Nordrhein-Westfalen
Zweite M&E-Verhandlungsrunde: Allerletzte Warnung an die Metallkapitalisten
Rund 200 Kolleginnen und Kollegen aus Betrieben der Metall- und Elektroindustrie in NRW waren am 27. Oktober in Düsseldorf, um die Verhandlungskommission der IG Metall vor der zweiten Verhandlungsrunde kämpferisch zu unterstützen. Natürlich waren auch Kollegen aus dem nahegelegenen Mercedes-Werk mit ihrer Forderung nach dem Kampf um jeden Arbeitsplatz dabei! Am kommenden Samstag, 31. Oktober, um 24 Uhr, endet die sogenannte Friedenspflicht. Von der kann angesichts der massiven Angriffe von Konzernen und Regierung auf uns alle doch sowieso keine Rede mehr sein!
Bei der ersten Verhandlungsrunde hatten die Metallkapitalisten provokativ überhaupt kein Verhandlungsangebot vorgelegt. IGM-Verhandlungsführer Knut Giesler forderte die Umsetzung der Forderung nach 5 Prozent für zwölf Monate. Dabei gestand er ein, dass diese Forderung schon am alleruntersten Rand dessen liegt, was in den Betrieben diskutiert wurde.
Die anwesenden Kollegen waren sich völlig einig, dass die Propaganda der letzten Wochen von Metallkapitalisten und Bundesregierung angesichts der massiven Inflation vollkommen an der Realität der Arbeiterinnen, Arbeiter und ihrer Familien vorbeigeht. Sollte unsere Forderung heute nicht eins zu eins erfüllt werden, dann müssen und werden in der nächsten Woche in ganz NRW und bundesweit Warnstreiks stattfinden. Berechtigterweise hatte IG-Metall-Vorsitzende Christiane Benner schon angekündigt, nur eine einzige Warnstreikwelle durchzuführen. Danach müssen unmittelbar 24-Stunden-Streiks, eine Urabstimmung und ein unbefristeter Erzwingungsstreik folgen!
Die Kolleginnen und Kollegen berichten von hoher Kampfbereitschaft in den Betrieben. Der provokanten Verweigerungshaltung der Metallkapitalisten wird eine klare Absage erteilt, aber auch Vorstellungen von „Differenzierung“ nach „krisenbetroffenen“ Betrieben. Das geht so weit, dass die Metallkapitalisten Lohnverzicht für kapitalistische Investitionspläne einfordern. Ganz nach dem aktuellen Beispiel bei Audi mit gefordertem Lohnverzicht, Massenentlassungen bis hin zur Werksschließung in Neckarsulm und Milliardeninvestitionen in den USA, gefördert vom faschistischen Trump-Regime. Da führt auch die Aussage von Giesler in die Irre, es müsse um den Erhalt von „Industriearbeitsplätzen in Deutschland und NRW“ gehen. Unsere Perspektive liegt im Zusammenschluss mit den bevorstehenden Generalstreiks in Frankreich, Italien und Spanien sowie dem Jugendstreiktag am 20. November!
Jetzt klare Kante: Volle Durchsetzung der gewerkschaftlichen Forderung nach 5 Prozent für alle Betriebe. Warnstreiks als 24-Stunden-Streiks, Urabstimmung und voller Einsatz der gewerkschaftlichen Kampfkraft. Machen wir unsere IG Metall nach dem 21. September weiter zu unserer Kampforganisation!