Jugendproteste
Frankreich: Woher kommt die Gewalt?
Wieder und wieder werden in den Massenmedien die Bilder von Vandalismus, Plünderungen und in Brand gesetzten Gebäuden gezeigt und damit eine weitere Faschisierung des Staatsapparats begründet und vorbereitet. Woher kommen und wer sind diese als Randalierer bezeichneten Jugendlichen?
Es wurde auf RF-News schon von Provokateuren berichtet und es gibt darunter auch kriminelle Banden. Allerdings war am Samstag, 17. Oktober, von Zehntausenden Jugendlichen in den verschiedenen Großstädten Frankreichs die Rede. Mehrere Tausend überwiegend Jugendliche wurden an einem einzigen Tag festgenommen, davon viele Minderjährige. Die Justiz verurteilt die Verhafteten gegenwärtig zu harten Strafen.
Bei den Angriffen auf Geschäfte und öffentliche Gebäude spielen anarchistische Einflüsse eine gewisse Rolle. Das Motiv vieler Jugendlichen sind blinder Zorn und Hass. Ein Großteil von ihnen geht nicht in Gymnasien. Das bleibt vielen Jugendlichen aus Arbeiterfamilien oder mit migrantischer Abstammung verschlossen oder sie wurden gar der Schule verwiesen, die nicht imstande war, ihnen zu helfen. In Frankreich gibt es jährlich etwa 76.000 Schulabgänger ohne Abschluss.
Die herrschende Gesellschaft erleben viele der Jugendlichen als gewalttätig und feindlich, nicht nur in der "großen" bürgerlichen Politik, sondern ganz persönlich an der eigenen Haut. Alltägliche Schikanen durch die Polizei in den Arbeitervierteln, fehlende beruflicher Perspektive in den Vorstädten mit an die 25 Prozent Arbeitslosigkeit und mehr unter jungen Erwachsenen, dagegen Luxusgeschäfte im reichen Paris, die für sie unerreichbar sind. Und jetzt die Polizei- und staatliche Gewalt gegenüber nur allzu legitimen Forderungen der Protestbewegung.
Gewalt und Zerstörung werden in erster Linie von einer Gesellschaft produziert, die auf Ausbeutung, Ungerechtigkeit und Unterdrückung beruht. So entlud sich der Zorn am letzten Samstag auch in blinder Gewalt. Das rechtfertigt diese keinesfalls und sie schadet den berechtigten Kämpfen. Sie ist keine Lösung und diese wütenden Jugendlichen wurden als erstes von der Polizei geschnappt, nicht die geschickt organisierten Kriminellen und erst recht nicht die Provokateure.
Im Gegenteil wird die blinde Wut durch die Bourgeoisie instrumentalisiert, um eine noch volksfeindlichere Politik durchzusetzen. Die Jugendlichen haben recht, die kapitalistische Gesellschaft abzulehnen, aber das muss in einem organisierten Kampf mit Perspektive erfolgen - indem man Neues aufbaut, eine sozialistische Jugendbewegung für eine neue sozialistische Gesellschaft. Die Jugend massenhaft davon zu überzeugen, vor dieser Aufgabe stehen die Marxisten-Leninisten.