Automobilindustrie
Abschreibung auf Firmenwert – oder wie sich VW & Co. arm rechnen
Der VW-Konzern hat in den ersten drei Quartalen dieses Jahres 8,8 Milliarden Euro Profit gemacht. Wie passt das zusammen mit den Schlagzeilen, dass VW tief in die roten Zahlen geraten ist und Verluste macht?
Tatsächlich weist VW für das dritte Quartal ein Minus von 5,82 Mrd. Euro und für die ersten neun Monate von 2,72 Mrd. Euro aus. Des Rätsels Lösung: Der Konzern hat sogenannte Sondereffekte von 7,8 Mrd. abgeschrieben. Der größte Brocken dabei sind 6,4 Mrd. auf den Firmenwert von Porsche.
Diese Form der steuermindernden Abschreibung ist möglich, weil börsennotierte Konzerne der internationalen Rechnungslegung IFRS unterliegen, die auf die Interessen von Finanzinvestoren zugeschnitten ist. Danach werden die Firmenwerte der Tochterunternehmen eines Konzerns im Hinblick auf die erwartete Geschäftsentwicklung und damit den erzielbaren Verkaufswert hin geschätzt. Liegen diese unter dem Buchwert der Tochterunternehmen, dann ist der Konzern gezwungen, eine entsprechende Abschreibung zu machen.
Der sinkende Firmenwert von Porsche wird insbesondere mit dem Einbruch beim China-Geschäft begründet. Fakt aber ist, dass es sich nur um rechnerische Abschreibungen und keine realen Verluste handelt. Neben der Tatsache, dass VW durch solche Tricks keine Steuern mehr zahlen muss, sollen diese Verlustmeldungen den Generalangriff auf Arbeitsplätze, Löhne und soziale Rechte unterfüttern und rechtfertigen. Umso wichtiger ist, dass wir Metallerinnen und Metaller uns dazu schlau machen und auf diese Methoden nicht hereinfallen.
Eine gute Meldung gibt es aber auch – allerdings nur für die Börsianer und Großaktionäre. Weil diese von den Plänen des VW-Vorstandes zur Maximierung der Ausbeutung der Arbeiter eine Maximierung der Profite erwarten, ist schon mal der Aktienkurs gestiegen.