Rostock
Familie mitten in der Nacht abgeschoben!
Über die Abschiebung einer Familie aus Honduras mitten in der Nacht berichtete die Ostsee-Zeitung am 24. Oktober:
„Gegen zwei Uhr standen auf einmal acht Polizisten mit Taschenlampe vor der Wohnungstür“, erzählt der Vater. Nachdem er die Tür geöffnet hatte, seien die Beamten gewaltsam ohne Erklärung in die Wohnung eingedrungen. „Ihr habt 15 Minuten Zeit, um eure Sachen zu packen“, hieß es, und wenig später wurden er, seine Frau und die sechsjährige Tochter wie Kriminelle zum Flughafen gebracht. Die Abschiebung kam völlig überraschend. Erst vor drei Jahren flohen sie vor der Bandenkriminalität aus Honduras nach Deutschland. Beide Eltern hatten Arbeit und Duldung, die Tochter sollte eingeschult werden.
Warum es zur Abschiebung gekommen ist, erklärt die Anwältin so: Die Familie habe noch in der Nacht den sogenannten „Widerruf ihrer Duldung“ erhalten. Das behördliche Dokument beendet den legalen Aufenthalt in Deutschland und macht eine Abschiebung möglich – sobald es zugestellt wird. „So wird natürlich verhindert, dass wir in Widerspruch dazu gehen“, kritisiert die Juristin.
"Rostock hilft e. V." und der Migrantenrat Rostock protestierten in einer gemeinsamen Erklärung: „Ein sechsjähriges Kind mitten in der Nacht abschieben – wir sind wütend… Wir fordern eine sorgfältige Prüfung aller rechtlichen Bleibeperspektiven – unter Berücksichtigung des Kindeswohls und der familiären Situation. Rechtliche Spielräume müssen verantwortungsvoll genutzt werden. Kein Kind ist illegal!“
Auch viele Rostocker und Freunde der abgeschobenen Familie sind entsetzt und bringen auf Instagram ihre Wut und Empörung zum Ausdruck: „Grauenvoll. 😩 Wie kann das alles nur real direkt vor unserer Haustür geschehen – unerträglich und abgrundtief falsch, dass es Menschen gibt, die das auch noch ernsthaft vollstrecken und da mitmachen.“ Oder: „Jede Abschiebung ist ein Verbrechen. Organisieren wir uns dagegen. Jetzt.“
Ja, diese Abschiebungen müssen sofort gestoppt werden. Solch überfallartige nächtliche Deportationen sind inzwischen keine Einzelfälle mehr, sondern haben Methode. Sie sollen einschüchtern und die Wahrnehmung der letzten verbliebenen Rechte von Migranten verhindern.
Deshalb:
Stopp der Abschiebungen! Für ein uneingeschränktes Asylrecht für alle Unterdrückten auf antifaschistischer Grundlage!