktion

Berichte von erschütternden Schicksalen verbanden sich mit lehrreichem Erfahrungsaustausch und Schlussfolgerungen für die Stärkung und Perspektive der kämpferischen Frauenbewegung.

 

Sechs Impulsreferate eröffneten den Themenblock. Da ging es um die extreme Unterdrückung und Rechtlosigkeit durch das faschistische Taliban-Regime in Afghanistan. Aber auch darum, wie Frauen selbst unter diesen Bedingungen mutig Wege des Widerstands finden, wie etwa die Organisierung geheimer Schulen. Auch im Iran konnte die brutale Niederschlagung des Aufstands unter der Losung „Frau, Leben, Freiheit“ den fortschrittlichen Widerstand nicht ersticken. Dafür steht, wie Mütter und Väter den Schmerz über den Tod ihrer ermordeten Kinder durch Tanzen bei ihrer Beisetzung überwinden. Hinterlegt mit historischem Bildmaterial erfuhr man, wie der Widerstand palästinensischer Frauen aufs engste mit der Geschichte ihrer Organisierung verbunden ist.

 

Aus den Flüchtlingslagern in der marokkanisch besetzten Westsahara berichtete die Generalsekretärin des nationalen Verbands der saharauischen Frauen, wie sie unter schwierigsten Bedingungen für Freiheit kämpfen. Ein Referat des Frauenverbands Zora beleuchtete den Kampf gegen sexualisierte Polizeigewalt, die auch in Deutschland zunimmt. Mit Sketch und Vortrag nahmen Frauen aus Recklinghausen die reaktionäre Tradwife-Bewegung aufs Korn, die über Influencerinnen in den sozialen Medien verbreitet wird und vor allem die frauenfeindlichen Positionen der faschistischen AfD transportiert.

 

Die folgenden Diskussionsbeiträge bereicherten das mit zahlreichen weiteren Erfahrungen und Informationen aus Ländern wie Syrien, Pakistan, Sri Lanka, Jemen, Griechenland und Türkei/Kurdistan. Es ging aber auch darum, wie man in Deutschland mit dem Einfluss der faschistischen AfD fertig werden kann und wie dazu die Frauenbewegung internationalistisch Flagge zeigen muss. Eine Bergarbeiterfrau prangerte die Rechtfertigung der Ermordung von Frauen durch ihre Männer an - so wenn „Kabarettist“ Dieter Nuhr dazu rät, männliche Partner doch erst mal besser kennenzulernen. Courage-Frauen aus Hannover berichteten vom erfolgreichen Kampf des überparteilichen Frauenverbands um die Verteidigung der Gemeinnützigkeit gegen die antikommunistische Diffamierung durch den „Verfassungsschutz“. Eine Rebellin aus Stuttgart forderte dazu auf, sich nicht nach Geschlechtern oder Generationen spalten zu lassen. Vielmehr müsse sich die Frauenbewegung breit mit der Arbeiterbewegung und der sozialistischen Jugendbewegung zusammenschließen.

 

Monika Gärtner-Engel, Hauptkoordinatorin der ICOR, zog Lehren aus wichtigen Auseinandersetzungen in der revolutionären Weltbewegung. Da begegne man immer wieder dem Standpunkt: Wer von den USA und Israel angegriffen wird, sei unser Freund. So notwendig es ist, deren völkerrechtswidrigen Überfall auf den Iran zu verurteilen, könne das niemals die Unterstützung des faschistischen iranischen Regimes rechtfertigen. Genausowenig kann es angehen, dass man reaktionäre oder faschistische Kräfte wie Nicolas Maduro aus Venezuela oder die Hamas in Palästina nicht mehr kritisieren darf, nur weil sie selbst von Reaktionären oder Imperialisten angegriffen werden. So wichtig aufwühlende Berichte sind, muss der Frauenpolitische Ratschlag vor allem diskutieren, wie man mit der frauenfeindlichen Politik auf der ganzen Welt fertig wird.

 

Die Moderatorinnen konnten melden, dass mittlerweile Teilnehmerinnen aus allen Kontinenten mit Ausnahme Australiens zugeschaltet sind. Kurz darauf kam eine Nachricht aus Australien, dass man auch dort den Frauenpolitischen Ratschlag verfolgt – wenn auch nicht mitten in der Nacht aufgrund der Zeitverschiebung.