Indonesien
Studentenproteste gegen die Regierung
Am Dienstag, dem 20. Oktober 2026, haben Studenten in mehreren indonesischen Städten gegen die Bilanz der Regierung von Präsident Prabowo Subianto demonstriert. Der Tag markiert den zweiten Jahrestag des Amtsantritts der Regierung, die einen Umbau zu einer faschistischen Diktatur organisiert.
Die Aktionen wurden vor allem von der Allianz „Komite Sadar“ organisiert. In Jakarta versammelten sich 700 Demonstranten, in Yogyakarta Tausende. Weitere Proteste gab es unter anderem in Makassar und Bandung. Die Teilnehmer kritisierten die Regierung wegen der zunehmenden Wald- und Landbrände, der wirtschaftlichen Lage, Einschränkungen ziviler Freiheiten sowie hoher Kosten für Bildung und Gesundheitsversorgung. Die Proteste verliefen weitgehend friedlich. In Jakarta setzte die Polizei dennoch wahnsinnige 9.500 Kräfte ein. In den vergangenen Wochen hatten in der Hauptstadt Jakarta und anderen Städten bereits Tausende junge Menschen protestiert.
Die Demonstrationen stehen im Kontext einer tieferen Vertrauenskrise in die Regierung. Laut einer aktuellen Umfrage des Instituts SMRC ist die Zustimmung zu Präsident Prabowo von 81 Prozent im November 2025 auf 45 Prozent im Oktober 2026 gefallen – erstmals ist die Mehrheit unzufrieden. Gründe sind unter anderem die teuren und problembehafteten Programme wie die kostenlosen Mittagessen (mit massenhaften Lebensmittelvergiftungen), hohe Jugendarbeitslosigkeit und die unzureichende Bewältigung der schweren Waldbrände.
Im Rahmen der Aktionen rief die Allianz zu einem weiteren landesweiten Aktionstag am 28. Oktober in Jakarta auf, zu dem neben Studenten auch Arbeiter, Bauern und weitere Gruppen mobilisiert werden sollen.