„Apollo News“

„Apollo News“

AfD-nahes Internet-Portal hetzt gegen IG Metall und Umweltbewegung

Im Zusammenhang mit der Empörung von IG Metall und demokratischer Öffentlichkeit am Kniefall von Audi-Chef Gernot Döllner vor dem faschistischen US-Präsidenten Donald Trump mit einem neuen Werk in den USA, titelte das AfD-nahe Internet-Portal „Apollo News“: „Kuscheln mit Greta, Jammern über Trump: Die IG Metall trägt Mitschuld an Deutschlands Auto-Desaster“¹.

Von wb

Der so überschriebene Kommentar ihres Chefs Daniel Gräber lässt bereits ahnen, dass hier der Protest genutzt werden soll, um das entfaltete gewerkschaftliche und sich wieder festigende Umweltbewusstsein der Industriearbeiter zu attackieren. Dazu bedient sich dieser folgender Logik und Weltanschauung:

 

  1. Die Absicht von Audi, mit einem neuen Werk in den Südstaaten der USA die US-Zölle zu umgehen, von US-Bürgern bezahlte Subventionen abzugreifen und hier das Werk in Neckarsulm zu schließen – für Gräber „eine unternehmerisch sinnvolle, nachvollziehbare Entscheidung“. Die Schließung einer hochmodernen Fabrik wäre für die Audi-Beschäftigten und die Menschen in der Region jedoch ein „Wahnsinn“. Deshalb führen sie dagegen den Kampf, auch wenn das Apollo-News nicht „nachvollziehen“ kann.
  2. Auf welcher Seite Gräber steht, macht dann vollends folgender Hammersatz deutlich: „Die IG Metall trägt mit ihrer verqueren Mischung aus verbohrter Besitzstandswahrung und klimarevolutionärem Größenwahn eine Mitverantwortung für die bedrohliche Lage, in der sich die deutsche Autoindustrie befindet.“ Hier wird der IG Metall die „Mitverantwortung“ angedichtet, womit die Hauptverantwortlichen für den Personalkahlschlag in den Konzernzentralen außen vor bleiben. Folgerichtig ist für Gräber der Kampf um die Arbeitsplätze zehntausender Beschäftigten und ihrer Familien eine „verbohrte Besitzstandswahrung“. Solche Existenznöte sind dem Chefredakteur natürlich fremd.
  3. Sein größter Hass bezieht sich aber darauf, dass die IG Metall „gemeinsam mit den Umweltverbänden BUND und Nabu die Initiative 'Klima- und Mobilitätswende gestalten' startete, die sich unter anderem für ein schnelles Ende des Verbrennungsmotors einsetzte.“ Damit habe sich die IG Metall „von den industriefeindlichen Lehrerzimmer-Ideen der Grünen anstecken lassen“. Vielleicht hätte sich Gräber im Sommer öfters mal aus seinen gekühlten Redaktionsräumen begeben sollen, um die Rekordhitze und Dürre selbst mitzuerleben, die sich immer mehr häufen. Aber mit seiner Nähe zur AfD und ihrer faschistischen Ideologie muss er die wissenschaftlichen Erkenntnisse und Fakten einer fortschreitenden Umweltkatastrophe leugnen. „Lange lebe der Verbrenner, wo die deutschen Autokonzerne die Nase vorn haben und die meisten Profite machen, nach mir die Sintflut“ – so seine Denkweise.

 

Umso wichtiger ist, dass auf dem gerade stattgefundenen internationalen Umweltratschlag in Stuttgart auch Automobilarbeiter anwesend waren. Sie berichteten, dass sie sich zur Aufgabe gemacht haben, ihren Kolleginnen und Kollegen zu helfen, mit der Wirkung der Demagogie der faschistischen Klimaleugner fertig zu werden: „Für Profite werden Arbeitsplätze und der Umweltschutz beseitigt. Arbeiter- und Umweltbewegung gehören zusammen!“