14. Frauenpolitischer Ratschlag

14. Frauenpolitischer Ratschlag

Auftaktdemo: Wir sind stark, wir sind viele, dann erreichen wir auch viel!

An die 170 Frauen und Mädchen, so wie auch einige unterstützende Männer und Jungs, starteten heute in der Fußgängerzone in Gelsenkirchen in Nordrhein-Westfalen den 14. frauenpolitischen Ratschlag mit einer vielfältigen Demonstration und Kundgebung.

Von hs
Auftaktdemo: Wir sind stark, wir sind viele, dann erreichen wir auch viel!
(rf-foto)

Sie machten klar: „Es reicht! Unsere rote Linie ist längst überschritten – Frauen und Mädchen werden aktiv!“ Nach argentinischem Vorbild wurde dafür mit leeren Töpfen, Topfdeckeln und Kochlöffel auch ordentlicher und aufmerksamer Krach gemacht.

 

Ulja Serway und Angela Cosenza begrüßten internationalistisch mit einem "Buena Sera Gelsenkirchen". Mit Spannung erwarteten alle diesen Auftakt zum frauenpolitischen Ratschlag, auf den in den letzten Wochen so intensiv hingearbeitet und dafür mobilisiert wurde. "Wir sind stark, wir sind viele, dann erreichen wir auch viel!", so Angela Cosenza.

 

Die Passanten wurden auch im persönlichen Gespräch über den in ihrer Stadt stattfindenden Ratschlag informiert und dazu eingeladen. Dies traf auf reges Interesse und Zustimmung. Ebenso die Demonstration mit kurzen Redebeiträgen von Kolleginnen aus Industriebetrieben, dem Erziehungs- Bildungs-, sowie Pflegebereich, den bereits anwesenden internationalen teilnehmenden Frauen, viele Weitere stellten ihre Anliegen, Erwartungen und Forderungen zum Ratschlag vor, immer wieder abgewechselt von Liedern und Sprechchören.

Vielfalt von Anliegen

Selbstgemalte Plakate von jungen Frauen und Mädchen vom Jugendverband REBELL und der Kinderorganisation Rotfüchse brachten einen Teil der Vielfalt der Anliegen zum Ausdruck: "Bundeswehr raus aus allen Schulen", "Wir Rotfüchse sagen zu "Mama mach mal" NEIN!", "Widerstand ist angesagt", "Verbot der AfD, sowie aller faschistischen Organisationen!", ...

 

Grüße gab es von der Oberbürgermeisterin sowie der Frauenbeauftragten der Stadt, die diese zwar nicht persönlich überbrachten, dem Ratschlag aber viel Erfolg wünschten.

 

Als ihre Ehrensache begrüßten dagegen die Stadtverordneten Lisa Schumacher von Die Linke und Jan Specht von AUF Gelsenkirchen die Demonstration und den frauenpolitischen Ratschlag in ihrer Stadt. Einer Stadt mit der höchsten Kindersterblichkeit in Deutschland, größten sozialen Nöten, einer sehr hohen Arbeitslosigkeit sowie hohen Wahlergebnissen für die faschistische AfD. Aber auch einer Stadt in der Tradition und Kräfte der kämpferischen Frauenbewegung. Hier gab es den des ersten Streik in Deutschland um gleichen Lohn für gleiche Arbeit, getragen von vielen Kolleginnen der Fotofirma Heinze, sowie den ersten Putzfrauenstreik in der Geschichte der Arbeiter- und Frauenbewegung. Auch fand der erste frauenpolitische Ratschlag 1997 in Gelsenkirchen mit 33 TeilnehmerInnen statt.

Grüße an die Frauen der Welt

Freudig begrüßt wurden die bereits angekommenen internationalen Teilnehmerinnen aus dem Jemen, dem Kongo und den Niederlanden.

 

Grüße wurden an die Frauen der Welt gerichtet:

  • An die Frauen, die dem faschistischen US-Präsidenten Trump vor ein paar Tagen eine derbe Niederlage bei den Zwischenwahlen beibachten.
  • An die Frauen in Brasilien, die die Wahl eines faschistischen Präsidenten Bolsonaro verhinderten.
  • An die Frauen aus Bangladesh, die in ihrem Land gerade Massenstreiks und Proteste durchführen und sich auch gegen brutale Polizeigewalt zu Wehr setzen.
  • Die vielen jungen Frauen in Deutschland, die für ihre Zukunft protestieren oder wie Frankreich die mutige Jugendrebellion mit prägen.
  • Die Frauen im Iran, dir sich mutig auch der Gefahr von Todesstrafen entgegenstellen und dagegen kämpfen.
  • Die Frauen in Palästina in ihrem Widerstand gegen den von der israelischen Regierung und dem israelischen Militär verübten Genozid.
  • An die weltweiten Arbeiterinnen, die, wie auch hier in Deutschland insbesondere in den Automobilwerken, im Kampf gegen die Stilllegung ganzer Werke und der Entlassung Tausender Arbeiterinnen und Arbeiter kämpfen.
  • An die Soldatenmütter in der Ukraine,
  • und an die vielen weiteren.

 

Der kurdische Ruf „Jin, Jiyan, Azadî“, was „Frau, Leben, Freiheit“ bedeutet und "Hoch die internationale Solidarität" wurden sehr oft und beherzt gerufen.

Die Welt verändert sich und wir verändern uns auch

"Eine solche Demonstration hat Gelsenkirchen schon lange nicht mehr erlebt", freut sich Monika Gärtner-Engel, viele Jahre Stadtverordnete von AUF-Gelsenkirchen, Ideengeberin und Initiatorin des frauenpolitischen Ratschlags sowie Hauptkoordinatorin der revolutionären Weltorganisation ICOR. "Die Welt verändert sich und wir verändern uns auch für den Kampf für unsere Zukunft und Freiheit", führt sie ansetzend an den vielfältigen Erfahrungen, Kenntnissen, Initiativen und dem Engagement der Frauen der Welt aus.

 

Mit einem Zwischenstopp am Margarthe-Zingler-Platz führte die Demonstration auch ein wichtiges Gedenken an Elisabeth Käsemann durch. Sie war eine Widerstandskämpferin aus Gelsenkirchen, die 1977 vonder Militärjunta in Argentinien ermordet wurde.

 

Anna Schmitt vom Jugendverband REBELL kam mit weiteren Mitstreiterinnen fast direkt von einer Delegation aus Deutschland, die sich an dem gestrigen Massenprotesten in Frankreich beteiligten. "Der frauenpolitische Ratschlag schließt Jung und Alt und die Frauen aus den verschiedensten Teilen der Welt organisierend zusammen. Nur so werden wir unsere Ziele erreichen."

 

Grüße wurden auch überbracht von der MLPD und in ihrem Beitrag insbesondere der Blick darauf gelenkt, den gesellschaftlichen Ursachen für die ganzen Probleme, Sorgen und Nöte auf den Grund zu gehen. Ins Visier genommen werden muss dafür das ganze Ausbeutersystem Kapitalismus und Kurs genommen werden auf eine gesellschaftsverändernde Perspektive des echten. Sozialismus. Das wird die MPD in den Ratschlag einbringen und begrüßt die offene und sachliche Auseinandersetzung darum.

Empfang der internationalen Teilnehmerinnen und der weitere Ratschlag

Im Anschluss an die Demonstration und Kundgebung sind jetzt alle herzlich eingeladen zum Empfang der internationalen Gäste im Kultursaal der Horster Mitte in Gelsenkirchen-Horst und natürlich ab morgen zum frauenpolitischen Ratschlag.

 

Weitere Informationen zum Frauenpolitischen Ratschlag, dem Ablauf und  das Programm unter https://frauenpolitischerratschlag.de/