Einsatz in Bremerhaven

Einsatz in Bremerhaven

Unterschiedliche Reaktionen - darunter: "Ich fahre hier auch Panzer rein - ich muss ja Geld verdienen"

Zum Schichtwechsel am Containerterminal 1 verteilten wir gestern die Flugblätter vom Internationalen Hafenarbeitererfahrungsaustausch und legten das Banner mit der Losung "Hafenarbeiter arbeiten nicht für euren Krieg! Keine NATO-Häfen! Völkerfreundschaft statt Rassismus, Faschismus, Krieg und Ausbeutung" vorm Tor aus.

Korrespondenz

Die Reaktionen waren unterschiedlich: Von herzlichem Dank und Schulterklopfen für unseren Einsatz über Desinteresse bis hin zu "Ich finde Krieg gut" und "Ich fahre hier auch Panzer rein - ich muss ja Geld verdienen". Wobei letzteres ja noch nicht bedeutet, dass man damit auch einverstanden ist, wie wir im Gespräch klärten.

 

Gegenüber der akuten Zeit im Tarifkampf mit Urabstimmung über Streik war die Stimmung etwas abgekühlt. Von den Eurogate-Chefs war wieder mal die Polizei gerufen worden,  um uns zu vertreiben. Rechtlich höchst umstritten: Gehört das Gelände doch der Stadt Bremen ("stadtbremisches Überseehafengebiet") und ist nicht eingefriedet. Zuerst kamen zwei freundliche Beamte der Wasserschutzpolizei Bremen - sie hätten den Auftrag, uns aufzufordern, das Gelände zu verlassen. Was wir natürlich nicht taten und stattdessen mit ihnen durchaus positiv über den internationalen Hafenarbeiteraktionstag sprachen, während wir weiter verteilten.

 

Später kamen zusätzlich fünf weitere Polizisten - diesmal von der Bremerhavener Polizei, die uns unmittelbare Verhaftung androhten, wenn wir nicht sofort verschwinden. Ihr Anführer versuchte uns mit "Ich habe heute einen sehr schlechten Tag und bin schlechter Laune - ich verhafte Sie jetzt sofort" einzuschüchtern. Aber da waren wir mit dem Verteilen auch gerade fertig ...