Hafenarbeiteraktionstag
In 113 Häfen auf fünf Kontinenten: Hafenarbeiter im Streik!
Beginnend in Australien legen heute Hafenarbeiter in fünf Kontinenten, 22 Ländern und 113 Häfen die Arbeit nieder.
Die Streikenden unterbrechen über 40 % der Ladung im gesamten Mittelmeer. Das richtet sich gegen Waffentransporte in Kriegsgebiete, insbesondere auch gegen Waffen von und für Israel. Europa ist inzwischen der größte Waffenimporteur.
Über 25 Gewerkschaften weltweit haben sich zusammengeschlossen unter der Federführung des Weltverbandes der freien Gewerkschaften. Sie verstehen die Aktion auch als einen Test, was international organisierte Arbeiter erreichen können. Es gibt unter kapitalistischen Bedingungen keinerlei andere Mechanismen, um Waffentransporte zu unterbinden. Im Oktober 2025 und im Februar 2026 waren an den beiden ersten Streiktagen jeweils gut 20 Häfen beteiligt. Jetzt sind es 113! In Italien hat das Transportministerium offiziell bestätigt, dass sieben Häfen bestreikt werden. In Frankreich wird 95 % der Ladung ausfallen. In Hamburg ist auch die Gewerkschaft Verdi an der Aktion beteiligt.
Die Streiks sind in 22 Ländern und Regionen auf fünf Kontinenten vertreten. In der Teilnehmerliste sind die Unterstützungs- und Solidaritätserklärungen sowie Initiativen von Dutzenden Gewerkschaften und Verbänden aus anderen Branchen weltweit noch gar nicht enthalten.
Eine große Zahl von Gewerkschaftsorganisationen der Hafenarbeiter hat die Istanbuler Erklärung vom Mai 2026 unterzeichnet, die den politischen und gewerkschaftlichen Rahmen für den Aktionstag bildet. Jede Gewerkschaftsorganisation in jedem Land hat im Rahmen ihrer eigenen kollektiven Entscheidungsprozesse beschlossen, wie sie sich am 30. Oktober beteiligen wird. In Ländern wie Frankreich, Italien, Indien, Griechenland und der Türkei wurden 24-Stunden-Streiks ausgerufen, während in Marokko, Zypern und anderen Häfen Arbeitsniederlegungen von bis zu zwei Stunden angekündigt wurden. Gleichzeitig organisieren die Hafenarbeitergewerkschaften Demonstrationen und Kundgebungen in Städten und Häfen.
Der internationale Aktionstag der Hafenarbeiter setzte ein deutliches Zeichen gegen die imperialistischen Kriege. „Wir lassen uns nicht für ihre Kriegspläne einspannen.“ Über eine Million Demonstranten in mehr als 60 Städten Italiens beteiligten sich an den internationalen Hafenarbeiterstreiks. In Italien gleicht der heutige 24-Stunden-Streik einem Generalstreik. Trotz starker Polizeipräsenz und Zusammenstößen gingen mehr als 100.000 Menschen in Rom, 80.000 in Turin, 70.000 in Mailand und 60.000 in Bologna. Zum Erfolg des Streiks war die sehr hohen Beteiligung der Hafenarbeiter in Genua, Livorno bis nach Triest und Bari. Die Häfen wurden blockiert. Nichts lief mehr. Die französischen 25 Häfen beteiligten sich zu 95 %. Ein wichtiger Hafen Fos-sur-Mer (westlich von Marseille, im Süden) ist in der Hafenanlage Arcor Mittal. Die Hafenarbeitergewerkschaft ist stolz auf die 100% Beteiligung. Der Indische Konzern ist in große Schwierigkeiten geraten, da der Containerverkehr und die Stahlproduktion Europas stark beeinträchtigt wurde. Der Hafen Le Havre in der Normandie, Rouen an der Seine, der Hafen in Paris, Marseille und weitere 21 Häfen waren lahmgelegt.
Angesichts der eskalierenden Konflikte in der Ukraine und im Nahen Osten sowie der Gefahr eines allgemeinen Krieges sendet der 30. Oktober eine deutliche Botschaft an Konzerne, Regierungen und imperialistische Bündnisse. Die Völker der Welt haben nichts von imperialistischen Rivalitäten zu gewinnen und werden ihre Hände nicht mit dem Blut anderer Völker beflecken, um kapitalistische Profite zu erzielen. Wir verurteilen die neuen Verbrechen, die Israel in Hebron, Palästina, mit Unterstützung der USA, der NATO und der EU begangen hat. Berichte über die Aktionen in den vielen Häfen werden heute und morgen erst allmählich zugänglich sein. Hier erste Berichte:
Spanien
Aus Spanien wird berichtet: In Spanien dauerten die Arbeitsniederlegungen zwei Stunden (von 13:00 bis 15:00 Uhr) und betrafen die Häfen von Bilbao, Pasaia, Algeciras, Avilés, Barcelona, Valencia, Cádiz, Almería, Gijón, Santa Cruz de Tenerife, Huelva, Las Palmas, Málaga, Santander, Sevilla und Vigo. Organisiert werden die Streiks hauptsächlich vom staatlichen Koordinator der Seeleute (CETM) in Zusammenarbeit mit der LAB im Baskenland und anderen lokalen Gewerkschaften, wie die Organisatoren mitteilten. Auf Mallorca findet heute in Palma um 18 Uhr eine Kundgebung unter anderem von der Initiative Mallorca für Palästina gegen die Waffenlogistik in Häfen statt.
Hamburg/Deutschland
In Hamburg fand der Aktionstag als Veranstaltung von verdi statt. Auch ein Vertreter des Internationalen Hafenarbeitererfahrungsaustauschs hielt einen Redebeitrag. Es war eine Veranstaltung im Sinne der Gewerkschaften als Einheitsgewerkschaften, überparteilich mit verschiedenen Initiativen. Das gesamte Spektrum ist deutlich geworden, welche Diskussionen im Moment im Hafen laufen. Es waren Kollegen aus verschiedenen Betrieben, also Hamburger Hafen und Logistik AG. Wichtig war noch bei dieser Kundgebung, dass nicht nur Hafenarbeiter dort waren, sondern auch Transport Arbeiter aus anderen Bereichen nämlich der Hochbahn von Lufthansa Technik und außerdem noch von ein Kollege von Mercedes.
Griechenland
In Griechenland sind große Aktivitäten entwickelt worden. Leute dort sind an sieben Häfen. Durch Blockaden und Streiks bewegt sich kein Schiff mehr. Auf der Hauptdemonstration in Piräus wurde immer wieder gerufen „Hier ist Piräus! Wir die Arbeiter, die Arbeiterklasse kämpfen heute, wir singen und senden eine Botschaft gegen Imperialistische Kriege und Ausbeutung. Ein Riesenstrom von Hafenarbeitern, Schülern, Studenten und Menschen aus Athen und Piräus marschierten über die Allee Iroon Polytechniou und durchquerten die Stadt Piräus. An der Spitze das große Transparent mit der Parole „Fünf Kontinente – über 100 Häfen der Völker und des Friedens – Keine Stützpunkte der Imperialisten – Keine Opfer für ihre Profite“. Es folgten Blöcke von Gewerkschaften der Hafenarbeiter, PENEN, PEMEN, Peterson und zahlreiche weitere Gewerkschaften und Organisationen und Parteien. Hafenarbeiter aus Italien und Frankreich sendeten Streikgrüße nach Piräus – Tausende auf den Straßen von Livorno
In sieben Häfen Griechenlands bleiben die Schiffe einen ganzen Tag lang vor Anker. Es betrifft die Häfen von Piräus, Rafina, Lavrio, Patras, Igoumenitsa, Elefsina und Rio-Antirrio.. Nichts läuft mehr.
Rostock/Deutschland
MLPD und REBELL Rostock berichten: Viel Zustimmung und positive Reaktionen erhielten wir heute im Rostocker Überseehafen. Mit dem großen Transparent „Hafenarbeiter arbeiten nicht für euren Krieg! Keine NATO-Häfen!" erreichten wir viel Aufmerksamkeit und jeder merkte gleich, dass heute ein besonderer Tag ist: „An 100 Häfen weltweit sind heute Kämpfe und Aktionen gegen die Militarisierung", machten wir den Hafenarbeiteraktionstag bekannt und verteilten den Aufruf dazu. Mehrere fragten und fotografierten das Transparent. In den Gesprächen, mehr als sonst, kam die große Besorgnis der Kollegen über die wachsende Kriegsgefahr zum Ausdruck. Wenn wir Hafenarbeiter uns weltweit zusammenschließen, sind wir die überlegene Macht und können den Spieß umdrehen. Doch dazu müssen wir uns viel stärker organisieren.