Rojava/Syrien

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Welt-Kobanê-Tag am 1. November 2026

Der 1. November ist internationale Weltkobanêtag. Die MLPD unterstützt gemeinsam örtliche Aktivitäten mit der kurdischen Bewegung.

hodo
Welt-Kobanê-Tag am 1. November 2026
Einheiten der kurdischen Volks- und Frauenverteidigungseinheiten (foto: ANF)

Am 26. Januar 2015 erzielten die kurdischen Befreiungskämpfer einen bedeutenden Sieg über die islamistisch-faschistischen Truppen des IS (Islamischer Staat) in Kobanê durch heldenhaften Kampf mit einer beispielhaften internationalen Solidarität.

 

Die MLPD gedenkt der unzähligen mutigen Kämpferinnen und Kämpfer. Sie steht nach wie vor uneingeschränkt für die Solidarität mit dem kurdischen Befreiungskampf und der Verteidigung der Errungenschaften der Demokratischen Föderation Nordostsyriens (Rojava). Sie verurteilt die Angriffe faschistisch-islamistischer Kräfte auf die kurdische Bevölkerung. Gerade erst am 26. Oktober gab es wieder Angriffe in Girê Spî auf kurdische Familien, die in die von der Türkei seit 2019 besetzten Gebieten zurückkehrten. In vielen Städten gibt es seitdem Proteste. Die Demonstrierenden fordern weitere Übergriffe zu verhindern, die Rückkehrenden zu schützen und die Täter zur Rechenschaft zu ziehen.

 

Im Rahmen der sogenannten „Integration“ der Organe der Selbstverwaltung Nordostsyriens in die Regierungsstrukturen Syriens gibt es große Sorge um den Erhalt und die Verteidigung der Errungenschaften der erkämpften Selbstverwaltungsstrukturen.

 

So ist mittlerweile umkämpft, dass Frauen, wie es in der Selbstverwaltung üblich ist, als Co-Vorsitzende in der Bürgermeisterschaft anerkannt werden. In den Selbstverwaltungen sitzt jetzt immer jemand aus Damaskus. Das Gleiche soll auch für die Asayis-Sicherheitskräfte gelten. Im Gesundheitswesen kontrolliert Damaskus fast alle Krankenhäuser, bis auf solche, die privatisiert werden. Es gibt Auseinandersetzungen, weil Angestellte in den Krankenhäusern gegenüber Damaskus um ihren Lohn kämpfen müssen. Damaskus verlangt, dass sich alle Projekte in Damaskus registrieren. So hat momentan Heyva Sor keine Erlaubnis zu arbeiten, weil sie noch nicht registriert sind. Damaskus verlangt, dass alle Spendengelder über ein Bankkonto in Damaskus laufen müssen. Die kurdische Bevölkerung kämpft weiter darum, auch mit öffentlichen Protestaktionen, dass Kurdisch als offizielle Amtssprache beibehalten wird und nicht nur auf einen Kurdisch-Unterricht von drei Stunden in der Woche reduziert wird.

 

Der Kampf um demokratische Rechte und Freiheiten und um die Errungenschaften der demokratischen Revolution braucht weiterhin die internationale Solidarität!

 

Im Rahmen des Solidaritätspakts zwischen der Internationalen Koordinierung revolutionärer Parteien (ICOR) und der kurdischen Bewegung haben 177 internationale ICOR-Brigadistinnen und -Brigadisten 2015 in ehrenamtlicher Arbeit ein Gesundheitszentrum in Kobanê erbaut. Aus zehn Ländern kommend, arbeiteten Industriearbeiter, Jugendliche, Rentner, Krankenschwestern, Lehrer und andere gemeinsam mit der kurdischen und arabischen Bevölkerung an dem Bau. Bis heute kamen dort über 50 000 Babys zur Welt.

 

Der Welt-Kobanê-Tag ist auch Anlass, Lehren aus dem Kampf um Kobanê und Rojavas zu ziehen. Das beinhaltet auch eine nötige Strategiediskussion über die Perspektiven des Befreiungskampfes:

 

  • Über den heute mittlerweile neuimperialistischen Charakter der Türkei. Die Türkei unterdrückt nicht nur ihre eigene Arbeiterklasse, sondern beutet auch mittels Kapitalexport Arbeiter in anderen Ländern aus und kämpft um eine regionale Vorherrschaft.
  • Über die Notwendigkeit der Zusammenarbeit zwischen kurdischer und revolutionärer Arbeiterbewegung in den verschiedenen Ländern.
  • Über die strategische Perspektive unseres Kampfes. Im Revolutionären Weg 37, dem theoretischen Organ der MLPD heißt es dazu: „Selbst nach einer erfolgreichen Revolution tobt der Klassenkampf weiter, wird es permanent Versuche der kapitalistischen und imperialistischen Mächte geben, ihre Herrschaft mit allen erdenklichen ideologischen, politischen und militärischen Mitteln zurückzuerobern. Es gibt kein Beispiel in der Geschichte, dass eine »demokratische Konföderation« ohne revolutionäre Überwindung der reaktionären kapitalistischen Staatsmacht und ohne eigene staatliche Strukturen aufgebaut werden kann. Im Gegenteil – solche Illusionen enden in blutigen Niederlagen wie zum Beispiel 1973 in Chile.“ (S.153)

 

Der kurdische Befreiungskampf kann nur mit Verbündeten der fortschrittlichen demokratischen und revolutionären Bewegung der Welt erfolgreich sein. Dafür stehen die ICOR und die antiimperialistische antifaschistische Einheitsfront, die United Front.

 

Solidarität mit Rojava!

 

Alle imperialistischen und faschistisch-islamistischen Truppen raus aus den kurdischen Gebieten!

 

Vorwärts zur internationalen sozialistischen Revolution!