Griechenland
Tosender Applaus und Jubel für Schülerproteste
Am 21. Oktober demonstrierten Tausende Bürger und Jugendliche im Zentrum von Athen und in weiteren 50 Städten gegen die Politik der Regierung.
An diesem Tag fand in Griechenland mehr als nur ein Streik statt, der unter dem Motto „Von Griechenland bis Frankreich kämpfen wir für kostenlose, öffentliche Bildung“ stand.
Panik in der Regierung! 3000 Polizisten auf den Straßen – U-Bahn-Stationen ab 10 Uhr geschlossen – Drohungen gegen Eltern, Schülerinnen und Schüler.
Unerträgliches Klima der Polizeiterrorherrschaft. Die Regierung versucht, mit allen Mitteln Angst und Schrecken zu verbreiten. In den Medien und durch die Regierungsvertreter und Abgeordneten wurde Angst geschürt. Den Eltern wurde gedroht, wegen „Vernachlässigung ihrer Minderjährigen“ angeklagt zu werden. Eltern würden alle Beschädigungen durch ihre Kinder ersetzen müssen und sie würden bestraft, wenn sie nicht dafür sorgen, dass ihre Kinder in die Schule gehen statt auf Demos, so die griechische Regierung.
Unzählige Gewerkschaftszentren, Verbände und Hunderte von Basisgewerkschaften auf Branchen- und Betriebsebene unterstützten diesen Kampf.
Die Situation in den Schulen einen Monat nach der Wiedereröffnung der Schulen:
- Enormer Lehrkräftemangel.
- Tausende verlorene Unterrichtsstunden, die nicht nachgeholt werden.
- Die Gebäude sind ungeeignet und gefährlich. In Grava konnte dank des sofortigen Engagements von Eltern, Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern das Schlimmste verhindert werden. Nur so wurden die zuständigen Behörden dazu gezwungen, nach einem tagelangen starken Gasgeruch Kontrollen einzuleiten. Die Schule bleibt so lange geschlossen
Die Kinder werden in Klassen mit bis zu 30 Schülerinnen und Schülern zusammengepfercht, nur um Personal einzusparen, ohne Rücksicht darauf, ob so überhaupt richtiger Unterricht stattfinden kann.
Es gibt kaum Sonderpädagogik für tausende von Kindern in Regelschulen und Förderschulen.
Die Regierung interessiert sich nicht für all diese Probleme, sondern bedroht die Schülerinnen und Schüler und erpresst sie, weil sie sich gegen die erbärmlichen Zustände wehren, unter denen sie in den Schulen leben.
Die Eltern verkündeten, dass diese Drohungen nichts bewirken. Wir Eltern sind ein Schutzschild für unsere Kinder, umso mehr, wenn sie gegen die Unterfinanzierung und Vernachlässigung der öffentlichen Schulen kämpfen.
Zudem hatte die ADEDY (Gewerkschaft im Öffentlichen Dienst) für Mittwoch, den 21. Oktober, zusätzlich zu den Schülerprotesten einen Arbeitsstreik im gesamten Öffentlichen Dienst in der Zeit von 11 Uhr bis zum Ende der Schicht ausgerufen und zur Unterstützung und Teilnahme an den Kundgebungen aller Bildungsbereiche sowie an allen Kämpfen des Gesundheitspersonals und der Rentner aufgerufen.
Ein weiterer Kampftermin wird am Freitag, den 30. Oktober,, mit neuen Kundgebungen von Schülern und Studenten in Athen und Piräus fortgesetzt – an diesem Tag schließen sie sich dem großen internationalen Streik der Hafenarbeiter auf der ganzen Welt an!
Die kämpferische Stimmung und die Entschlossenheit der Jugend zeigten sich auf den Straßen Athens.
Als die Spitze des großen Demonstrationszuges in die Aeolus-Straße einbog, bot sich ein wahrhaft atemberaubender Anblick: Eine endlose Menschenmenge aus dichten und organisierten Blöcken von Schülerinnen und Schülern erstreckte sich über die gesamte Länge der Straße und sandte eine deutliche Botschaft an die Regierung. Ihnen folgten ihre Eltern, Lehrer, Studentinnen und Studenten.
Als die Schülerinnen und Schüler den Syntagma-Platz erreichten, zündeten sie rote Rauchbomben an und riefen: „Auf die Straße, auf die Straße, lasst uns den Terror brechen.“ Sie warfen Flugblätter in die Luft und füllten die Straßen mit ihren berechtigten Forderungen. Die Jugendlichen riefen lautstark: „Griechenland, Spanien, Frankreich, Albanien – wir sind auf dem Weg zur kostenlosen Bildung!“.
Die Resonanz der Bevölkerung war bewegend. Menschen jeden Alters – Arbeiterinnen und Arbeiter, Ladenbesitzerinnen und Ladenbesitzer, Passanten, die sich auf den Gehwegen befanden, blieben stehen, um zuzusehen und dem stürmischen Strom der Jugendlichen mit tosendem Applaus zuzujubeln.
Es ist zweifellos das schönste und hoffnungsvollste Bild. All diese jungen Menschen, voller Lebensfreude, mit ihrem Lachen, ihren Neckereien, aber auch ihren donnernden, entschlossenen Stimmen, treten massenhaft in den Vordergrund und kämpfen entschlossen für das Leben und die Zukunft, die sie wirklich verdienen – gegen die „düsteren“ Pläne, Arbeitslosigkeit, Elend und Krankheiten durch die Umweltzerstörung und Krieg, die für sie geschmiedet werden.
Mit erhobenen Händen und rhythmischem Klatschen wiederholten sie die Forderung nach ihrer Sicherheit immer wieder und forderten: „Überprüft die Schulen, damit es nicht zu einer Tragödie kommt.“
Die Wut über die kriminelle Politik des Staates, der die Bedürfnisse der Schüler als „Kosten“ betrachtet, während er gleichzeitig Milliarden für imperialistische Pläne ausgibt, wird zum Slogan Tausender Demonstranten: „Gebt Geld für Bildung und nicht für die Schlachthöfe der NATO.“