In 30 Städten
Morgen Demonstrationen und Kundgebungen der sogenannten „Gen Z regelt das"
Morgen sind in rund 30 Städten in Deutschland Demonstrationen und Kundgebungen der sogenannten „Gen Z regelt das" geplant.
Die Junge Union, deren neuer Vorsitzender sich erst kürzlich dafür positionierte, in Sachfragen mit der AfD zusammenzuarbeiten, forderte einen kurzfristig einberufenen Sicherheitsgipfel sowie den Einsatz der Bundeswehr. Die Polizei unkt über massive Jugendgewalt, obwohl sie faktisch die Einzigen sind, die dazu aufrufen. Fragt sich, welche Kräfte da im Spiel sind. Umso mehr ist es morgen wichtig, wachsam gegenüber Provokationen zu sein und Verantwortung für die Disziplin zu übernehmen.
Viele Jugendliche werden dort protestieren, um ihre berechtigte Rebellion zum Ausdruck zu bringen.
Die MLPD und der Jugendverband REBELL haben als Erste eine Grundsatzkritik an dem dubios-bürgerlichen Aufruf zu „Gen Z regelt das" entwickelt. Das Eichhörnchen repräsentiert keine rebellische Jugendbewegung, sondern Antikommunismus, Pazifismus, Querfront und Klassenverrat. Siehe Artikel: Ist die Bewegung alles?
Diese Kritik bewahrheitet sich, und die Kritik an dubiosen Strukturen wird breiter. Da ist zu lesen, dass Gen Z in Berlin „implodiert", weil alle Unterstützer wegen Unmuts über die Strukturen ausgestiegen sind – bis auf eine 48-jährige Frau. „Die ausgetretenen Aktivisten, viele von ihnen mit Erfahrungen in der Organisation von linken Protesten, warnen derweil vor suspekten Strukturen hinter der Initiative, nicht nur in Berlin, sondern in ganz Deutschland. Von einem ‚schlechten Bauchgefühl' ist die Rede. Verschiedene ausgetretene Aktivisten werfen Selo vor, dass dieser versuche, die gesamte Organisation auf sich zu konzentrieren. Vollkommen unklar sei auch, was mit bereits eingesammelten Spendengeldern passiere. Bisher sind über einen ‚GoFundMe'-Link bereits mehr als 11.000 Euro zusammengekommen. Grundsätzlich habe es auch Meinungsverschiedenheiten darüber gegeben, wofür der Protest inhaltlich stehen soll", schreibt der Tagesspiegel.
In Hamburg wurde die bürgerliche Kundgebung abgesagt und liegt jetzt wieder in den Händen des Schulstreikkomitees gegen Wehrpflicht. In Frankfurt gibt es wohl arge Organisationsprobleme, sodass „Adults" (Erwachsene) gesucht werden, da die „Organisation und Anmeldung kräftig wackele". Die Bundesschülerkonferenz distanzierte sich wegen „undurchsichtiger Organisationsstrukturen". Der offizielle Instagram-Account hat kaum Follower.
Der als Initiator auf der Homepage geführte Akram Selo soll 18 Jahre alt sein, hat aber laut anderen Informationen vor vier Jahren als Einzelunternehmer das Webdesign-Gewerbe "Selo Digital" mit (nach Angaben von "Selo Digital") 32 Standorten im Nordwesten Deutschlands und Sitz in Dietmannsried gegründet – wobei mittlerweile das Impressum von "GenZ-regelt" unter seinem Namen auf die Adresse der "JL Consulting Group GmbH" in der Schweiz verweist.
Die offiziellen bürgerlichen Demonstrationen finden in Berlin, Frankfurt, Köln und München statt. Insbesondere hier sollte man genau schauen, welche Strukturen, Gelder und Organisationen dahinterstecken. Es ist mit Fahnenverboten und Ähnlichem zu rechnen.
In den meisten anderen Städten – insgesamt über 30 – sind die Aktionen und die Demos von anderen Organisationen angemeldet, darunter auch von einer Reihe linker und radikal linker Jugendgruppen. Ihre konkreten Forderungen liegen meist im Interesse der fortschrittlichen Jugendbewegung. Jedoch folgen sie – bisher kritiklos – dem Slogan „Gen Z regelt das", übernehmen Eichhörnchen und Hashtag und schwimmen auf der Welle, die allerdings bekanntlich am Ufer bricht.
Das ist das Problem der Anbetung der Spontaneität, dass man somit im Rahmen der bürgerlichen Ideologie und Denkweise verharrt. Der Slogan ist überheblich gegenüber der Arbeiterbewegung und anderen sozialen Bewegungen. Viele Arbeiter ärgern sich auch darüber, die schon jahrzehntelange Erfahrungen mit harter Arbeit, im Leben und in harten Kämpfen haben, Siege und Niederlagen erlebt haben und sich nun anhören müssen: „Gen Z regelt das schon". Nur Kleinbürger können einer solchen Losung kritiklos folgen.
Jedoch sind diese Aufrufe nicht antikommunistisch und folgen keiner Querfront. Hier muss also bewusst unterschieden und differenziert werden.
MLPD und REBELL werden morgen in diesem Sinn aktiv sein und sich zu Wort melden. Rote Fahne News bittet um Berichte.
Der Jugendverband REBELL hat hier ein Video veröffentlicht und die MLPD hier.