29. Oktober 1956

29. Oktober 1956

Beginn des Suezkriegs und israelisches Massaker an Palästinensern im jordanischen Grenzgebiet

Vor 70 Jahren erwies sich Israel durch einen militärischen Überfall auf Ägypten vor aller Welt als willfähriges Werkzeug des Imperialismus und trat dabei erneut als brutaler Schlächter des palästinensischen Volkes auf. Die Zionisten versuchten 1956, die angespannte internationale Lage für sich auszunutzen, die durch die von den USA in den Volksdemokratien Polen und Ungarn geschürte konterrevolutionären Umtriebe entstanden war.

Von dk
Beginn des Suezkriegs und israelisches Massaker an Palästinensern im jordanischen Grenzgebiet
(Karte: shutterstock_2754199183)

Der Hintergrund ihres Angriffs war die Entwicklung des nationalen Befreiungskampfs: 1952 hatten fortschrittlich-nationale Offiziere unter Führung Gamal Abdel Nassers das feudale Regime in Ägypten gestürzt. Durch die Anlehnung an das damals existierende sozialistische Lager wollte Nasser das Land aus der Vorherrschaft des Imperialismus befreien. Im Juli 1956 wurde dazu der Suez-Kanal in ägyptischen Nationalbesitz überführt, um mit den Einnahmen aus den Schiffspassagen die Industrialisierung des Landes zu fördern. Um das rückgängig zu machen und die Regierung Nasser zu stürzen, überfielen israelische Truppen das Land, gefolgt von französischen und britischen Interventionstruppen. Gleichzeitig sollten israelische Truppenbewegungen an der Grenze zu Jordanien als Ablenkungsmanöver dienen.

 

Eine kurzfristig verhängte Ausgangssperre richtete sich dort gegen die palästinensischen Bewohner der Siedlungen, die seit dem Krieg von 1948 unter israelischer Militärverwaltung standen. In dem Dorf Kafr Kassem wurden die Einwohner davon überrascht: „Auf diejenigen … die kurz nach 17 Uhr in mehreren Wellen ahnungslos in ihr Dorf zurückkehrten, schossen die israelischen Soldaten aus allen Rohren. Ein Teil der palästinensischen Arbeiter wurde von ihren Lastwagen heruntergeholt, in einer Reihe aufgestellt und hingerichtet.“ (1) Insgesamt fielen 51 Menschen dieser faschistischen Untat zum Opfer, darunter ein siebenjähriges Kind, dessen 90jähriger Großvater und eine schwangere Frau.

 

In der Reaktion auf das Massaker entwickelte sich international das antiimperialistische Bewusstsein über den verbrecherischen Charakter des zionistischen Regimes. Auch die militärische Intervention in Ägypten endete bereits nach wenigen Wochen erfolglos und musste aufgrund des internationalen Drucks aufgegeben werden. So hatten sich in der Sowjetunion zehntausende Freiwillige gemeldet, die dem ägyptischen Volk zu Hilfe kommen wollten. Zunächst gab der erfolgreiche Widerstand Ägyptens allen antikolonialistischen Kräften in Nordafrika und im vorderen Orient weiter Auftrieb. Die britischen und französischen Imperialisten erlitten eine Niederlage und der Verfall des alten Kolonialsystems wurde beschleunigt.

 

Doch die weitere Entwicklung war kompliziert, wie die MLPD 1983 feststellte: „Die verschiedenen, oft durch Militärputsch an die Macht gekommenen Regimes in Ägypten, Syrien, Libyen und dem Irak erwiesen sich als unfähig, die Befreiung der arabischen Völker vom Imperialismus konsequent voranzutreiben, auch wenn dies als ausdrückliches Programm verkündet wurde. Selber aus einer privilegierten Kaste stammend, vertraten und vertreten sie die Interessen der nationalen Bourgeosie; sie sind nicht in der Lage und auch nicht willens, die arabischen Völker wirklich in einen Volkskrieg zur Befreiung ihrer Länder zu führen.“ (2)

 

Durch die Herausbildung neuimperialistischer Länder auch in dieser Region der Welt haben sich die Kampfbedingungen seitdem erneut verändert, wobei eine imperialistische Zielrichtung gleichgeblieben ist: „Es geht um die Unterdrückung des um sein Heimatrecht kämpfenden palästinensischen Volkes, der einzigen konsequent antiimperialstischen Kraft im Nahen Osten.“ (3)