Frankfurt/Main

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Umweltaustausch mit kompetenten internationalen Vertretern

Die Vorbereitung der internationalen Umweltratschlags am 23. bis 25. Oktober nutzten wir für eine Gesprächsrunde mit Gästen aus Mali und Pakistan.

Unser Blick auf die weltweite Entwicklung wurde geschärft. Die Länder der Sahelzone in Westafrika sind geschichtlich eng verbunden und flächenmäßig größer als Europa, erklärte der Vertreter aus Mali. Umweltkämpfern gelingt es, Protestaktionen über Ländergrenzen hinweg zu organisieren. Die Gefahren für die Umweltaktivisten sind hoch, weil sie sich gegen die Interessen internationaler Konzerne und korrupter Regierungen in Afrika und Asien stellen.

 

In Mali kaufen Konzerne riesige Ländereien auf, um zum Beispiel Palmöl zu gewinnen und wichtige Rohstoffe wie Gold und seltene Erden. Das alles geht auf Kosten der Lebenslage der Bevölkerung, die zu 75 Prozent in der Landwirtschaft arbeitet. Die Menschen brauchen unbedingt Zugang zu sauberen Wasser, was ihnen oft abgeschnitten wird. Organisierter Widerstand der Bevölkerung wird bedroht. Bei unserem Besucher drangen Kräfte ins Haus ein, zerstörten Gegenstände und bedrohten seine Familie.


Die Jugend in Mali leidet darunter, keine Arbeitsplätze zu finden. Über die Medien wird die Mär vom "gelobten Land" Europa verbreitet. Gefahren dabei werden ausgegeblendet. Die Umweltaktivisten in Mali vertreten, Flucht ist keine Lösung, die Jugend muss im Land bleiben, um die Lebensumstände zu verbessern.
Sie stellen sich dagegen, die Produktion auf den Export landwirtschaftliche Güter und Einsatz von Pestiziden auszurichten und Rohstoffe wie Gold, seltene Erden, den Reichtum des Landes in die Hände der Monopole zu geben. 


Der Teilnehmer aus Pakistan wies vehement darauf hin, dass der Kampf gegen die Umweltkatastrophe eng mit dem Klassenkampf verbunden ist und entsprechende politische Organisierung erfordert. Die ärmsten Schichten leben nah an den Flüssen und sind daher besonders von Überschwemmungen betroffen. Wenn sie sich für bessere Lebensverhältnisse organisieren, werden sie vom faschistischen Regime bedroht und brutal niedergehalten. Kürzlich wurden bei Protesten über 120 Personen von paramilitärischen Kräften getötet. Sie wehrten sich gegen die Zerstörung der Umwelt für die Gewinnung wichtiger Rohstoffe wie Gold und seltene Erden, die von den Konzernen aus China und den USA ausgebeutet werden.


Es wurde ein höchst interessanter Abend, der das gegenseitige Verständnis über die Probleme unserer Länder erhöhte und zu weiterer Zusammenarbeit anregte.