A8-Fertigung

A8-Fertigung

VW-Krise: Soll Produktion von Neckarsulm nach Leipzig?

Mitte Oktober wurde bekannt, dass Audi und Porsche über eine gemeinsame Produktion im Leipziger Porsche-Werk nachdenken. Welche Rolle spielten diese Gespräche am 21. September?

Von jw

Unter anderem die LVZ und der MDR berichteten, dass die Produktion des Audi-Flaggschiffs A8 künftig in der Messestadt erfolgen könnte. Bisher und das macht auch die Brisanz der Meldung aus, wird der A8 in Neckarsulm produziert. Also dort, wo die Audi-Geschäftsleitung über eine Werksschließung mehr als nur nachdenkt. Hier in Baden-Württemberg will die Geschäftsleitung die A8-Produktion Ende des Jahres auslaufen lassen. Beide Geschaftsleitungen halten sich bedeckt.

 

Um so wichtiger ist für die Belegschaften, sich gegenseitig zu informieren, um nicht gegeneinander ausgespielt zu werden. Für solche Erpressungen ist die Porsche-Geschäftsleitung durchaus berüchtigt. So prüft sie derzeit auch eine Rückverlagerung der Produktion des Cayenne von Bratislava (Slowakei) nach Leipzig. Das wollen die Porsche-Bosse allerdings an eine „spürbare Absenkung der Löhne“ knüpfen (FAZ).

 

Der 21. September als branchenweiter Streiktag der IG Metall in der Autoindustrie war ein richtiger Schritt gegen diese Spaltungsversuche. Der nächste muss auch andere Länder einbeziehen. Das wäre über den internationalen Gewerkschaftsdachverband IndustriAll Global Union auch gut möglich. Präsidentin dieser Gewerkschaftsunternationale ist Christiane Benner.

 

Dass dies kein Selbstläufer wird, mussten die Leipziger Autobelegschaften, allen voran bei BMW und Porsche, am 21. September erfahren. Denn die IG-Metall-Ortsverwaltung beteiligte sich in keiner Weise an diesem Aktionstag. Obwohl es dafür - namentlich bei BMW - Zustimmung gab. Kollegen vermuten, dass manche IG-Metall-Funktionäre die laufenden Hintergrundgespräche über Produktionsverlagerungen nicht atmosphärisch stören wollten.

 

Jedes Hoffen auf vermeintliche Stellvertreter schwächt die Belegschaften. Selbst ein offizieller Aufruf des IG-Metall-Vorstands ersetzt nicht die Vorbereitung und Durchführung durch die Belegschaften vor Ort. Einen solchen Aufruf zu ignorieren, muss innerhalb der IG Metall aufgearbeitet werden.