Kult um "Gen Z"
Ist die Bewegung alles?
Die Rote Fahne berichtete bereits über den bürgerlichen Aufruf "Gen Z regelt das". Ein Aufruf, der antikommunistisch ist, letztlich dem Querfront-Gedanken folgt und die Arbeiterklasse in Generationen spalten will.
Da soll der Sozialismus aus einer Bewegung verbannt werden, wo die Bewegung sich gerade dem Sozialismus nähert! Da soll ein Kult um die Generation Z betrieben werden, wo die Jugendbewegung sich gerade an der Arbeiterbewegung orientiert und Schulter an Schulter kämpft! Da will man sich gegen jede revolutionäre Gewalt stellen, wo gerade der Staatsapparat faschisiert wird und die Polizeigewalt wütet. Man kann es nicht anders sagen: ein wahrhaft zerstörerisches Gegenprojekt zur sozialistischen Jugendbewegung.
Man reibt sich verwundert die Augen, wie viele Jugendgruppen mit radikalem Pathos sich nun mit dem Eichhörnchen schmücken, das etwas schräg-niedliche Symbol des Gen Z-Aufrufs. Fragt man kritisch nach, erfährt man von einem angeblichen Richtungskampf in der Bewegung. Nur würde ein Richtungskampf voraussetzen, eine Kritik an der bürgerlichen Richtung zu üben. Doch davon ist nirgends zu lesen, wo zum 31.10. aufgerufen wird. Kritiklos wird dem Hype gefolgt.
Fragt man weiter nach, so wird argumentiert, dass es doch immerhin eine Bewegung sei, das sei doch erstmal entscheidend. Ist das so? Lenin sagte zu Zeiten eines vorrevolutionären Gärungsprozesses in Russland so schön: "Darum bedeutet jede Herabminderung der sozialistischen Ideologie, jedes Abschwenken von ihr zugleich eine Stärkung der bürgerlichen Ideologie. Man redet von Spontaneität, aber die spontane Entwicklung der Arbeiterbewegung führt eben zu ihrer Unterordnung unter die bürgerliche Ideologie, ... bedeutet eben ideologische Versklavung der Arbeiter durch die Bourgeoisie". (Lenin, Band 5, Seite 396)
So wenig die Arbeiterbewegung die ideologische Versklavung verdient hat, so wenig verdient es eine erwachende Jugendbewegung, von der kleinbürgerlichen Denkweise, dem modernen Antikommunismus und bürgerlichen Institutionen versklavt zu werden. Man sollte nicht vergessen, dass es der Erzreformist Bernstein war, der dem Credo folgte: "Die Bewegung ist alles, das Ziel ist nichts."
Gerade weil die Jugendbewegung erwacht, braucht sie Organisiertheit und Bewusstsein.