Antalya (Türkei)
31. Weltklimakonferenz: Märchenstunde der Umweltverbrecher – Aktionstag der Umweltbewegung
Vom 9. bis 20. November findet die UN-Klimakonferenz 2026 (COP31) in Antalya (Türkei) unter der gemeinsamen Präsidentschaft mit Australien statt. Wieder verbreiten die Herrschenden vage Hoffnungen. Dabei klafft die Differenz zwischen Ankündigungen und bitterer Realität immer weiter auseinander.
Statt versprochener Reduzierung der Treibhausgase trieben die Monopole ihre gefährlichen Emissionen mutwillig bis 2025 auf 60,6 Milliarden Tonnen CO2-Äquivalente. Naiv, wer solchen Lügnern und Verbrechern glaubt!
Immer neue Rekordwerte der Treibhausgase
Die Konzentration von Kohlendioxid (CO2) mit dem größten Klimaantrieb in der Atmosphäre stieg 2025 im Vergleich zu 2024 um 2,8 ppm und erreichte einen neuen Rekord von 426,8 ppm (Teilchen pro Millionen Teilchen). Auch stiegen die langlebigen Treibhausgase Methan und Lachgas weiter an. Der irreversibel auftauende Permafrost setzt Methan frei, ebenso unkontrollierte Mülldeponien. Die kapitalistische intensive Landwirtschaft erzeugt durch Düngemittel Lachgas. Die Geschwindigkeit, mit der sich die Treibhausgase über längere Zeiträume in der Atmosphäre ansammeln, hat laut Weltwetterorganisation (WMO) zugenommen. Dadurch bleibt immer mehr Wärme im Klimasystem zurück.
Monopole, Faschisten und Reaktionäre tragen die Verantwortung
Verantwortlich für den CO2-Anstieg, der etwa 80 Prozent des Klimaantriebes ausmacht, ist die gestiegene Verbrennung fossiler Energieträger wie Kohle, Öl und Gas. Der größte Methananstieg kommt nach wie vor aus der Erdgas- und Ölindustrie. Faschisten wie der US-Präsident Donald Trump stehen in der Zerstörung der Natur an der Spitze. Vorschriften zur Begrenzung der Treibhausgase für Kohle und Gaskraftwerke hat er aufgehoben. Klimaschädliches Gasfracking fördert er massiv. 2025 stiegen die Emissionen der USA um 26 Millionen Tonnen (+ 1,8 Prozent). Seit 2015 (Pariser Klimaabkommen) sanken die sieben Milliarden Tonnen Emissionen der USA gerade Mal um 30 Millionen. Während Hauptverursacher wie China und Indien ihren enorm gestiegenen Ausstoß 2025 durch Einsatz erneuerbarer Energien leicht senkten, stieg er in Russland, Brasilien und Saudi-Arabien weiter an. Den Anteil des Militärs durch Krieg und Aufrüstung schätzt das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri inzwischen auf bis zu 5,5 Prozent.
Zerstörungsprozesse entfalten zunehmend ihre Wirkung
Mit dem fortschreitenden Prozess der globalen Umweltkatastrophe erschöpfen sich die Systeme, die Treibhausgase binden. Wälder, Böden und Pflanzen, die normal ein Viertel der Emissionen binden, kollabieren unter der zunehmend großen Hitze und Trockenheit. Waldbrände setzen zusätzlich CO2 frei. In ihrem diesjährigen Klimabericht warnt das UN-Umweltprogramm Unep, dass die Menschheit „gefährlich weit“ entfernt von ihren Klimazielen sei, allerdings ohne Ross und Reiter anzugreifen. Das Pariser Klimaabkommen ist längst Makulatur, die 1,5 Grad-Grenze gerissen. Selbst wenn die versprochenen völlig ungenügenden „Klimaprogramme“ der Regierungen umgesetzt würden, was in den Sternen steht, würde die Erde sich laut Unep bis 2100 um 2,8 Grad erhitzen. Letztes Jahr hat Unep noch 2,3 bis 2,5 Grad erwartet. Mit ihrer metaphysischen Methode sind die bürgerlichen Wissenschaftler völlig überfordert, die komplexen Wechselwirkungen in der Natur und die Gesetzmäßigkeiten der kapitalistischen Ökonomie zu erfassen und richtige Prognosen aufzustellen. Die MLPD ist zu der Einschätzung gelangt, dass die globale Umweltkatastrophe in einen fortschreitenden Prozess übergegangen ist.
Achtung – neuer Betrugsversuch!
Längst diktieren die fossilen Monopole auf den Klimakonferenzen direkt das Geschehen und sie denken gar nicht daran, ihre Profite zu schmälern. Mit einem Programm der „10 Prioritätsthemen“, das sich scheinbar breiter Umweltthemen annimmt als nur Klima, erwecken sie den Eindruck, als seien sie beim COP31 an einer Lösung der die Menschheit bedrückenden Probleme interessiert. Hoffnungen und Appelle an die „Vernunft“ der Herrschenden laufen jedoch ins Leere. Längst ist die Zerstörung der Natur zu einer Gesetzmäßigkeit der kapitalistischen Produktionsweise geworden. Die kämpferische Umweltbewegung muss deshalb gesellschaftsverändernd sein, so Gabi Fechtner, Vorsitzende der MLPD, auf dem ersten Internationalen Umweltratschlag in Stuttgart. Einigkeit herrschte dort, Sofort- und Schutzmaßnahmen zu erkämpfen, die das Ausreifen der globalen Umweltkatastrophe abdämpfen, aufhalten und ein Stück weit auch zurückdrängen. Um die Einheit von Mensch und Natur wieder herzustellen, muss die Ursache ihrer Zerstörung, die kapitalistische Produktionsweise, abgeschafft und der Sozialismus aufgebaut werden.
ICOR-Umweltkampftag am 14. November
Unter der Überschrift „Naturkatastrophen? Die Katastrophe ist das kapitalistische System!“ ruft die revolutionäre Weltorganisation ICOR zum Internationalen Umweltkampftag auf. Dieser wird vielerorts als Weltklimaaktionstag begangen. Die MLPD unterstützt, dass sich die wieder belebende Umweltbewegung mit den Protesten am 14. November weiter stärkt. Sie wird dort für einen gesellschaftsverändernden Umweltkampf und die grundsätzliche Lösung im Sozialismus eintreten. Sie wird sich solidarisch zeigen mit den in Antalya geplanten Protesten und den fünftägigen „Alternativveranstaltungen“. Zu diesen wollen 5 000 Teilnehmende kommen. Bis jetzt erschweren die türkischen Behörden die Beschaffung der Räume, Demonstrationen nahe dem Gipfel sind verboten. Türkische Umweltschützer wurden bislang mit harten Strafen unterdrückt.