Frauenpolitischer Ratschlag

Frauenpolitischer Ratschlag

Ausgelassener Tanz zum Ausklang eines bewegenden Tages

Nach einem für die Frauenpolitischen Ratschläge berüchtigten umfangreichen köstlichen Büffet, das aus vielfältig gespendeten Speisen der Teilnehmerinnen bestand, wurde das Abendprogramm von zwei Rebellinnen aus Bochum und Herne mit einem Countdown eröffnet.

Korrespondenz

Eine große Schar Gelsenkirchner Rotfüchse begrüßte die Frauen mit einer ausgefeilten Akrobatik-Vorstellung. Die Kinder schlugen fulminante Räder und zeigten wohl geübte Kunststücke. Ein gelungener Beginn, den die Frauen mit tosendem Applaus dankten. Anschließend gaben drei Rotfüchse aus Köln ein selbstgeschriebenes Lied zum Besten: „Solidarität ist die Zärtlichkeit der Völker – Gaza must live“. Sie hatten damit beim Songcontest des diesjährigen Internationalen Pfingstjugendtreffen teilgenommen. Solidarische Grüße von der stellvertretenden DGB-Vorsitzenden Elke Hanneck überbrachten anschließend drei ver.di-Frauen. Mit einem wunderschönen Gedicht hatte eine von ihnen deren Reise nach Bangladesh zu den Textilarbeiterinnen verarbeitet und ließ das Publikum an ihren Erlebnissen und Gefühlen mit wohlgewählten Worten teilhaben.

 

Den musikalischen Teil des Abends läutete die Chanson-Sängerin „Fräulein“ aus Herne ein. Sie tritt des öfteren bei Aktivitäten der Palästina-Solidaritätsbewegung mit ihren äußert humorvollen Liedern auf und konnte auch am heutigen Abend die Frauen mit ihren Texten begeistern. Mit teils zarter Stimme gaben die scharfen Worte einen stimmigen Kontrast, der zum Schmunzeln brachte und zum Nachdenken anregte. Sie kritisiert die von den öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern umgesetzte Staatsräson, dass die Palästina-Solidarität quasi ausgeblendet oder als Antisemitismus diffamiert wird. In der Zugabe - lauthas gefordert - sang sie ein Antikriegslied, in dem sie die Regierungen aufforderte: „Soll’n sie doch selber kämpfen, wenn’s so wichtig ist, wenn sie es unbedingt wollen.“ „Fräulein“ thematisierte auch, dass rassistische Ideen und frauenfeindliches und sexistisches Denken zum Teil Einfluss auf die Menschen nehmen. Mit den Worten „Ich bin froh, ein Teil dieser Veranstaltung zu sein“ beendete sie einen großartigen Auftritt.

 

Eine weitere Sängerin „…“ hatte aus antikommunistischen Gründen abgesagt, weil sie nicht unter dem Dach der MLPD auftreten wolle und den überparteilichen Charakter des Frauenpoltiischen Ratschlags angriff. Wer den heutigen Tage erlebt hat, würde so etwas nie behaupten. Denn die Überparteilichkeit kam so vielfältig zum Tragen und war mehr als spürbar. Wer sich nicht selbst ein Bild macht, sich stattdessen von der spalterischen Hetze abbringen lässt zu diesem bewegenden Frauenevent zu kommen, dem ist leider nicht zu helfen.

 

Es ging weiter mit Marlene von Courage aus Essen. Sie sang mit überzeugend kraftvoller und wunderschöner Stimme drei Lieder. Nach dem gemeinsamen Üben des palästinensischen Dabke-Tanzes wurde dann sehr ausgiebig das Tanzbein geschwungen zu den rhythmischen Klängen der Sängerin Fadima aus Gelsenkirchen. Die vielen Teilnehmerinnen, die den ganzen Tag konzentriert diskutiert und zugehört hatten, waren froh über den Ausgleich. Es wurde ausgelassen getanzt. Ein perfekter Ausklang des Abends, denn Fadima stammt aus dem Kamerun, aus dem Land also, wo die nächste Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen im November 2027 stattfinden wird, wie heute verkündet wurde!

 

Abschließend brachte die Band „Gehörwäsche“ aus Köln den Tanzboden zum Glühen. Mit einem Hitmedley – unter anderem spielten sie „Mädchen, mach mal was aus dir!“, „Ich will Lieder, die mein Herz berühren“, „Erhobenen Hauptes“ und „Lebe Lebe Palästina“ – sprachen sie den Anwesenden aus dem Herzen und brachten auch die letzten Tanzmuffel in Bewegung.

 

Eine Teilnehmerin: „Ich bin immer noch ganz erfüllt von diesem Tag. Und jetzt dieses schöne Fest. Das ist wirklich der krönende Abschluss. Ich freue mich schon auf den morgigen Tag. Alle hier zusammen zu sehen, zusammen Politik zu machen und jetzt zusammen zu feiern, das ist eine wahre Freude.“