Das ist Perspektive drin!

Das ist Perspektive drin!

Die sozialistische Jugendbewegung prägt die Proteste - sie steht für die Zukunft der Jugend!

Zehntausende Jugendliche gingen am gestrigen 31. Oktober auf die Straße. Die Bandbreite der Themen reichte vom Kampf gegen imperialistische Kriege, die faschistische Gefahr und die sich rasant entfaltende globale Umweltkatastrophe bis zur massenhaften Arbeitsplatzvernichtung durch die Konzerne, den Abbau sozialer Errungenschaften und für bessere Bildung.

Von Korrespondentinnen und Korrespondenten
Die sozialistische Jugendbewegung prägt die Proteste - sie steht für die Zukunft der Jugend!
Gestern in München (rf-foto)

Zwar hatte die Initiative „Gen Z regelt“ zu den Protesten aufgerufen, dazu beigetragen hat sie aber nichts, außer dem gescheiterten Versuch, die entstehende sozialistische Jugendbewegung mit antikommunistischer Organisationsfeindlichkeit und einem überheblichen Führungsanspruch einer angeblich klassenlosen „Gen Z“ zu unterwandern. Die Proteste am 31.10. wurden von den Kräften der sozialistischen Jugendbewegung getragen. Wenn es nach der Erklärung von Gen Z regelt gegangen wäre, hätten diese Organisationen gar nicht da sein dürfen. Hätte sich der auf der Website verbreitete Kurs der ominösen „Organisatoren“ durchgesetzt, dann wäre gestern kollektiv die Politik der Regierung bejammert worden, die das Vertrauen in die Demokratie zerstört und verkappte Faschisten hätten ganz gleichberechtigt ihre Demagogie unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern verbreiten können.

 

Die Anziehungskraft der Proteste lag gerade darin, dass der Imperialismus als gemeinsame Ursache der verschiedenen Zukunftsprobleme der Jugend thematisiert und die Verbindung zu den Kämpfen der Arbeiterklasse hergestellt wurde, dass die Aktionen sich klar antifaschistisch positionierten haben und viele Redner und Rednerinnen für eine radikale, also grundlegende, Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse sprachen.

 

261101 Jugenddemo zum Marx in Chemnitz

In Chemnitz führte die Demo zum Karl-Marx-Denkmal - wie passend!

 

„Gen Z regelt“ will jetzt weiter machen, aber womit eigentlich? Der internationale Jugendstreik am 20. November wird längst intensiv vorbereitet. Es muss breit dafür mobilisiert werden. Er braucht keine Online-Initiative, die sich anmaßt, ohne irgendwelche demokratisch gewählten Strukturen einer ganzen Generation ihre „Regeln“ überzustülpen und deren politisches Profil sich auf antikommunistische Spaltung und Offenheit für rechts beschränkt. Vorschläge, wie der Kampf um die Zukunft der Jugend geführt werden muss, findet man bei ihnen nicht.

 

Vielen Teilnehmern und Teilnehmerinnen war klar: Der Kampf für die Zukunft der Jugend braucht vor allem Organisation und die enge Verbindung zur Arbeiterklasse. Das ist mehr, als Teil einer Telegram zu sein oder einem Insta-Profil zu folgen. Organisiertheit bedeutet, sich für ein gemeinsames Ziel zusammenzuschließen, dafür geeignete Prinzipien zu beschließen, die eigene Arbeit selbst zu finanzieren, ohne sich abhängig zu machen, und auf dieser Grundlage gemeinsam die praktische Arbeit festzulegen, sodass alle ihre Fähigkeiten zur Entfaltung bringen können. Eine Organisation ist mehr als die Summe ihrer Mitglieder. Sie setzt die Fähigkeiten ihrer Mitglieder so ein, dass Stärken voll entfaltet und Schwächen ausgeglichen werden können. Verschiedene Organisationen arbeiten auf der Grundlage ihrer Gemeinsamkeiten zusammen, wie im Bündnis gegen Wehrpflicht, und setzen sich in der praktischen Zusammenarbeit über ihre Unterschiede auseinander, sodass sich immer mehr gemeinsame Standpunkte entwickeln und auf immer mehr Feldern praktisch zusammengearbeitet werden kann.

 

Die Führungsgruppe von Gen Z regelt, die sich irgendwelche Regeln ausdenkt und dann von einer ganzen Generation erwartet, dass sie diese einhält, dient nicht dem Kampf um die Zukunft der Jugend, sondern will die notwendige Organisiertheit durch eine lose Vernetzung über das Internet ersetzen. Die Jugendlichen sollen nicht mitentscheiden, welche Forderungen wie erkämpft werden, sondern die selbsternannte Gen z regelt entscheidet alles und rühmt sich am Ende mit der Teilnahme vieler Jugendlicher. Damit wollen sie eine Führungsrolle in der Rebellion der Jugend beanspruchen und sie letztlich in bürgerliche Bahnen lenken.

 

Auf den Demos gestern hat sich bundesweit wirkliche Überparteilichkeit durchgesetzt. Fahnen verchiedenster Organisationen zu sehen. Die von Bildzeitung und Polizei offenbar geradezu herbeigesehnten Krawalle blieben aus, Plünderungen von Provokateuren oder Egoisten blieben die absolute Ausnahme. Trotzdem wurde in Frankfurt sogar das SEK eingesetzt. Das war dann der Aufmacher in allen bürgerlichen Medien heute. Innenminister Dobrindt hetzte fast wortgleich wie die DfD gegen "linke Gruppen und Chaoten aus dem migrantischen Milieu."

 

Wer wirklich daran interessiert ist, die Rebellion der Jugend zu organisieren, ist in der MLPD und ihrem Jugendverband REBELL richtig. MLPD und REBELL sind aktiv in der antifaschistischen Bewegung, im Bündnis gegen Wehrpflicht, in den Kämpfen der Arbeiterklasse und Umweltbewegung. Sie wenden sich mit systematischer Kleinarbeit an die Masse der Jugend in den Lehrwerkstätten, Schulen, Universitäten und Wohngebieten, machen eine Intensive Jugendbildungsarbeit zu den gesellschaftlichen Ursachen der alltäglichen Probleme der Jugend, organisieren freundschaftlichen solidarischen Zusammenhalt über Ländergrenzen hinweg und haben ein großes Gesellschaftliches Ziel: Den echten Sozialismus, in dem es keine imperialistischen Kriege, keine Ausbeutung und Unterdrückung mehr gibt, weil die ganze Gesellschaft für die Bedürfnisse der Menschen arbeitet, anstatt für die Profite einiger weniger.

 

Rote Fahne News berichtete gestern schon ausführlich. Der Bericht setzt einen klaren Kontrapunkt zur weitgehend verlogenen Berichterstaatung in vielen bürgerlichen Medien. Heute weitere Berichte unserer Vor-Ort-Korrespondentinnen und Korrespondenten (zum Teil etwas gekürzt, damit möglichst alle zu Wort kommen).

Augsburg: Über 1000 vorwiegend Jugendliche zogen kämpferisch durch die Stadt

Organisiert und mobilisiert für die Demo wurde von den linken Kräften und Organisationen in Augsburg. Ganz im Gegensatz zur zentralen Ausrichtung der GenZ-Initiatoren war die Demo klar antifaschistisch ausgerichtet, und es wurde in den Redebeiträgen die Einheit von Jugend-, Arbeiter- und Volksbewegung betont, und auch die Hetze in den Medien verurteilt. Neben Palästinafahnen und wenigen Parteifahnen, war die Rebellfahne mittendrin. Auch der Rebellflyer wurde von den meisten gerne genommen, und einige wollen den Jugendverband Rebell auch näher kennenlernen, und haben Interesse an der Studiengruppe zur Lehre von der Denkweise. Eine Gruppe von antifaschistischen Jugendlichen griff auch die Kritik an dem zentalen GenZ-Aufruf auf, und stimmte zu, dass es ein Versäumnis war, im Vorfeld sich nicht bewusst damit auseinanderzusetzen, was sie noch nachholen wollen.

Bielefeld: "Offen zeigte sich das Potential einer sozialistischen Jugendbewegung"

Nach offiziellen Angaben beteiligten sich 2500 Leute an der Gen-Z-Demo in Bielefeld. Es war eine von überwiegend jungen Leuten geprägte Demonstration mit Zwischenkundgebungen. Keine Ausschreitungen, keine Provokationen seitens des Staatsapparates. Die im Vorfeld von den bürgerlichen Medien betriebene Hetze gegen die Jugendbewegung und die Diskussion um den Veranstalter sorgte anfangs offensichtlich für Verhaltenheit. Die Bandbreite an linken Parteien und Jugendverbänden aus Bielefeld und Umgebung trat mit ihren Fahnen auf und skandierte antimilitaristische-, antifaschistische-, antikapitalistische- und Solidaritätsrufe für Palästina. Offen zeigte sich das Potential eine sozialistischen Jugendbewegung.

Bremen: Tausende schließen sich Jugendprotesten an

 

261101 Foto Demo Bremen

Jugenddemonstration am 31. Oktober in Bremen

Gestern Nachmittag fand in Bremen eine Demo unter dem Aufruf „Gen Z regelt“ statt. Fast 3000 Jugendliche und Erwachsene gingen auf die Straße, um gegen Krieg, Kürzungspolitik, Umweltzerstörung und Wehrpflicht zu kämpfen. Die Stimmung war allgemein sehr aufgeschlossen. Den Demozug prägte eine kämpferische Stimmung mit Parolen wie „Jugend – Zukunft – Sozialismus!“ oder „Viva, viva Palästina!“ Fast alle, mit denen wir gesprochen haben, teilten unsere Kritik am bundesweiten Aufruf, dass man keine gemeinsame Sache mit rechten bis faschistischen Kräften machen sollte und dass die Jugendproteste klar antifaschistisch bleiben müssen. Wir haben an diesem Tag auch die Organisiertheit in den Mittelpunkt gestellt und dadurch einige neue Kontakte gewonnen. Die Masse der Jugend sucht nach einem Ausweg aus den kapitalistischen Krisen und Kriegen. Wir standen klar für eine revolutionäre Alternative, aber dafür muss sich die Jugend organisieren. Es ist Zeit, eine sozialistische Jugendbewegung aufzubauen, doch nur in Einheit mit der Arbeiterbewegung kann sie auch erfolgreich sein. Die Demo verlief größtenteils friedlich, jedoch wurden gegen Ende einzelne Demoteilnehmer aus bisher unbekannten Gründen festgenommen, woraufhin es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei kam, welche auch gewaltsam gegen sich solidarisierende Mitdemonstranten vorgegangen ist.

Dortmund: 800 vor allem junge Menschen demonstrierten gestern für ihre Rechte

Ein junger Kollege von der Partei „Die Linke“ hat die Demonstration angemeldet. Er bekam dafür skandalöserweise eine Strafanzeige, weil er die Frist für die rechtzeitige Anmeldung versäumt habe. Wir haben von der MLPD Dortmund mit einer Delegation und einem Schild: „Für eine sozialistische Jugendbewegung! Für die Kampfeinheit von Arbeiter- und Jugendbewegung! MLPD & REBELL“ teilgenommen. Deutlich wurde, dass die Teilnehmer in Dortmund mit dem Aufruf der Gen Z- Proteste im Internet herzlich wenig zu tun hatten. Ein Slogan wurde sehr laut gerufen: „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut!“ aber auch die Parole: „Jugend, Zukunft, Sozialismus!“ wurde angestimmt. Es waren Jugendliche der Proteste gegen die Wehrpflicht da, die auch dafür warben am 20.11. in Dortmund an dem internationalen Jugend- und Streiktag teilzunehmen. Eine Kollegin griff Vonovia für ihre Profitmaximierung auf Kosten der Mieterinnen und Mieter an. Die Kundgebung stimmte an: „Runter mit den Mieten, hoch mit der Bildung!“ Von vielen Rednerinnen und Redner wurde die Einheit von Jung und Alt für den Kampf um die Verbesserung der Lebensverhältnisse betont, aber auch die Verbindung von Arbeiter, Gewerkschafts- und Jugendbewegung. Und für viele war ein Anliegen antikapitalistisch und antifaschistisch zu sein. Eine Kollegin der GEW überbrachte ein Grußwort der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Einige ältere Teilnehmer begründeten die Teilnahme an der Demo mit ihrer Kritik an der Kriminalisierung der Jugendproteste und dass sie sich deshalb solidarisch mit den Protesten zeigen wollten. Ein IG Metaller vom Internationalistischen Bündnis berichtete von den Kämpfen der Metaller gegen die Ausbeutungsoffensive in den Betrieben und den Kämpfen dagegen. 

Dresden: "Der Tag ist nach unserer Bilanz sehr erfolgreich verlaufen"

Gestern beteiligten uns als Rebell an dem "GenerationZ" Prostest in Dresden. Aufgrund des merkwürdigen Aufrufs auf der GenZ Internetseite zu der Demonstration waren wir seit Anfang sehr skeptisch dieser Veranstaltung gegenüber. Dennoch wollen wir als junge Sozialisten diese wichtigen Forderungen mit auf die Straße bringen und uns gleichzeitig weiter vernetzen, um eine kämpferische Jugendorganisation aufzubauen. Wir waren von dem Protest sehr positiv überrascht, von der auf der Internetseite angekündigten "Querfront von rechten und linken" war nichts zu sehen und die Demonstration war von Anfang an klar antifaschistisch und antikapitalistisch einzuordnen. Wie zu erwarten waren die meisten Teilnehmer jugendliche Personen, dennoch wurde die Demonstration auch von Menschen verschiedensten Alters unterstützt, was sehr zu befürworten ist. Insgesamt gingen heute in Dresden über 3000 Menschen gegen Krieg und Militarisierung auf die Straße und wir konnten im gleichen Zuge für die kommenden Proteste am 20.11. werben.

Düsseldorf: „Wir sind nicht in diesem System gefangen“

So eine junge Teilnehmerin der kämpferischen Demo gestern in Düsseldorf. Rund 4000 Demonstrantinnen und Demonstranten waren auf der Straße, die meisten Jugendliche. Ihre Forderungen waren breit gefächert: Gegen marode Schulen, dass kein Geld für die Gesundheitsversorgung da ist, gegen Krieg, für mehr psychologische Beratung, gegen Faschismus und für Solidarität für Palästina. Das Bild der Demo war geprägt von Linken, Gewerkschaftern, angeführt wurde die Demo von Organisationen der sozialistischen Jugendbewegung. Aktiv dabei war der REBELL, wir beteiligten uns und förderten das offene Mikro. Die Moderation unterstützten kämpferische Mercedes-Arbeiter, die u.a. von den Septemberstreiks in der Autoindustrie berichteten und wie dort die Kampfeinheit von Jung und Alt sich entwickelte und für Schlagkraft sorgt. Trotz tagelanger Hetze und Warnungen in fast allen Medien waren so viele Menschen gekommen und die Demo war sehr diszipliniert. Als die Polizei mitten auf der Kö darauf bestand, dass die Zahl der Ordner erhöht werden musste, kamen sofort über 20 Kolleginnen und Kollegen, um das zu unterstützen. Die Demo, die dafür kurz anhalten musste, nutzte die Zeit, um die Passanten auf der Kö zu informieren. Vom Mikrofon wurde später noch protestiert gegen massive Polizeipräsenz: Wasserwerfer, Räumpanzer, Polizeipferde, Pfefferspray usw - alles war aufgefahren worden. 

Duisburg: „Die Reichen wolle Krieg, die Jugend will Zukunft!“

300 vorwiegend Jugendliche, aber auch ältere Mitstreiter, demonstrierten kämpferisch durch den Duisburger Stadtteil Hamborn. „Wir sind hier, wir sind laut, weil Ihr uns die Zukunft klaut“ – „Die Reichen wollen Krieg, die Jugend will Zukunft!“ – schallte es durch die Straßen, Forderungen nach einem 100-Milliarden-Programm für Bildung, gegen die Wehrpflicht. Die Demonstration war antifaschistisch und antikapitalistisch geprägt: „Alerta, alerta, antifaschista“ und „Solidarität heißt Widerstand, Kampf dem Faschismus in jedem Land!“ Viele Daumen hoch aus Autos, von Balkonen und Fenstern. Die Initiative für die Duisburger Demonstration hatte der „Offene Treff gegen Krieg und Sozialabbau“ ergriffen, linke und revolutionäre Jugendorganisationen griffen sie auf und beteiligten sich. Von politischen Parteien waren MLPD und die Die Linke sichtbar vertreten, es gab viele Fahnen für die Solidarität mit dem palästinensischen Volk. Die Moderatorin rief auf: „Organisiert Euch! Schließt Euch einer der Jugendorganisationen an – es gibt viele Möglichkeiten!" Solidarität und der Wunsch, die sozialistische Jugendbewegung zu stärken, war allen gemeinsam. Neue Kontakte wurden geschlossen, Adressen getauscht, REBELL-Magazine verkauft. Bei den Auftakt- und Schlusskundgebungen wurde der Kurs der Regierung angegriffen – die Umstellung auf Kriegswirtschaft und Kriegsvorbereitung, steigende Mieten, Inflation, Kürzungen zu Lasten der Jugend, bei Bildung, Schulen und Kultur. Die Vertreterin des REBELL stellte heraus, dass die Jugend weltweit rebelliert, Arbeiter- und Jugendbewegung zunehmend gemeinsam auf die Straße gehen. Kritisch warf sie auf: „Wie kann man im Aufruf der Gen Z davon sprechen, wir sind nicht rechts, nichts links, wir sind die Mitte? Wir werden das nicht alleine regeln, sondern brauchen die Einheit von Jung und Alt! Unser Kampf muss antifaschistisch sein, und er braucht Perspektive – den echten Sozialismus!“

Erfurt: "Jugend, Zukunft, Sozialismus" war eine der meist gerufenen Parolen

Das war eine neue Qualität der sozialistischen Jugendbewegung, die da auf der Straße war. REBELL, MLPD, Young Struggle, SDAJ, DKP, RKP, FAU - zahlreiche Organisationsfahnen- und Transparente waren zu sehen. Bis zu 1.000 Jugendliche beteiligten sich an dieser kämpferisch-optimistischen Zukunftsdemonstration. Den größten Applaus gab es, wenn die Redebeiträge Zusammenhänge der verschiedenen Probleme herstellten, den Kapitalismus angriffen und für den Sozialismus warben. Der Paket-Dienst DPD warnte, dass es angesichts der bundesweiten Proteste zu Verzögerungen bei Paketlieferungen kommen könnte - dabei war in Thüringen Feiertag. Das war ebenso absurd, wie dass zwei Läden in der Innenstadt ihre Fensterscheiben verbarrikadierten. Die Demonstration lief diszipliniert ab und machte einen den Massen zugewandten offenen Eindruck. Durch eine kleine Provokation von rechten Kräften am Rande ließ sich die Demonstration nicht beeinflussen. Der zuvor nur von der MLPD prinzipiell kritisierte "offizielle" bundesweite Aufruf spielte bei der Demonstration keine Rolle, aber das kleinbürgerliche Motto "GenZ regelt" wurde trotzdem übernommen. Das kritisierten auch die Falken in ihrem Redebeitrag, die sagten "Nein, GenZ kann das alles nicht regeln. Dazu ist mehr nötig". Der Jugendverband REBELL, der auf der Abschlusskundgebung eine Rede hielt, schloss sich dieser Kritik an: "Wir sind dagegen, einen Kult um Gen Z zu machen und uns von erwachsenen Arbeitern und Revolutionären abzugrenzen. Das spaltet uns in Alte und Junge und schwächt damit unsere Schlagkraft. Was wir brauchen ist eine sozialistische Perspektive. Wir brauchen eine Gesellschaft, in der die Menschen und die Natur im Mittelpunkt stehen und nicht die Profite der Konzernbosse." Am Ende der Demo standen Jugendliche Schlange an der Stickerbox des REBELL, um sich mit Aufklebern gegen Spende einzudecken. Mindestens fünf Exemplare des Parteiprogramms der MLPD wurden gegen Spende weitergegeben.

Frankfurt am Main: Die Teinehmerinnen und Teilnehmer fühlten sich als Teil der weltweiten Rebellion der Jugend

10.000 Menschen auf der Straße. Gründe für die Teilnahme waren: kaputte Schulen, Kampf gegen Wehrpflicht, Situation an den Schulen und Universitäten, wegen Klimakrise und die Umweltzerstörung. Sie fühlten sich als Teil der weltweiten Rebellion der Jugend, ob in Frankreich, Italien, Spanien usw. Mit dabei waren Mütter mit ihren Kindern, Lehrer, Omas und Opas. Sie alle einten der Einsatz für die Zukunft der Jugend. Auffallend war, dass die Jugendlichen sehr aufgeschlossen waren für den Sozialismus.MLPD und Rebell waren im Einsatz. Wir machten immer Trupps von erfahrenen Genossen und jungen Rebellen. RKP und FDJ wollen weiter mit dem Rebell zusammenarbeiten und haben Interesse am rebellischen Musikfestival. Zudem haben wir zur Lesegruppe zum RW 40 und zum Freitagsreff in Frankfurt eingeladen und zum frauenpolitischen Ratschlag. Der Flyer vom Jugendverband Rebell „Weltweit Rebellion – stärkt die sozialistische Jugendbewegung!“ stieß auf viel Interesse. Viele Jugendliche bewegte die Frage, was kommt nach der Demo. Einigkeit bestand  darin, dass der Zusammenschluss, die Organisiertheit erhöht und das ganze System des Kapitalismus ins Visier genommen werden muss. Der 20.11. als europaweiter Streiktag der Jugend muss gemeinsam vorbereitet werden und koordiniert werden. In diesen Kämpfen entsteht eine sozialistische Jugendbewegung.
Entgegen dem Aufruf von „Gen-Z“ war so gut wie niemand bereit, auch Faschisten zur Demo zuzulassen. Ein kleiner Trupp von 7 Leuten mit Deutschland-Fahne wurde mit „Haut ab“ verabschiedet. Besonders hervorzuheben ist, dass in einer Auftaktrede einer Gewerkschafterin die Einheit der Jugendbewegung mit der Arbeiterbewegung entscheidend ist.

Nürnberg: Von Krawallmachern keine Spur

Auf der Website von Gen Z Regelt steht, dass jeder, egal ob man dem rechten oder linken politischen Spektrum angehöre, mitmachen kann, solange man nicht „extremistisch“ sei. Dieser Vorbehalt gilt natürlich hauptsächlich fortschrittlichen und revolutionären Kräfte, eben auch gegen uns, so dass man die Bewegung in reformistische, parliamentarische Bahnen lenken kann. Die Jugend in Nürnberg positioniert sich links und lässt sich nicht spalten. Daher entstand in kürzester Zeit auch ein Meer aus Fahnen und Transparenten mit über 6000 Menschen! Zu sehen waren Anarchisten, verschiedene sozialistische Gruppen und Organisationen, die Linkspartei entsandte auch von der Literaturmesse eine Delegation, ein großer Block Palästinenser war auch dabei, genauso wie Gewerkschaften. Bei dem dreistündigen Demomarsch war die Stimmung kämpferisch und es kam zu keinen körperlicher Auseinandersetzung. Der Kapitalismus und die merzsche Regierung wurden kritisiert und antifaschistische Parolen wurden skandiert. Trotz all dem gab es wenige Parolen um den Sozialismus und wir hatten selbst kein Mikro um die gesellschaftliche Alternative lautstark unter die Jugend zu bringen. Schlussendlich endete die Demonstration wieder am Kornmarkt. Wir führten einen weiteren kleinen Einsatz durch, als ein kleiner Teil des Protestes eine spontane Demo begann, die aber rapide durch gewaltsames Eingreifen der Polizei gestoppt wurde. Nach den Angaben verschiedener Personen griff die Polizei mit Reizgas die Demonstranten an und kesselten diese, sowie auch völlig unbeteiligte Menschen, in einer Straße mit Geschäften ein. Das brutale Vorgehen der Staatsbehörden ist scharf zu kritisieren! Wie viele bei diesem Angriff zu Schaden kamen, wissen wir zum Zeitpunkt des Berichtes nicht.